Mel Brooks – Make A Noise

Aus unerfindlichen Gründen habe ich in letzter Zeit einige Dokus angesehen. Zuletzt entdeckte ich mit Make A Noise einen tollen Beitrag über den amerikanischen Filmparodisten und Komiker Mel Brooks, der am 28. Juni 2021 (übermorgen) seinen 95. (!) Geburtstag feiert.

Ein Kultkomiker blickt zurück

Vielleicht ist es die einfache Verfügbarkeit, aber Dokumentationen bildeten in den letzten Wochen den Schwerpunkt meines Filmkonsums. Nach einem Beitrag über Fall und Aufstieg von Marvel Comics, einer brandneuen Featurette zum Scifi-Kultfilm Blade Runner und der Fußball-Doku Schwarze Adler folgt nun ein Beitrag über einen meiner Lieblingsregisseure, nämlich Mel Brooks. Make A Noise, der in den USA schon 2013 veröffentlicht wurde, liefert in 52 Minuten einen kurzen Abriss von Leben und Werk des bald 95jährigen Filmemachers und Kultparodisten.

Mel Brooks (bürgerlich Melvin Kaminsky), geboren am 28. Juni 1926 als Sohn einer russisch-jüdischen Mutter und eines aus Danzig stammenden jüdischen Vaters in Brooklyn, New York, geboren, wuchs mit drei älteren Brüdern auf. Sein Vater starb als Mel erst zwei Jahre alt war, die Mutter musste alleine die Kinder versorgen und Geld verdienen. Nach seinem Wehrdienst im Zweiten Weltkrieg wurde Brooks als Gagschreiber und Darsteller für diverse Sketchshows an der Seite von Sid Caesar (1922-2014) engagiert. Mit Buck Henry schuf er die Agenten-Comedyserie Mini-Max (Get Smart, 1965-1970). Der Erfolg ermöglichte Brooks die Inszenierung seines Regiedebüts, der Broadway-Satire Frühling für Hitler (1968), für welche er einen Drehbuch-Oscar gewann. In der Folge machte sich Brooks einen Namen als großartiger Parodist unterschiedlichster Genres wie Western (Blazing Saddles: Der Wilde, wilde Westen), Horror (Frankenstein Junior, Dracula – Tot, aber glücklich), Historienfilm (Die verrückte Geschichte der Welt), Space Opera (Spaceballs), Stummfilm (Silent Movie – Mel Brooks‘ letzte Verrücktheit) und Mantel-und-Degen-Abenteuer (Robi Robi Robin Hood, Robin Hood: Helden in Strumpfhosen). Außerdem produzierte er weitere Werke wie David Lynchs Der Elefantenmensch (1980) und David Cronenbergs Neuverfilmung von Die Fliege aus dem Jahr 1986. Nicht selten spielte er auch eine der Hauptrollen in seinen Filmen.

Die vorliegende Featurette von Robert Trachtenberg wurde für die seit 1985 laufende Doku-Fernsehreihe American Masters gedreht und debütierte bereits im Mai 2013 (als dritte Folge der 27. Staffel) im US-Fernsehen. Erst acht Jahre später sollte es zur deutschen TV-Premiere am 16. Juni 2021 im NDR-Fernsehen kommen. Herzstück des Films sind die Interviewpassagen mit Meister Mel himself. Sie bilden die Basis für eingestreutes Archivmaterial sowie Film- und Fernsehausschnitte. Aber Make A Noise verkommt allerdings zu keiner Zeit zum reinen Monolog. Denn auch Brooks‘ diverse Weggefährten rekapitulieren Anekdoten und Erlebnisse von ihrer Arbeit mit dem sympathisch-witzigen Energiebündel, etwa Regisseur/Autor Carl Reiner (1922-2020), dessen Sohn Carl Reiner, Filmemacher Barry Levinson, Theater-Regisseurin Susan Stroman sowie Schauspieler wie Nathan Lane und Cloris Leachman (1926-2021).

Regisseur Trachtenberg, der auch das Skript schrieb und am Schnitt beteiligt war, schlägt in den 52 Minuten einen Bogen von Brooks‘ Anfängen bis zu seinem Revival durch den Erfolg der Bühnenmusicalfassung der Nazi-Satire Frühling für Hitler am Broadway um 2001, welche mit dem von Susan Stroman inszenierten The Producers (2005) wiederum den Weg zurück auf die große Leinwand fand. Mit viel Humor und Altersweisheit blickt der betagte, aber rüstige Mel auf Höhepunkt und Schicksalsschläge, wie den Tod seiner Ehefrau, der Schauspielerin Anne Bancroft 2005, zurück. Natürlich muss man diesem großen Komikkünstler eigentlich eine abendfüllende Doku widmen. Und für die deutsche Fassung hätte ich mir an manchen Stellen wesentlich besser Voice-Over-Sprecher gegönnt. Dennoch insgesamt ein kurzweilig-spaßiger und erkenntnisreicher Beitrag. Inklusive einer Midcredit-Szene mit Ernährungstipps.

Danke, Mel Brooks! Möge dir der Saft niemals ausgehen! 😉

Die deutsche Fassung von Mel Brooks: Make A Noise ist noch bis 16. Juli 2021 in der ARD-Mediathek abrufbar.

Mel Brooks: Make A Noise
TV-Dokumentation USA 2013. 52 Minuten.
Buch und Regie: Robert Trachtenberg.

Credits
Bilder (c ) PBS/NDR.

2 Responses to Mel Brooks – Make A Noise

  1. […] der Woche Mel Brooks – Make A Noise Rezensionsleiche von 2006 Schwarze Adler Seventh […]

  2. […] Firmen ab Abgrund: Marvel – Imperium der Superhelden (TV-Doku) His Dark Materials: Staffel 2 Mel Brooks: Make A Noise (TV-Doku) Mission Erde – Staffel 1 Das Phänomen Blade Runner (TV-Doku) Tatort: Wo ist Mike? […]

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