Antikyno Opening Days: Kurzfilme, Reaper und Licht

Mit dem vierten Tag fanden die Antikyno Opening Days am Sonntag den 23. April 2023 zu einem intensiven Ende. Gezeigt wurde ein internationaler Kurzfilmblock sowie die deutschen Genre-Produktionen Feed the Reapers und Am Ende das Licht.  



Der kleinen Theaterführung durch die Räumlichkeit des Antikyno am ersten Abend folgte die Premiere von Birthright am zweiten mit Aftershowparty-Konzerten und die Uraufführung der Miniserie F60 Kamikaze am dritten Eröffnungstag. Am vierten und letzten Opening Day (Sonntag den 23.04.2023) konnten sich die Gastgeber Lars Henriks und Nisan Arikan etwas entspannen, weil sie nun keine ihrer eigenen Produktionen fertigstellen mussten, sondern die Werke andere Filmemacher*innen präsentiert wurden.

The Sprayer (c) Negative Art Studio/Farnoosh Abedi.

Beim Kurzfilmblock wurden vor allem Werke aus dem Iran gezeigt, welche aufgrund des dortigen Unrechtsregimes heimlich gedreht und bei internationalen Festivals eingereicht wurden. In The Sprayer (2022) erschafft Regisseur Farnoosh Abedi mit Stop-Motion-Animation in lediglich acht Minuten eine faschistoide Steampunk-Endzeitwelt, in welchem Pflanzen streng verboten sind. Ein Szenario irgendwo zwischen #9 (2009), WALL-E (2008) und dem eindrucksvollen Junk Head (2017/2021). Yellow Line (2022) von Katayoun Parmar handelt von einer jungen Frau, die leidenschaftlich gerne tanzt. Nur ist Tanzen verboten und so muss sie heimlich üben. Ein 13minutiger, dokumentarisch wirkender Blick in die Lebenswirklichkeit im Iran.

Etwas fröhlicher geht es in My Partner Giraffe zu. Ein Buchhändler hat eine besondere, nicht ganz koschere Geschäftsstrategie. Ein Mann kommt ihm auf die Schliche und zwingt den Händler zu einer geschäftlichen Partnerschaft. Die Frau des Buchverkäufers schlägt vor, den unliebsam Partner durch ein magisches Rezept in eine Giraffe zu verwandeln. Wer hier Tier- bzw. Body-Horror wittert ist auf der falschen Fährte. Als vierter und letzter Teil des Blocks lief ein deutscher Beitrag. In Löwin und Elefant hat die junge Lily (Linda Stockfleth) eine enge Beziehung zu ihrer Mutter Nadja (Annika Ernst). Doch Nadjas aufkeimende Beziehung zu einem alten Bekannten und das romantische Interesse eines Mitschülers überfordern Lily.

Feed the Reapers (c) samrec.ords

Nach vier eher ungruseligen Shorts stand Feed the Reapers auf dem Programm. Der ca. 45 Minuten lange, mit Gore und Splattereinlagen nicht geizende Horrorfilm von Regisseur Gero Samrey dreht sich um Kim (Susen Ermich), die gemeinsam mit ihrem Freund Denny (Daniel Brach) und ihrer Schwester Nancy (Anni Adler) sowie einem umstrittenen Wissenschaftler (Fredderik Collins) einen äußerst unnachgiebigen Gegner bekämpft. Neben dem Regisseur, auf dessen Kurzgeschichte die Story basiert, waren auch Drehbuchautor Robert Gryczke sowie Darsteller Matthias „Moloch“ Schmid anwesend, der den finsteren Reaper verkörpert. Moloch hatte sein Kostüm dabei und stand für Fotos zur Verfügung.

Die Eröffnungsveranstaltung des Antikyno beschloss ein weiterer Spielfilm aus Deutschland. Am Ende das Licht (87 Minuten) spielt in der nahen Zukunft. Eine junge Frau (Johanna Meinhard) gehört zu einer radikalen Gruppe, die ältere Menschen gezielt tötet, weil sie diese für den fortschreitenden Klimawandel verantwortlich machen. Parallel erzählt das Endzeit-Drama die Geschichte der Mutter (Katharina Löwe), die an einer psychischen Erkrankung leidet und sich vor lauter Ohnmacht über die fehlende Reaktion auf die Klimakrise radikalisiert. Drehbuchautor und Regisseur Robert von Wroblewsky, der mit Kameramann Alexander Aehlig und Kostümbildnerin Leonie Albert aus Berlin angereist ist, erklärte, dass er in seinem ohne wirkliches Budget entstandenem Film die aktuelle Situation mit Klimawandel und Zukunftsangst auf eine mögliche Weise weiterdenken wollte.

Am Ende das Licht (c) Pavlov Pictures/Alex Productions

Nach vier Tagen, einer Lesung, mehreren Filmvorführungen, einem Serienscreening, drei Konzerten sowie interessanten Gesprächen über Filme und mehr gingen die Antikyno Opening Days zu Ende.

Vielen Dank an Nisan, Lars und Co für diese großartige Veranstaltung!

Der reguläre Betrieb des Kinos beginnt am Freitag, den 28.04.2023. Am ersten Wochenende wird dort Birthright sowie am späten Samstagabend ein Überraschungsfilm gezeigt. Am Ende das Licht wird am 6./7. Mai und 13./14. Mai 2023 zu sehen sein.

Mehr dazu unter www.antikyno.com.

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2 Responses to Antikyno Opening Days: Kurzfilme, Reaper und Licht

  1. […] bei einer der Ausgaben des FFF mehr als nur einen Film sehen konnte.   —Beiträge der WocheAntikyno Opening Days #4Birthright (2023)Star Trek: Picard – Staffel 3—Fragen der Woche1. Als Musical aufgezogene […]

  2. […] Würzburg)SonstigesAntikyno Opening Days #1Antikyno Opening Days #2Antikyno Opening Days #3Antikyno Opening Days #4Außerdem gesehen und (noch) nicht besprochenAm Ende das LichtFeed the ReapersThe Five […]

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