Penny Dreadful: bald NICHT mehr bei Netflix

Einer der besten Serien des gerade vergangenen Jahrzehntes gibt es bald nicht mehr bei Netflix: Penny Dreadful. Warum mir diese Meldung eine eigenen Beitrag wert ist? Lest selbst…

Penny Dreadful, die in jeglicher Hinsicht reichhaltliche Horror-Pastiche von John Logan, war damals (Oktober 2014) der Grund, warum ich mich bei Netflix überhaupt angemeldet habe. Leider wird die Produktion des US-Bezahlsenders Showtime ab 19. Juni 2020 (Quelle: filmstarts.de) aus dem Angebot des roten N verschwinden. Vermutlich gibt es bei einem neuen Streaminganbieter von Showtime oder seinem Mutterkonzern bald eine neue virtuelle Heimat Für mich Anlass genug, mir endlich einmal die Komplettbox mit allen drei Staffeln auf DVD oder BluRay zu besorgen.

Amerikanisches Pay-TV und Streaming allgemein haben meinen Serienkonsum massiv geprägt und umgekrempelt. Und kaum eine Show hat wie „PD“ ihre Spuren bei mir hinterlassen. 27 Folgen habe ich mit den psychologisch sehr gut ausgearbeiteten Charakteren mitgelitten, wurde von dem Nebeneinander von Horror in unterschiedlichen Formen, Menschlichkeit und Poesie völlig fasziniert. Deswegen kann ich die Serie nur wärmstens empfehlen.

Die Handlung spielt überwiegend im viktorianischen London um 1890, welches einerseits von bekannten Figuren aus der viktorianischen Phantastik wie Dorian Grey, Frankenstein und seiner Kreatur sowie Dr. Jekyll bevölkert wird, andererseits aber auch unfassbar starke Original-Charaktere zu bieten hat. Es tummeln sich hier auch Unsterbliche, Vampire, Werwölfe und Hexen. Doch die richtigen Monster sind nicht selten die vermeintlich normalen Menschen.

Im Grunde stimmt hier fast alles: aufwändige Kulissen und Kostüme, Dialogie voller Poesie und Anspielungsreichtum, ein grandios-altmodischer Score von Abel Korzeniowski, überbordende, dennoch passende Effekte (Make-Up, CGI), vor allem aber mitreißende und herzerweichende Schauspieler-Leistungen. Dass Eva Green in der zentralen Rolle der von allerlei Dämonen geplagten Vanessa Ives und Rory Kinnear als Frankensteins Monster bei den großen Awards völligst übergangen wurden (Green erhielt „immerhin“ eine kümmerliche Golden-Globe-Nominierung) ist schon ein ziemlicher Skandal. Mit Ex-Bond Timothy Dalton als Sir Malcom Murray und Josh Hartnett als Revolverheld Ethan Chandler sind zwei sehr bekannte Darsteller im äußerst illustren Ensemble vertreten. Wenn „PD“ einen Makel hat, dann das leider etwas überhastete Ende in Staffel 3.

Am Montag (8. Juni 2020) startet in Deutschland das unter Fans umstrittene Spin-Off Penny Dreadful: City of Angels, ebenfalls aus der Feder von John Logan, bei Sky. Die neue Serie spielt im Los Angeles der 1930er zwischen sozialen Spannungen und mexikanisch-amerikanischer Folklore.

Ich schließe meine ausdrückliche Empfehlung mit den Schlussworten der Serie:

Where is it now, the glory and the dream?“

(aus Ode: Intimations of Immortality von William Wordsworth, 1807)

Linktipps:
Review zu Staffel 1
Review zu Staffel 2
Review zu Staffel 3

 

Penny Dreadful

PrintHorrorserie USA/UK/Irland 2014-2016. 27 Folgen in 3 Staffeln. FSK: Freigegeben ab 16 Jahren.
In den Hauptrollen: Timothy Dalton, Eva Green, Josh Hartnett, Reeve Carney, Rory Kinnear, Billie Piper, Harry Treadaway, Danny Sapani, Simon Russell Beale, Helen McCrory, Patti LuPone, Wes Studi.
In weiteren Rollen:
Douglas Hodge, Sarah Green, Olivia Llewellyn, Shazad Latif, Christian Camargo, Noni Stapleton, Samuel Barnett, Stephen Lord, Jessica Barden, David Haig, Jonny Beauchamp u.a.
Idee:
John Logan. Drehbuch: John Logan, Andrew Hinderaker, Krysty Wilson-Cairns.
Regie: Damon Thomas, James Hawes, Brian Kirk, Pace Cabezas, J.A. Bayona, Coky Giedroyc, Dearbhla Walsh u.a. Kamera: John Conroy, Owen McPolin, Nigel Willoughby, P.J. Dillon, Xavi Giménez. Schnitt: Michele Conroy, Christopher Donaldson, Geoff Ashenhurst, Aaron Marshall, Jaume Martí, Bernat Vilaplana, Gareth C. Scales. Szenenbild: Jonathan McKinstry. Kostüme: Gabriella Pescucci. Musik: Abel Korzeniowski.

