Austin Powers

Groovy, baby! Vor knapp einem Vierteljahrhundert wurde mit Austin Powers der schrillste Agent weit und breit auf der Leinwand losgelassen. Doch wie gut funktioniert das erste Abenteuer des wandelnden Brusthaartoupets heute noch?


„Danger is my middle name.“

London in den wilden 1960ern. Austin Powers (Mike Myers), Geheimagent im Dienst ihrer Majestät, gelingt es erneut, die Pläne seines Erzfeindes Dr. Evil (ebenfalls Mike Myers) zu durchkreuzen. Daraufhin flieht der Bösewicht mit einer Rakete ins All und lässt sich einfrieren. Auch Austin begibt sich in den Kälteschlaf. Dreißig Jahre später kehrt Dr. Evil auf die Erde zurück und bedroht die Welt mit einer neuen Superwaffe. Nur einer kann den Finsterling stoppen: Austin Powers! Doch der muss sich nach dem Auftauen erst einmal an die neue Welt der 1990er gewöhnen. Dabei soll ihm die attraktive Agentin Vanessa Kensington (Elizabeth Hurley), die Tochter seiner früheren Kollegin (Mimi Rogers), helfen. Vor allem die Emanzipation bereitet dem sexbessessenen Ladykiller Schwierigkeiten. Dr. Evil muss ebenfalls feststellen, dass sich in drei Jahrzehnten so Einiges geändert hat. So erfährt der glatzköpfige Schurke von der Existenz seines Sohnes Scott (Seth Green). Wird es Austin Powers gelingen, seine Nemesis auch in den Neunzigern zu besiegen?

Seit langem habe ich mir kürzlich wieder mal Austin Powers – Das Schärfste was ihre Majestät zu bieten hat angesehen, erstmals in der englischen Originalfassung. Konnte ich mich bei früheren Sichtungen noch über die diversen Gags kaputtlachen, so haben diese heutzutage ihre Wirkung auf mich etwas verloren, mit Ausnahme der Sight Gags. Trotzdem gefällt Austin Danger (!) Powers‘ erster Kinofilm als spaßig-kurzweilige Parodie auf diverse Agentenfilme, vor allem natürlich die Werke mit einem gewissen Agenten namens James Bond. Gekonnt werden hier diverse 007-Streifen zitiert, vor allem Goldfinger (der mit Schuhen werfende Handlanger Random Task als Parodie auf den Hüte schleudernden Oddjob oder die auf Pussy Galore anspielende Privatsekretärin Alotta Fagina), Feuerball (Dr. Evils Umgang mit seinen weniger kompetenten Mitarbeitern und der Augenklappe tragende Mr. Nummer 2) und natürlich Man lebt nur zweimal (Dr. Evil als Kopie von Donald Pleasence in der Rolle von Bonds Dauergegner Blofeld).

Garniert wird dieser überaus zotige Swinging-Sixties-Spy-Spoof mit einem kultigen Soundtrack – der brasilianische Evergreen Mas Que Nada darf ebenso wenig fehlen wie Quincy Jones‘ Gassenhauer Soul Bossa Nova – sowie einem passenden Score von George S. Clinton, schrillen Kostümen, absurden Einfällen und einem überaus gut aufgelegten Cast um Mike Myers (auch Drehbuchautor und Produzent; bekannt aus Saturday Night Life und Wayne’s World), Elizabeth Hurley (Teuflisch), Michael York (Cabaret) und Robert Wagner (Ihr Auftritt, Al Mundy; Hart aber herzlich). Dazu gibt es Cameos von Carrie Fisher (Star Wars), Lois Chiles (Moonraker), Christian Slater (True Romance, Mr. Robot) und Musiker Burt Bacharach. Für den herrlich überzeichneten Retro-Charme sorgen natürlich auch die psychedelischen Einschübe mit der Band Ming Tea, die Mike Myers bereits Anfang der 1990er gründete. Insgesamt viel „Hit and Miss“, aber dennoch „groovy“. Mit Austin Powers – Spion in geheimer Missionarsstellung (1999) und Austin Powers in Goldständer (2002), den ich damals sogar im Kino erleben konnte, gab es zwei Fortsetzungen. Zu einem immer mal wieder kolportierten vierten Teil kam es bisher nicht.

Austin Powers – Das Schärfste was ihre Majestät zu bieten hat ist auf DVD und BluRay erhältlich sowie bei diversen Streaminganbietern abrufbar.

Austin Powers – Das Schärfste was ihre Majestät zu bieten hat
(Austin Powers: International Man of Mystery)
Agentenparodie USA 1997. FSK 12. 94 Minuten. Mit: Mike Myers, Elizabeth Hurley, Robert Wagner, Michael York, Seth Green, Mindy Sterling, Fabiana Udenio, Joe Son u.v.a. Drehbuch: Mike Myers. Regie: Jay Roach.

Credits
Bilder (c) Concorde/Winklerfilm.

 

 

5 Responses to Austin Powers

  1. […] der Woche Austin Powers Free Fire MWJ Television Awards […]

  2. bullion sagt:

    Ich liebe den Film! ❤

    Habe damals "Austin Powers: Spion in geheimer Missionarsstellung" im Kino gesehen und vermutlich noch nie so sehr gelacht, wie bei diesem Film.

  3. […] & MarieEl MariachiNico, 1988Austin PowersFree […]

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