Avengers Grimm 2: Time Wars

Schneewittchen, Dornröschen und Rotkäppchen müssen wieder ran. Denn Magda, die böse Königin von Atlantis, will Prince Charming heiraten. Doch dadurch würde die Meerherrscherin auch die Macht über die ganze Welt erringen, in Avengers Grimm 2: Time Wars.


Es geht noch schlechter

Es war einmal eine kleine Produktionsfirma, die wollte die ganze Zuschauerwelt mit möglichst vielen lieblos zusammengeschnippelten, miesen Filmchen zumüllen und sich dabei auf Kosten der fähigeren/besser bezahlten Konkurrenz zu bereichern. Dieses alptraumhafte Märchen läuft leider immer weiter. Nach der „Märchenprinzessinnen-als-Superheldinnen“-Gurke Avengers Grimm (2015) als Mockbuster zum MCU-Blockbuster Avengers: Age of Ultron wollte man drei Jahre später mit Avengers Grimm 2: Time Wars (2018) auf der Erfolgswelle von Avengers: Infinity War mitreiten. Um bei der Metapher zu bleiben: der Wagen zum Strand ist nicht angesprungen und das Surfbrett entpuppte sich als billiger Plastikmüll.

Einst retteten Schneewittchen (Laura Parkinson), Rotkäppchen (Elisabeth Eileen), Dornröschen (Marah Fairclough) und andere Prinzessinnen unsere Welt vor den bösen Plänen von Rumpelstilzchen. Nun gilt es die Menschheit erneut vor bösen Kräften zu bewahren. Von Alice (Christina Licciardi), die gemeinsam mit dem verrückten Hutmacher (Randall Yarbrough) den Spiegelturm und damit den Zugang in andere Reiche bewacht, wird das Prinzessinnen-Trio beauftragt, die böse Königin von Atlantis, Magda (Katherine Maya), zu stoppen. Denn die machthungrige Meerherrscherin plant durch ihre Heirat mit Schneewittchens Liebstem, Prince Charles Charming III. (Michael Marcel), die Herrschaft über die ganze Welt zu übernehmen. Zu allem Überfluss ist auch Rumpelstilzchen (Eric Feltes) zurückgekehrt…

Wenn du glaubst, schlechter geht es nicht mehr, kommt von irgendwo ein Machwerk aus der Billigstfilmschmiede The Asylum daher. Scheinbar funktioniert der Trick mit Titeln, Postern und Inhaltsangaben auf DVDs, die echten Blockbusterfilmen ähneln, immer noch so gut, dass genug Leute darauf hereinfallen oder (schlimmer noch, aus Überzeugung?) beherzt zugreifen. Zumindest gut genug, um von manchem miesen Murks ein Sequel zu drehen. Teil 1 war schon so übel, dass ich das meiste davon verdrängt habe und ich mich nur noch dunkel an mies gelaunte Makeup-Miezen-Models als Märchenprinzessinnen erinnern kann. Für die Fortsetzung stand noch weniger Geld zur Verfügung (ja, das geht!) und wohl deshalb waren nicht einmal mehr prominente, abgehalfterte Darsteller wie Caspar Van Dien (der Tom Cruise der B- und C-Movies) als Rumpelstilzchen und Ex-Hulk/-Herkules Lou Ferrigno drin. Die Rolle des backenden, brauenden, Stroh zu Gold spinnenden, Kinder stehlenden Tunichtguts hat Eric Feltes geerbt, der seine Sache gar nicht mal so schlecht macht und in Ansätzen den Charmes eines beliebigen Ex-Teeniestars aufbieten kann. Außerdem gibt es da noch Alice (aus dem Wunderland), die sich mit der Hilfe von Pillen kleiner oder größer machen kann. Diese Effekte sind wirklich das beste an diesem unsagbaren Streifen. Den ganzen Rest kann man völlig verdientermaßen in die Tonne treten.

Verantwortet hat Time Wars nicht mehr wie den Vorgänger Jeremy M. Inman (hier nur als „Drehbuchautor“ tätig), sondern ein Herr namens Maximilian Elfeldt, in dessen Vita so verheißungsvolle Titel wie Bachelor Night und Apocalypse of Ice stehen. Die Story ist eine extrem müde Mixtur aus Märchen- und Superhelden-Crossover mit Schauspielerinnen, die auch gut in einen Softerotikfilm passen. Beim Anblick der Performance der bösen Atlantis-Königin würde sich Aquaman wahrscheinlich am liebsten selbst ertränken, doch dummerweise kann der gute ja unter Wasser atmen. Dazu kommt noch ein völlig an den Haaren (apropos Haare: Rapunzel hatte genauso wie Cinderella scheinbar keinen Bock auf Teil 2) herbeigezogenen Zeitreiseplot hinzu, der noch weniger Sinn ergibt als die Grundprämisse an sich. Die Kampfszenen sind an Stümperhaftigkeit nicht einmal durch die alten Fu Man Chu-Filme zu unterbieten. Vermutlich haben Darsteller und Statisten diese für 2 Minuten mal schnell „geübt“. Dass Anspruch und traurige Wirklichkeit hier Lichtjahrhunderte auseinanderklaffen, merkt man am Score von Chris Ridenhour (vermutlich seit 20 Jahren im Tonstudio gefangen, um die Musik für scheinbar jede Asylum-Produktion zu komponieren), welcher absolut null Eindruck hinterlässt, weil man meistens einfach nur zwei, drei Akteure herumlaufen oder mit ein paar Atlantis-Soldaten raufen sieht. Ich plädiere hiermit dafür, Machwerke von The Asylum ausschließlich auf einem eigens dafür geschaffenen Streamingdienst zu veröffentlichen, dessen Abo natürlich maximal fünf Cent im Monat kosten darf.

Avengers Grimm 2: Time Wars ist auf DVD und BluRay erschienen sowie bei einigen Streaminganbietern abrufbar. Von Kaufen oder Leihen wird dringend abgeraten. Ich habe mir diesen Magerstquark auch nur im Nachtprogramm von Tele 5 reingezogen. Leider nüchtern.

Auf einer Skala von eins bis zehn höchstverdiente NULL PUNKTE!

Avengers Grimm 2: Time Wars
Fantasy-Trash USA 2018. FSK 16. 84 Minuten. Mit: Laura Parkinson, Elizabeth Eileen, Marah Fairclough, Christina Licciardi, Michael Marcel, Katherine Maya, Eric Feltes, Randall Yarbrough u.a. „Drehbuch“: Jeremy M. Inman. Regie: Maximilian Elfeldt.

 

 

Credits
Bilder (c) White Pearl Movies.

 

 

3 Responses to Avengers Grimm 2: Time Wars

  1. […] der Woche Avengers Grimm 2: Time Wars Dune – Der Wüstenplanet […]

  2. […] dem Märchenzicken-als-Möchtegernheldinnen-Sequel-Totalstausfall Avengers Grimm 2: Time Wars letzte Woche habe ich mir die Tage einen weiteren Mockbuster der Billigstfilmschmiede The Asylum […]

  3. […] Dune – Der Wüstenplanet (1984) (Kinofassung) Dune – Der Wüstenplanet (1984) (TV-Fassung) Avengers Grimm 2: Time Wars Battle Star […]

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