 

Credits
Bilder (c) Showtime.

11 Responses to Penny Dreadful: bald NICHT mehr bei Netflix

  1. bullion sagt:

    Das würde mich mal gar nicht stören, denn von den Lieblingsserien hat man doch eh die Box im Regal… 😉 Aber ja, das ist auch etwas, das mich am Streaming stört. Irgendwann können Serien oder Filme dann halt einfach weg sein. Wenn ich die PD-Box nicht schon verkauft hätte, könnte ich dir nun ein gutes Angebot machen, aber habe ich kurz nach der Sichtung schon abgestoßen, weil das keine Serie ist, die ich mehrfach schauen werde.

    • mwj sagt:

      Kein Problem. Ich hab mir vorhin die DVD-Box bestellt. Die erste Einzelstaffel, die ich schon habe, werde ich an einen Freund verschenken.
      Streaming hat aber auch den Vorteil, dass man für wenig Geld viele Sachen ansehen kann ohne dass man hinterher eine DVD oder BluRay rumliegen hat. Bei manchen Filmen oder Serien hätte ich mir im Nachhinen betrachtet eben nicht den haptischen Datenträger gekauft.
      Dass langjährig verfügbare Sachen verschwinden ist natürlich doof. Das liegt daran, dass zur Zeit jeder Plimpelsender seinen eigenen Streamingdienst startet und man sich daher die (Rechte an) eigenen Produktionen zurückholt.
      Letzte Woche hab ich mir übrigens zwei aktuelle Filme auf DVD gekauft, weil die Leihgebühr oder der Kaufpreis des Streams bei Amazon mir etwas zu hoch ist.
      Das hat also alles Vor- und Nachteile.

      • bullion sagt:

        Hast du aus einem bestimmten Grund auf DVD und nicht Blu-ray gesetzt? Die Bildqualität ist da doch um einiges besser.

        Wenn mir etwas nicht gefallen hat oder, gerade bei Serien, eine zweite Sichtung unrealistisch ist, dann verkaufe ich einfach wieder. Oft ist das gar kein großes Draufzahlgeschäft und zu 90% kann ich mich auf meinen Geschmack eh verlassen.

      • mwj sagt:

        Eventuell möchte ich die Serie mit Freunden schauen, die keinen BluRay-Player haben. Ich kaufe mir aber auch vereinzelt BluRays, vor allem schöne Mediabooks.

      • bullion sagt:

        Ja, das macht Sinn.

  2. […] Beiträge der Woche After Midnight (2019) Fire (PoZar) (Kurzfilm) Penny Dreadful: bald NICHT mehr bei Netflix […]

  3. […] bereits in meinem kürzlichen Beitrag zum bevorstehenden Ende der Verfügbarkeit von Penny Dreadful auf Netflix und auch anderweitig angedeutet, war vermutlich das einzig wirkliche Problem mit der von John Logan […]

  4. […] baldige Verschwinden von Penny Dreadful aus dem Netflix-Angebot und den kürzlichen Deutschland-Start des unter Fans umstrittenen Spin-Offs Penny Dreadful: City of […]

  5. Puh, sehr mies. Ich habe sowas befürchtet als die Meldungen mehr wurden, dass zig Sender und Networks eigene Streamingdienste starten wollen. Aber an Penny Dreadful habe ich dabei nicht als erstes gedacht. Sie war auch in meinem Fall einer der Gründe, warum ich mich auf Netflix gestürzt habe und das überstürzte Absetzen oder viel mehr zu Ende skripten der Serie erschüttert mich … eigentlich jedes Mal, wenn ich darüber nachdenke!

    Sehr schade, dass sie auf dem roten N verschwindet 😦 Muss wohl auch nochmal darüber nachdenken mir die Box zu holen oder es wenigstens nochmal zu schauen

    • mwj sagt:

      Ist leider schon vom roten N verschwunden. Aber die komplette Serie gibt es günstig auf DVD oder Bluray. Meinen Rewatch parallel zum Spin-Off habe ich schon gestartet.

  6. […] Sonstiges Endlich wieder Kino! Penny Dreadful: bald NICHT mehr bei Netflix […]

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