Review(s) Mai 2019

1. Juni 2019

Der Juni ist gekommen. Zeit für meinen Rückblick auf den Monat Mai…



Im Mai hieß es Abschied nehmen von gleich zwei Serien, wenn auch unter denkbar unterschiedlichen Vorzeichen. Filme wurden daher eher stiefväterlich behandelt. Im Juni wird das allerdings wieder ganz anders aussehen, mehrere Kinobesuche sind nämlich bereits geplant.

Filme
The Mermaid (2016) (Kurzkritik)
Tea with the Dames

Serien
American Gods – Staffel 2
Game of Thrones: 8×04 – Recap
Game of Thrones: 8×05 – Recap
Game of Thrones: 8×06 – Recap
Game of Thrones: The Last Watch (Kurzkritik)
Into The Badlands – Staffel 3, Teil 2

Sonstiges
Gratis Comic Tag 2019
Meine 5 liebsten, weiblichen Seriencharaktere

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Die 5 Besten am Donnerstag #134

30. Mai 2019

Meine letzte Teilnahme an der von Gorana (Ergothek) ins Leben gerufenen und von Gina (Passion of Arts) fortgesetzten Blogparade ist auch schon wieder über einen Monat her. Heute geht es um weibliche Seriencharaktere.


Das heutige Thema:

Meine 5 liebsten, weiblichen Seriencharaktere

(in chronologischer Reihenfolge)

 

Dana Scully (Gillian Anderson) aus Akte X (1993-2018)

Arya Stark (Maisie Williams) aus Game of Thrones (2011-2019)

Sarah Manning (Tatiana Maslany) aus Orphan Black (2013-2017)

Vanessa Ives (Eva Green) aus Penny Dreadful (2014-2016)

Leonore „Lenny“ Busker (Aubrey Plaza) aus Legion (2017-2019)

Credits:
Bilder (c) Fox, HBO, BBC America, Showtime, FX/Marvel.


Game of Thrones: The Last Watch (Kurzkritik)

29. Mai 2019

Nach acht Staffeln und 73 Folgen endete Game of Thrones vergangene Woche. Einen letzten Trip nach Westeros, besser gesagt hinter die Kulissen der fiktionalen Welt, bietet The Last Watch, eine Doku über die Dreharbeiten zur finalen Staffel von Jeanie Finlay.

And now their watch is ended

Die englische Dokumentarfilmerin Jeanie Finlay (geboren 1977) hat sich bei ihren bisherigen Werken ganz unterschiedlichen Themen zugewandt. Goth Cruise (2008) porträtierte die wachsende Gothic-Szene in England und den USA. Sound It Out Loud – The Very Last Record Store (2011) drehte sich um den letzten Plattenladen in Teeside, einem Ballungsraum im Nordosten Englands und Finlays Heimat. The Great Hip Hop Hoax (2013) behandelte das schottische Hip-Hop-Duo Silibil N’Brains, deren Mitglieder sich als Amerikaner ausgaben, um einen Plattenvertrag mit Sony zu erhalten. Beim Tribeca Film Festival debüttierte im April 2019 Seahorse, ein Film über einen Transgender-Mann, der Mutter wurde. Für The Last Watch hat Finlay mit ihrem Team die Produktion der letzten Staffel von Game of Thrones, der TV-Adaption von George R.R. Martins (leider immer noch unvollendeter) Romanreihe Das Lied von Eis und Feuer, begleitet. Doch im Gegensatz zu den auf Youtube veröffentlichen „The Game Revealed“-Featurettes, in denen vor allem die Schauspieler, Showrunner und Regisseure im Mittelpunkt stehen, stellt man hier die wenig bekannten Crewmitgliedern in den Vordergrund, wie z.B. „Head of Snow“ Del Reid, Location-Managerin Naomi Liston sowie das Ehepaar Sarah und Barrie Gower (Prosthetik Make Up). Über ein Jahr begleitete die Kamera die äußerst aufwändigen Vorbereitungen (so dauerte etwa der Bau eines King’s-Landing-Sets sieben Monate) und die von Oktober 2017 bis Juli 2018 andauernden Dreharbeiten. Der Schwerpunkt liegt hier auf den unterschiedlichen Studio-Kulissen und Greenscreen-Sets in und um Belfast, es gibt aber auch kleine Abstecher nach Dubrovnik (Kroatien) und Sevilla (Spanien). Nicht nur die elf Wochen Nachtdrehs für die Folge The Long Night waren eine enorme Herausforderung für Cast und Crew, die komplette Produktion entpuppte sich als gigantischer Kraftakt, vor allem in organisatorischer und logistischer Hinsicht wovon etwa Szenenbildnerin Deborah Riley und Executive Producer Bernadette Caulfield ein Lied singen können. Zu Wort kommt auch Vladimir „Furdo“ Furdik, zum einen Darsteller des überaus schweigsamen Night King, gleichzeitig aber auch Stuntman und Stunt Supervisor. Zum heimlichen Star der knapp zweistündigen Doku avanciert allerdings Andrew McClay. Obwohl nur einer von unzähligen Statisten war der „local hero“ in insgesamt zehn GoT-Folgen zu sehen, fast ausschließlich als Soldat der Starks. Er und viele andere müssen zum Schluss der Dreharbeiten Abschied nehmen. Abschied von einem großen Projekt, welches ihre letzten Lebensjahre massiv geprägt hat. Noch mehr als Game of Thrones seine Zuschauer.

