Fistful of Vengeance

Anstelle einer zweiten Staffel wurde die Martial-Arts-Fantasyserie Wu Assassins mit einem Film fortgesetzt. In Fistful of Vengeance jagen der kämpfende Koch Kai und seine Freunde einen Killer bis nach Thailand.


Zombie Assassins

oder Nur noch kurz die Welt retten

Vor zweieinhalb Jahren, im August 2019, veröffentlichte Netflix die erste (und bisher einzige) Staffel von Wu Assassins. Darin erfuhr ein von Indonesiens Martial-Arts-Star Iko Uwais (The Raid) gespielter Koch aus Chinatown in San Francisco, dass er der letzte in einer Linie von übermenschlich begabten Kriegern ist, die verhindern müssen, dass die Mächte der fünf Elemente in falsche Hände geraten und so die Welt bedrohen. Gemeinsam mit seinen Freunden, dem Luxusauto-Garagenbesitzer Lu Xin (Lewis Tan) sowie den Geschwistern Jenny (Li Jun Li) und Tommy Wah (Lawrence Kao), die ein Restaurant betreiben, kämpfte Kai gegen Gangsterbosse wie seinen eigenen Ziehvater Uncle Six (Byron Mann) und den schottischen Mobster Alec McCollough (Tommy Flanagan). Hinsichtlich herausragend choreographierten Kampfszenen fast völlig ohne Wirework konnten mich die zehn Folgen überzeugen, ansonsten aber weniger. Dennoch bot die Serie kurzweilige Unterhaltung. Das hatte ich mir auch von der filmischen Weiterführung erhofft.

Wu Assassin und Koch Kai (Iko Uwais) ist mit seinen Freunden Lu Xin (Lewis Tan) und Tommy (Lawrence Kao) nach Bangkok gereist, um den Mord an Tommy Schwester Jenny zu rächen. Die Spur führt zum Biotech-Milliardär William Pan (Jason Tobin). Dieser erklärt, dass seine Zwillingsschwester, Unterweltboss Ku An Qi (Rhatha Phongam), hinter dem Mord steckt. Ku An Qi selbst ist ein Jiangshi, ein unsterblicher Vampir, der seinen Opfern Lebensenergie nimmt und andere Menschen zu kontrollien vermag. Mit der Hilfe von Tommys Bekanntschaft Preeya (Francesca Conroy) schaffen es Kai und seine Freunde die Sicherheitsvorkehrungen des Hotels zu umgehen, in welchem sich Ku An Qi mit anderen Triaden-Anführern trifft. Doch schon bald sehen sich die vier einer großen Übermacht von Kämpfern gegenüber, die alle unter Kus Kontrolle stehen. Kai trifft zudem auf eine alte Bekannte. Unterstützung erhält das Team in Person der südafrikanischen Interpol-Agentin Zama Zulu (Pearl Thusi), einer alten Flamme Lu Xins…

Meine Erwartungshaltung an Fistful of Vengeance war trotz oben geäußerter Hoffnung dann doch eher gering. Rein inhaltlich ergibt die ganze Sache auch sehr wenig Sinn. Das Drehbuch von Cameron Litvack, Jessica Chou und Yalun Tu (alle drei schrieben auch für Wu Assassins) reiht eine beliebige Wendung an die nächste und der Fantasyanteil des generischen Plots wirkt hier noch banaler als in der Serie. Die Figurendynamik erweist sich zudem als recht durchwachsen. Man kann aber mit dem Netflix-Film trotzdem seinen Spaß haben. Die Handlung hält sich nicht mit großen Erklärungen auf und wird geradlinig abgespult. Fast beiläufig, aber durchaus gekonnt werden die notwendigen Details aus der Serie in der Eröffnungsmontage von Tommy zusammengefasst, der gerade eine hübsche Frau mit seinen Erlebnissen als „Superheld“ beeindrucken möchte während Kai und Lu Xin sich zur gleichen Zeit mit allerlei Schergen prügeln. Fistful of Vengeance gehört definitiv nicht zu den Produktionen, die man sich wegen der Story oder Charakterentwicklung anschaut, sondern aufgrund der Action. Hinsichtlich dieser Kernkompetenz weiß das fertige Produkt auch wahrlich zu überzeugen. Auch wenn der niederländische Regisseur Roel Reiné (Inhumans), der bereits zwei Episoden der Serie inszenierte, unter anderem Direct-to-Video-Fortsetzungen wie Death Race 2 (2010), The Scorpion King 3 (2012) und Hard Target 2 (2016) in seiner Vita stehen hat, so liefert er mit dem vorliegenden Streifen eben kein billig heruntergekurbeltes Videotheken-Gekloppe.

Die ebenfalls von Reiné geführte Kamera liefert nicht nur eindrucksvolle Impressionen unterschiedlicher Schauplätze der thailändischen Hauptstadt, sondern beeindruckt auch mit ihrer Art die brachialen und hochwertig choreographierten Kampfszenen einzufangen. Vor allem wenn dank Dronen-Shots zwischen einzelnen Setpieces hin- und hergewechselt wird oder eine Prügelei mit mehreren Gegnern im Finale ohne Schnitt gefilmt wird. Vom Look her erinnert Fistful of Vengeance etwas an Filme aus derThe Fast and the Furious-Reihe, die Mission: Impossible-Blockbuster mit Tom Cruise und James Bond-Streifen. Lange in Erinnerung bleiben dürfte die inhaltlich dürftige Angelegenheit nicht, aber als kurzweiliger Actionkracher taugt sie dennoch.

Fistful of Vengeance ist seit dem 17. Februar 2022 bei Netflix abrufbar.

Fistful of Vengeance
Fantasy/Actionfilm USA 2022. FSK 16. 96 Minuten.
Mit: Uko Uwais, Lewis Tan, Lawrence Kao, Pearl Thusi, Francesca Conroy, JuJu Chan, Jason Tobin, Rhatha Phongam u.a. Nach Charakteren von John Wirth und Tony Krantz. Drehbuch: Cameron Litvack, Jessica Chou, Yalun To. Regie: Roel Reiné.

 

Credits
Bilder (c) Netflix.

 

 

2 Responses to Fistful of Vengeance

  1. […] der Woche Fistful of Vengeance Landscapers (Miniserie) MWJ Television Awards […]

  2. […] Fistful of Vengeance Petite Maman Tiefe Wasser (2022) Nosferatu – Ein Film wie ein Vampir (TV-Doku) Worst Case […]

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