2010 bis 2019: Die besten Serien der Dekade (Teil 3)

Bevor ich es wieder vergesse, hier nun das Finale meiner persönlichen Top 10 Serien der 2010er Jahre, mit den Plätzen 5 bis 1.


Zu Teil 1: Honorary Mentions
zu Teil 2: Plätze 10 bis 6

Bevor es ans Eingemachte geht, vorab ein paar Fun Facts (oder Trivia) zu den fünf besten Serien der 2010er Jahre meiner Wahl:

Nummer 1
Alle fünf Top-Serien sind quasi vollendet und werden (sehr wahrscheinlich) nicht fortgesetzt.

Nummer 2
Keine der Serien hat mehr als 27 Folgen oder drei Staffeln.

Nummer 3
Drei der Top 5 sind US-Serien oder amerikanische Co-Produktionen.

Nummer 4
Nur einer der fünf Serien ist nicht in englischer Sprache.

Nummer 5
Keine der Serien hat einen Golden Globe gewonnen und nur eine hat einen Emmy gewonnen

Nummer 6
Eine der Serien ist die Fortsetzung einer früheren Show aus den 1990ern.

Nun aber genug auf die Folter gespannt, es geht los mit

Platz 5
The End of the F***ing World
(2017/2019)
Staffeln 1 bis 2 (16 Folgen)
Alyssa (Jessica Barden) und James (Alex Lawther) sind zwei 17jährige Außenseiter, die spontan zusammen abhauen und teils eine Sour der Verwüstung hinterlassen. In Staffel 2 kommt Bonnie (Naomi Ackie) als Hauptfigur hinzu.
Basierend auf dem gleichnamigen US-Comic von Charles Forsman liefert die britische „Miniserie“ (16 Folgen à ca. 20 Minuten) eine furiose, schwarzhumorige und einmalige Odyssee zweier verlorener junger Seelen, traurig und urkomisch zugleich.


Platz 5 hatte also den Weltuntergang zumindest im Titel während die nächste Serie sich mit Toten und ihren Hinterbliebenen beschäftigt. Kommen wir also zu

Platz 4
The Returned (Les Revenants)
(2012/2015)
Staffeln 1 bis 2 (16 Folgen)
In einem französischen Bergdorf, welches in der Nähe einer Talsperre liegt, geschieht das Unfassbare. Die in den letzten Jahren bzw. Jahrzehnten eines nicht natürlichen Todes Verstorbenen kehren zurück und stellen ihre Angehörigen vor unerwartenen Herausforderungen.
Auf Basis des von Robin Campillo inszenierten Films gleichen Titels von 2004 schufen Fabrice Gobert (auch Co-Regie) und seine Co-Autoren eine Serie über „Zombies“ der etwas anderen Art. Denn diese wollen nicht die Gehirne der Lebenden essen, sondern in ihre frühere Existenz zurückkehren. Starke, unverbrauchte Gesichter im Cast, eine überaus atmosphärische Inszenierung gepaart mit der stimmungsvollen Musik der schottischen Band Mogwai, all das ergibt eine im besten Sinne kuriose TV-Produktion, die 2013 einen Internationalen Emmy als beste Drama-Serie gewann.


Weniger Untote, aber dafür andere unheimliche und merkwürdige Erscheinungen gibt es in der folgenden „Limited Series“, welche als späte Fortführung einer 1990er Kultserie fungiert. Den Roten Vorhang auf für

Platz 3
Twin Peaks – Die Rückkehr
(2017)
18 Folgen
Ich bin zugegebenermaßen erst sehr spät, nämlich 2017 erstmals nach Twin Peaks gereist, aber von Beginn an hat mich die allumfassende Mystery-/Krimi-/Comedy-Seifenoper von Mark Frost und David Lynch über den Mord an Laura Palmer, die Ermittlungen des FBI und die Auswirkungen auf die titelgebende Kleinstadt, begeistert und fasziniert. Bei der Weiterführung (die manchmal auch als „Staffel 3“ bezeichnet wird) war das nicht anders. Im Gegenteil, Die Rückkehr erschien mir sogar noch eine Spur schräger und im positiven Sinne verworrener.


Agent Cooper, BOB und Co besetzen den untersten Rang des Treppchens und „begnügen“ sich mit Bronze. Eine Schar kuriosester Gestalten und Figuren tummeln sich auch in der nächsten Serie, welche die Top-Platzierung denkbar knapp verpasst hat. Ab in die Demimonde, zu

Platz 2
Penny Dreadful
(2014-2016)
Staffeln 1 bis 3 (27 Folgen)
Im viktorianischen London spielt John Logans psychologisch ausgefeilte und intensive Phantastik-Pastiche. Eine vom Abenteuerer Sir Malcolm Murray und der von Dämonen verfolgten Vanessa Ives (unfassbar eindringlich: Eva Green) angeführte Gruppe kämpft gegen Vampire, Hexen und andere Kreaturen. Außerdem mit dabei: Dorian Gray, Victor Frankenstein und seine Schöpfungen. Leider wurde dieses in allen Belangen herrausragende Horror-Drama zu überhastet nach drei Staffeln und 27 Folgen eingestellt. Ein im Los Angeles anno 1938 angesiedeltes
Spin-Off konnte nicht an die Qualität anknüpfen. Where is it now, the glory and the dream?