Game of Thrones: The Last Watch ist seit 27. Mai 2019 bei Sky und Amazon im englischen Orginal mit zuschaltbaren deutschen Untertiteln abrufbar.

Game of Thrones: The Last Watch
TV-Dokumentation USA 2019. FSK 16. 113 Minuten. Regie: Jeanie Finlay.

 

Andrew McClay

 


Credits:
Bilder (c) HBO/Sky.


Media Monday #413

27. Mai 2019

Während in ganz Europa die Wählerstimmen ausgezählt werden, freue ich mich über die gewohnte Übersichtlichkeit des Media Monday.



Die Woche begann mit dem Ende von Game of Thrones und schloss mit einem Wochenende bei der Familie inklusive Geburtstagfeier meines Cousins auf dessen neuem Grundstück, welches mit Champagner getauft wurde. Zwischendrin schrieb ich noch ein paar Zeilen zu einem weiteren (obgleich unfreiwilligen) Serienfinale, nämlich den letzten acht Episoden von Into The Badlands.

Beiträge der Woche
Game of Thrones: Das Serienfinale (Recap)
Into The Badlands: Staffel 3, Teil 2

Fragen der Woche

1. Hand aufs Herz: Schaut ihr euch immer das Bonusmaterial auf DVDs/Blu-rays an (so ihr denn welche kauft/leiht/besitzt)? Ich bin keiner, der jeden Schnipsel Bonusmaterial in sich aufsaugt. Aber wenn ich mich einer DVD oder BluRay – etwa in einem liebevoll gestalteten und schön ausgestattenen Mediabook (z.B. Vampire gegen Herakles) – widme, dann gehört die Sichtung der Extras schon irgendwie dazu, vor allem wenn mich die Hintergründe eines Films sehr interessieren.

2. Bevor der Mai zu Ende ist muss ich noch vier Tage arbeiten.

3. Die Tatsache, dass dieses Jahr einige Serien, die ich verfolge, zu Ende gehen oder bereits gegangen sind (Game of Thrones, The Big Bang Theory, Into The Badlands und Legion) könnte echt dazu beitragen, dass ich mich nächstes Jahr neuen Serien zuwende.

4. Das Serienfinale von Game of Thrones hat mich nach der insgesamt durchwachsenen achten Staffel positiv überrascht.

5. Der Hype um manche Regisseur*innen mag wie viele andere Hypes übertrieben sein.

6. So einige mit Oscars und anderen Filmpreisen prämierte Filme widmen sich einem wichtigen Thema, jedoch haben sie darüber hinaus eher wenig zu bieten.

7. Zuletzt habe ich siehe oben und das war ____ , weil ____ .


Into The Badlands: Staffel 3, Teil 2

24. Mai 2019

Mehr als neun Monate zog sich die Wartezeit auf die zweite Hälfte der dritten (und letzten) Staffel von Into The Badlands. Die postapokalyptische Martial-Arts-Serie bietet in den verbleibenden Episoden noch einmal Einiges auf…

Into The Badlands: Staffel 3, Teil 2
(Into The Badlands: Season 3, Part 2)
Actionserie/Endzeitdrama USA 2019. FSK: Freigegeben ab 16 Jahren. 8 Folgen. Gesamtlänge: ca. 345 Minuten.
Mit: Daniel Wu, Aramis Knight, Nick Frost, Emily Beecham, Orla Brady, Ally Ioannides, Baboo Ceesay, Lorraine Toussaint, Ella-Rae Smith, Sherman Augustus, Lewis Tan, Chipo Chung u.a. Idee: Alfred Gough und Miles Millar.

