Vermutlich hat die Hitze mein Hirn etwas zu sehr durchgebraten, aber nach Ator – Herr des Feuers hatte ich doch tatsächlich Bock auf einen weiteren schlechten Barbarenfilm. Durch die einfache Verfügbarkeit fiel die Wahl auf Deathstalker – Der Todesjäger aus dem Jahre 1983.
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Der große Preis von Munkar
Der finstere Magier Munkar (Bernard Erhard) hat den bisherigen König gestürzt und außerdem dessen Tochter, Prinzessin Codille (Barbi Benton), in seiner Gewalt. Etwas widerwillig übernimmt ein namenloser Jäger (Rick Hill) von Hexe Thoralba (Lilian Ker) den gefährlichen Auftrag die Tyrannei Munkars zu beenden. Nur wenn er alle drei Träger der Macht erringt kann der Jäger sein Ziel erreichen. Munkar hat unterdessen die besten Krieger zu einem Turnier in seine Festung eingeladen. Der Sieger soll das Erbe des Magiers antreten. Den ehemals verwunschenen Salmaron (Augusto Larreta) im Schlepptau macht sich der Jäger auf den Weg zum Turnier, wo sich ihm Kämpfer Oghris (Richard Brooker) und die blonde Amazone Kaira (Lana Clarkson) anschließen…
Der Erfolg von Conan der Barbar (1982), mit Arnold Schwarzenegger in der Titelrolle, löste in der Folge eine Welle billiger Barbaren-Streifen und Sword-and-Sorcery-Filmchen aus, wie die Ator-Filme oder Thron des Feuers. Jedoch wurden diese schnell runtergekurbelten Billig-Produktionen nicht nur in Italien gedreht, sondern auch in Argentinien, wie der vorliegende Film, bei welchem B-Film-Legende Roger Corman als ausführender Produzent fungierte.
Auf mich wirkt Deathstalker weniger misslungen als Ator. Das liegt vor allem daran, dass die argentisch-amerikanische Co-Produktion nicht ganz so billig wie manch anderer Genre-Beitrag daherkommt. Im Budget von ca. 450 000 US-Dollar waren ein paar durchaus ordentliche Kulissen und Massenszenen sowie wenige Make-Up- und Creature-Effekte drin. Der ganze Rest des Films ist aber dann doch ziemlich misslungen. Deathstalker entpuppt sich vor allem dann als exploitativer Schund wenn schmierige Kämpfer sich bei einer großen Feier in Munkars Burg an leicht oder gar nicht bekleidete Damen aus dem Harem des Hausherrn „ranschmeißen“. Auch die zu rettende Prinzessin (gespielt von Barbi Benton, Sängerin und zeitweise Playboy-Model) wird eigentlich nur die ganze Zeit rumgeschubst und hat keine wirklich nennenswerte Rolle. Mit Lana Clarkson als gut ausgestattete Kriegerin wusste man auch wenig anzufangen.
Die Dramaturgie dieses Machwerks gehört in die Kategorie mittlere Katastrophe. Der Schnitt ist entweder ziemlich stümperhaft oder die ganze Sache sollte insgesamt länger dauern, wurde aber vor Veröffentlichung auf 80 Minuten heruntergekürzt, wobei ich auf ersteres tippe. Eine zusammenhängende Geschichte dürfte eher nicht auf dem Plan von Regisseur James Sbardellati (ansonsten fast nur als Assistant Director oder Second Unit Director tätig) und seinem Team gestanden haben. Elemente und Figuren, wie der ehemals verwunsche Salmaron, werden eingeführt, bleiben aber ohne wirkliche Bedeutung für den Rest des Streifens. Zwar sind wie in anderen Produktionen dieser Klasse die Kampfszenen eher mäßig inszeniert, aber immerhin nicht so blutleer wie bei „Ator“ gestaltet, inklusive teils absurder, fast beiläufiger Splatter- und Gore-Einlagen. Held und Bösewicht besitzen einen gewissen Wiederkennungswert. Hauptdarsteller Rick Hill sieht aus als hätte man Judson Earney Scott (Star Trek II: Der Zorn des Khan) als He-Man gecastet und Bernard Erhards Munkar scheint die Fantasy-Variante von Ming dem Unbarmherzigen aus Flash Gordon zu sein, nur echt mit schickem Cthulhu-Tattoo auf der Glatze.
Den 80 Minuten trauere ich jetzt nicht direkt hinterher, aber mein Bedarf an Barbaren-Filmen ist erst einmal gedeckt. Roger Corman sollte danach übrigens neun weitere Filme in Argentinien, darunter die erste von insgesamt drei Deathstalker-Fortsetzungen, produzieren.
Deathstalker – Der Todesjäger ist in limitierter Auflage auf BluRay erhältlich sowie bei Amazon verfügbar.
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Der Todesjäger (Deathstalker)
Fantasy-Abenteuer Argentinien, USA 1983. FSK 18. 80 Minuten. Mit: Rick Hill, Bernard Erhard, Barbi Benton, Richard Brooker, Lana Clarkson, Augusto Larreta u.a. Drehbuch: Howard R. Cohen. Regie: James Sbardellati alias John Watson.
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Credits
Bilder (c) White Pearl Movies/Daredo.
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