Platz 2 und 1 sind Leidensgenossen. Beide Shows wurden nach drei Staffeln und 27 Episoden bedauerlicherweise beendet. Der Gewinner kommt wie immer mehr (und immer austauschbarer) produzierte Filme aus dem Universum eines großen Comicverlags. Und hat dennoch mit jenen fast gar keine Berührungspunkte. Glücklicherweise.

Einen donnernden Applaus für die beste Serie der 2010er! Platz 1 geht höchstverdientermaßen (!) an

Legion (2017-2019)
Staffeln 1 bis 3 (27 Folgen)
Seit seiner Jugend hat David Haller (Dan Stevens) große psychische Probleme und fristet auch als Erwachsener sein Dasein in einer Psychiatrie. Bis er eines Tages auf Syd (Rachel Keller) trifft, die seine Welt gehörig ins Wanken bringt. Allmählich erkennt David, dass hinter seiner Krankheit etwas anderes steckt und er über besondere Kräfte verfügt.
Die Figur des David Haller alias Legion wurde von Autor Chris Claremont und Zeichner Bill Sienkiewciz für Marvel Comics erfunden. Als Sohn des X-Men-Leaders Charles Xavier hat er natürlich besondere Fähigkeiten in die Wiege gelegt bekommen. Autor, Produzent und Regisseur Noah Hawley zeigt in seiner Serien-Adaption auf maximal eindrucksvolle Weise, was passiert wenn man die Genese eines „Superhelden“ mal nicht auf die langweilige 0815-Tour runterspult, sondern dessen eigenwillige Wahrnehmung und Psyche als zentralen Ausgangspunkt der Perspektive und Erzählung verwendet. Inszeniert wird das ganze mit einem kuriosen Stilmix und dem Willen zur psychedelischen Überwältigung. Und mit Aubrey Plaza als Lenny „geistert“ der Alptraum meiner schaflosen Nächte als heimlicher Star durch die Serie. Im Vergleich zu Legion kann man ALLES was Marvel bisher sonst so an Filmen/Serien auf den Markt gebracht hat getrost in die Tonne treten. So etwas wie die Reise von David hat es vorher nie gegeben und wird es auch nicht mehr geben. Eine Schande, dass bisher nur die erste von drei Staffeln auf DVD/BluRay erschienen ist. It’s always blue.

Das war’s an dieser Stelle von meiner Seite. Nun zu euch, welche Serien der vergangenen Dekade fandet ihr so herausragend, dass sie in euren Top 10 oder Top 5 landen würden?

Vielleicht sehen wir uns in etwa zehn Jahren wieder, wenn ich meine Top-Serien der 2020er küre. Die fünf oben genannten werden leider nicht mehr dabei sein. Vielleicht gibt es aber auch irgendwann mal ein Update der Top-Liste. Denn ich habe sicherlich viele tolle Shows bisher noch nicht gesehen.

 

 

 

 

 

 

 

12 Responses to 2010 bis 2019: Die besten Serien der Dekade (Teil 3)

  1. Nummer Neun sagt:

    The End of the f***ing world ist großartig! Allerdings hoffe ich ja immer noch auf eine dritte Staffel…

    • mwj sagt:

      Die Comicvorlage wurde ja schon mit der ersten Staffel abgedeckt und ich war erstaunt, dass überhaupt eine zweite gedreht wurde. Die Drehbuchautorin Charlie Covell hat bereits klar gemacht, dass es keine weitere Staffel geben wird. Ich finde das passt auch so.

      Danke für dein Feedback!

  2. Wortman sagt:

    Penny Dreadful ist saugeil.
    Les Revenants hab ich nur die erste Staffel gesehen. Läuft die Zweite irgendwo?

  3. […] Beiträge der Woche Covid Metamorphosen Drei Haselnüsse für Aschenbrödel (1973) Drei Haselnüsse für Aschenbrödel (2021) 2010 bis 2019: Die besten Serien der Dekade (Teil 3) […]

  4. Stepnwolf sagt:

    „Legion“ ist so schräg anders und dabei auf seine Art richtig gut. Ist aber wahrscheinlich wirklich eine Serie, die ein ganz besonderes Publikum benötigt, um mit ihr wirklich warm zu werden.

  5. […] 2010 bis 2019: Die besten Serien der Dekade (Teil 3) Mein Musikjahr 2021 Die Welt ist im Wandel – 20 Jahre […]

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