 


Black Lotus, Dark Acolytes

Der charismatische Kultanführer Pilgrim (Baboo Ceesay) will mit seinem Heer williger Akolythen, darunter auch M.K. (Aramis Knight), die dank wiederentdeckter Technologie aus dem legendären Reich von Azra die dunkle Gabe erhielten, die Badlands erobern und seine Gegner ausnahmslos vernichten. Die besten Kämpfer der Gegend müssen sich nun gegen die Armee von Fanatikern vereinen. Sunny (Daniel Wu) wird derweil von seiner Vergangenheit eingeholt. Und die als „Widow“ gefürchtete Minerva (Emily Beecham) kämpft vorerst mit ihren eigenen Dämonen…

Es dauerte über ein halbes Jahr bis es nach der Ausstrahlung der ersten Hälfte der dritten Staffel (April bis Juni 2018) von Into The Badlands wieder ein Lebenszeichen der Endzeit-Martial-Arts-Show gab. Und zwar in Form einer Ankündigung des Senders AMC im Februar 2019, dass die Serie gecancelt sei. Die verbleibenden acht Episoden wurden schließlich von Ende März bis Anfang Mai ausgestrahlt und sind seitdem auch bei Amazon Prime abrufbar. Es mag unschön sein, wenn eine Serie wie die vorliegende früher endet als vielleicht geplant. Doch obwohl das unfreiwillige Finale etwas unvollendet wirkt und eine weitere Staffel angeteasert wird, so kommt der Schlusspunkt nicht wirklich zu früh. Denn Into The Badlands geht auf der Zielgeraden inhaltlich ziemlich die Luft aus.

Im Laufe der Zeit vermischte die von Alfred Gough und Miles Millar (Smallville, The Shannara Chronicles) ins Leben gerufene Show Motive aus Die Reise nach Westen, einem klassischen chinesischen Roman aus dem 16. Jahrhundert, mit Versatzstücken aus Südstaatensaga, postapokalyptischem Drama und actionreichem Eastern, präsentiert in der farbenfrohen und überstilisierten Ästhetik von Anime-Serien und epischem Wuxia-Kino. Die ungemein virtuos und eindrucksvoll (von den „action directors“ Stephen Fung und Andy Cheng) mit intensivem Wire-Work inszenierten Kampfszenen, in denen auch die individuell unterschiedlichen Stile gut erkennbar sind, bleiben neben den ausladenden Setpieces auch in den finalen Episoden die große Stärke der Produktion. Zum Finale lassen es die Macher nochmal ordentlich krachen und erhöhen auch den Gewaltfaktor etwas.

Das kann leider nicht darüber hinwegtäuschen dass die Serie inhaltlich auf der Stelle tritt. Im Verlauf der letzten Folgen, in denen auch einige Hauptcharaktere ihr Leben lassen müssen, fielen mir die formelhaften Storylines und die beliebigen Wendungen sogar noch deutlicher auf als zuvor. Obwohl die Autoren hier Hintergründe zur Zerstörung der großen Zivilisation von Azra und Sunnys Herkunft miteinbauen. Dennoch war mein letzter Ausflug in die Badlands kein Reinfall. Im Gegenteil: das Abschiednehmen von ein paar Figuren fiel nicht so leicht.

Alle drei Staffeln von Into The Badlands (insgesamt 32 Folgen) sind über Amazon abrufbar. Die ersten beiden Staffeln gibt es außerdem auf DVD und BluRay.

Fazit: Into The Badlands kulminiert in einem gewohnt stark inszenierten, aber zu beliebigen Finale. 6 von 10 Punkten.

Pilgrim und seine dunkle Armee
The Widow in Red

Credits:
Bilder (c) AMC/Amazon


Game of Thrones: Das Serienfinale (Recap)

21. Mai 2019

Das Spiel der Throne hat (zumindest) als TV-Serie sein Finale erreicht. Und ich versuche das Ganze jetzt irgendwie zu verarbeiten.

Burn the throne, break the wheel

Daran dass ich die achte Staffel für die schwächste halte, wird sich so bald nichts ändern. Zu lieblos waren manche Wendungen und zu durchwachsen die Handlung insgesamt, auch wenn die finalen sechs Folgen den bisherigen Episoden inszenatorisch bei weitem nicht unterlegend sind. Aber vor allem The Last of the Starks (8×04) und The Bells (8×05) entpuppten sich als mittlere Enttäuschung. Umso versöhnlicher stimmt mich erstaunlicherweise das Finale mit dem überaus passenden Titel The Iron Throne.

Wir beginnen direkt bei den Folgen der Zerstörung von King’s Landing. Tyrion macht sich auf die Suche nach seinen Geschwistern Cersei und Jaime und findet ihre Leichen verschüttet in den Katakomben unter dem Red Keep. Während die neue Königin der Sieben Königslande noch auf sich Warten lässt vollstreckt Greyworm schonmal im Namen der „Gerechtigkeit“ ein paar Todesurteile an gefangenen Lannister-Soldaten trotz der Einwände von Jon Snow und Ser Davos. Daenerys ist mittlerweile eingeflogen und hält vor ihrer versammelten Armee aus Dothraki und Unbefleckten eine flammende Rede für eine Fortsetzung der Befreiung der ganzen Welt! Klingt wie mittelschwerer Größenwahn(sinn)? Ist es auch. Als Dany Tyrion vorwirft er habe sie durch die Befreiung Jaimes verraten, entgegnet der Zwerg dass sie eine ganze Stadt abgeschlachtet hat und legt sein Amt symbolisch durch das Wegwerfen der Hand-Brosche nieder. Tyrion wird daraufhin auf Befehl der Drachenkönigin unter Arrest gestellt und in ein Hinterzimmer gesperrt, das nicht eingestürzt ist. Arya schleicht durch die Reihen der Dothraki und trifft auf Jon. Der ist sichtlich überrascht, seine Schwester/Cousine zu sehen und bittet sie vor den Toren der Stadt auf ihn zu warten. Arya warnt Jon, dass er aufgrund seiner wahren Identität eine Bedrohnung für Dany darstellt.

Als ob Jon nicht ohnehin schon innerlich zerrissen genug wäre wird ihm von Tyrion, den er in dessen „Zelle“ (die aussieht wie ein chaotisches Krankenzimmer von Dr. Qyburnstein) besucht, klar gemacht wird, was zu tun ist. In diesem knapp zehnminütigen Gespräch wird nicht nur fast der komplette Weg von Daenerys bis hierhin rakapituliert, sondern auch die „Heldenreisen“ des Zwerges und des Bastards von Winterfell. Auf dem Weg zum „Rest-Thronsaal“, der nicht ganz so aussieht wie in der Vision im House of the Undying in Staffel 2 aber durchaus sehr ähnlich, wird Jon von Drache Drogon überrascht, der sich zwischenzeitlich im Schnee eingebuddelt hat, was mich irgendwie an Smaug aus der Hobbit-Trilogie erinnert.

In einer recht surrealen Szene kommt Daenerys ans Ziel ihrer Träume, ihrer Wünsche. Sie steht vor dem Eisernen Thron. Gerade als sie sich hinsetzen will taucht Jon auf, bittet sie um Gnade für Tyrion und die anderen Gefangenen. Verzweifelt versucht er, sie von ihrem Pfad der Tyrannei abzubringen. Doch Dany scheint völlig davon überzeugt, dass ihre brutalen Mittel notwendig sind, um eine neue Welt zu erschaffen („because I know what is good.“) und will ihre Vision von der Zukunft gemeinsam mit ihm, dem Mann an ihrer Seite, weiter in die Tat umsetzen („We break the wheel together.“). Für einen Augenblick sah es für mich so aus als ob Jon Snow wirklich dem „Flehen“ seiner geliebten Königin nachgibt, doch während des innigen Kusses der tödliche Dolchstoß in ihre Brust. Während sicherlich sehr viele im Vorfeld dachten, Arya würde den notwendigen Tyrannenmord begehen, tut Jon das was nötigt ist, auch wenn es ihm das Herz bricht. Daenerys Targaryen ist damit die letzte Haupfigur, die in der Serie stirbt. Und Jon Snow bleibt seiner Rolle als tragischer Held treu. Erneut tut er das richtige, erneut verliert er seine große Liebe, erneut ordnet er sein Wohl dem Wohl der anderen unter.

Als Drogon plötzlich auftaucht sieht es für einen Moment so aus, als ob der Drache den „Queenslayer“ grillen oder fressen würde. Doch weit gefehlt! Drogon trauert zwar um seine Mutter, stupst ihren im Schnee liegenden Leichnam an, richtet seinen Feuerstoß dann aber gegen…den Eisernen Thron! Und so wird DER zentrale Macguffin des ganzen Epos, DAS Symbol der ganzen Saga, von der Kraft zerstört, aus welcher er entstand: Drachenfeuer. Den leblosen Körper Daenerys‘ bei sich fliegt Drogon davon, möglicherweise nach Valyria.

Ein paar Wochen später, der Staub in King’s Landing hat sich etwas gelegt. Tyrion wird in Ketten von Grey Worm zur Drachengrube gebracht, wo sich am Ende von Staffel 7 die Kriegsparteien für einen Waffenstillstand versammelt hatten. Nun findet sich dort das Who-is-Who der noch lebenden Lords und Ladies von Westeros. Nicht nur der namenlose neue Prinz von Dorne (an der Kleidung gut erkennbar), Yara Greyjoy von den Iron Islands, die Stark-Geschwister Sansa, Arya und Bran, sondern auch Ser Brienne, Ser Davos, Samwell Tarly sowie der zum stattlichen jungen Mann herangewachsene Robin Arryn, Lord des Grünen Tals, samt Ziehvater Lord Royce und last but not least: Edmure Tully, Bräutigam der Roten Hochzeit und (wieder) Lord von Riverrun, nebenbei noch Onkel der Starks. Eigentlich sollte die illustre Runde über das Schicksal von Verräter Tyrion und Königin-Mörder Jon Snow entscheiden. Doch eine Einigung erscheint vor allem hinsichtlich des Schicksals von Jon schwierig. Schwer gezeichnet von seiner Gefangenschaft reißt Tyrion die Situation an sich und schlägt vor einen neuen Monarchen für das Reich zu wählen. Edmure will sich für den Posten ins Spiel bringen, wird aber von seiner Nichte Sansa zurückgepfiffen. Samwell schlägt vor die betreffende Person nicht nur von Lords und Ladies wählen zu lassen, sondern von allen Bewohnern. Die Vorstellung von direkter Demokratie wäre in der Welt von Game of Throne allerdings ein unvorstellbarer Quantensprung, weswegen der Vorschlag auch zu Gelächter unter den Anwesenden führt.

Und so ward Brandon „Bran the Broken“ Stark, dreiäugiger Rabe und Erster seines Namens zum König der Andalen und der Ersten Menschen, Beschützer des Reiches und Herr der sechs Königslande gewählt. Nur sechs Königslande? Ja, richtig, der Norden sagt sich mit Zustimmung des neuen Königs vom Rest des Reiches los. Quasi ein „Northexit“. Und die Erbmonarchie wird ebenfalls abgeschafft. Nach dem Ableben des alten wird ein neuer Herrscher gewählt. Keine Demokratie sondern eine Art Aristokratie. Als Kompromiss beschließt der neue König, seinen Cousin Jon Snow an die Mauer zu verbannen, zur Nachtwache! Nun beginnt der Epilog von Game of Thrones.

Während Grey Worm und die Unbefleckten sich gen Naath aufmachen, um die wehrlos-friedliebenden Bewohner von Missandeis Heimat zu beschützen, nehmen Bran, Arya und Sansa von Jon Abschied. Die neue Lordkommandantin der Königsgarde (mit dem dreiäugigen Raben als Verzierung auf der goldenen Rüstung), Ser Brienne of Tarth, vollendet den Eintrag ihres verschiedenen Vorgängers, Ser Jaime Lannister. Anschließend kommt es zum Treffen des neuen kleinen Rates: Tyrion Lannister (Hand des Königs), Ser Davos (Master of Ships), Grandmaester Samwell Tarly, Brienne und Ser Bronn of the Blackwater, der neue Lord von Highgarden und Finanzminister in Personalunion. Stolz präsentiert Samwell einen dicken Wälzer über die Kriege nach dem Tod von Robert Baratheon mit dem schönen Titel: A Song of Ice and Fire.
Der neue König macht sich auf die Suche nach dem letzten Drachen und die hitzigen Beratungen des Rates über wichtige Dinge wie den Aufbau der Flotte oder den Wiederaufbau der abgebrannten Bordelle beginnen. Ach ja und Sängerknappe Podrick Payne ist jetzt auch Ritter.

Die Schlussmontage gehört allerdings den Starks. Sansa wird zur Königin des Nordens gekrönt, Arya segelt auf einem Schiff, um die unerforschten Lande westlich von Westeros zu ergründen; Jon hingegen kommt in Castle Black bei der (Wildlings-)Nachtwache an, wo er auf seinen alten Kumpel Tormund sowie seinen Schattenwolf Ghost trifft. Gemeinsam macht man sich auf eine Reise nördlich der Mauer.

Das war’s auch schon. Ich bin nach der durchwachsenen finalen Staffel mit der allerletzten Folge recht zufrieden. Für mich ein versöhnliches Ende. Aus der Asche der alten Monarchie erhebt sich eine neue Herrschaftsform mit einem König, den (so glaube ich) nur wenige auf der Rechnung hatten. Und welch schöner Ausklang. Besonders rund empfinde ich die Schlussszene auch deshalb, weil die Serie dort endet wo sie begann. In den Wäldern jenseits der Mauer. Mit Jon Snow, dem personifizierten Lied von Eis und Feuer.

End of Game of Thrones

And now my watch is ended

Noch ein kleiner Programmhinweis zum Schluss:
Am Montag (27. Mai) erscheint bei Sky Game of Thrones: The Last Watch, eine zweistündige Dokumentation über die Dreharbeiten der letzten Staffel.


Credits:
Bilder (c) HBO
Die Wordclouds wurden mit Tagul erstellt.


Media Monday #412

20. Mai 2019

Das Ende ist fast gekommen. Natürlich nicht das Ende des Media Mondays, aber der Schlusspunkt einer überaus erfolgreichen Serie, die heute ihr Finale absolviert…



…nämlich Into The Badlands! Nein, Scherz beiseite, die Rede kann natürlich nur von Game of Thrones sein. Als ich begann die Romanereihe Das Lied von Eis und Feuer von George R.R. Martin war ich 26, die erste Staffel der Serien-Adaption prämierte genau drei Monate nach meinem 30. Geburtstag. Jetzt bin ich 38 und der ganze Zauber ist fast vorbei. Wobei die Hoffnung zuletzt stirbt, dass die beiden ausstehenden Romane Nr. 6 und 7 vielleicht doch noch in nicht allzu ferner Zukunft vollendet werden. Im Gegensatz zu Nummer 407 soll dass aber heute keine monothematische Ausgabe werden.

Beitrag der Woche
Game of Thrones: 8×05 – Recap

Fragen der Woche

1. Am meisten freue ich mich im Moment ja auf die neue Serienstaffel Legion, denn kaum eine Serie hat mich in letzter Zeit so gefesselt, im positiven Sinne irritiert und fasziniert.

2. Die Ausstrahlung der letzten Episode „Game of Thrones“ wird auch in meinem Serienuniversum für eine beträchtliche Lücke sorgen.

3. Action in Filmen und Serien an sich ist schon cool, aber sie darf nicht zum Selbstzweck verkommen.

4. Momentan lese ich ja den dritten Band der gesammelten Kurzgeschichten von Philip K. Dick und plane daher auch bald die darauf basierende Anthologie-Serie Philip K. Dick’s Electric Dreams zu sichten.

5. Das Werk von Philip K. Dick (1928-1982) wird ja maßlos unterschätzt, immerhin kennen ihn viele gar nicht oder „nur“ als Vorlagengeber für Filme wie Blade Runner, Total Recall und Minority Report. Dabei war der Schriftsteller schon in seinen Zwanzigern ein großer Visionär der Science-Fiction, der Zeit seines Lebens aber verkannt wurde.

6. Im Vergleich zu Gregor „The Mountain“ Clegane ist Tyrion Lannister ja schon SEHR winzig.

7. Zuletzt habe ich die erste Folge der Netflix-Serie Maniac (US-Remake der gleichnamigen Serie aus Norwegen) gesehen und die war merkwürdig und interessant, weil es noch offen gelassen wird ob Protagonist Owen wirklich unter Schizophrenie leidet oder ob seine Halluzinationen nicht vielleicht doch real sein könnten. Mal sehen, was die weiteren Episoden bringen.


Schreiben als Hobby

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