Die Folterkammer des Dr. Fu Manchu

Er ist böse, er ist mächtig. Und er will IMMER NOCH die Weltherrschaft: Dr. Fu Manchu! Nach der misslungenen Sache mit dem alten Inka-Gift (siehe Der Todeskuss des Dr. Fu Manchu) hat der Finsterling einen neuen teuflischen Plan: er will die Ozeane vereisen, sollten die Weltmächte ihm nicht gehorchen! Vorhang auf für Die Folterkammer des Dr. Fu Manchu!

Neuer Schmu mit Fu Manchu

Nachdem Tele 5 vor einigen Tagen nicht nur Der Todeskuss des Dr. Fu Manchu sendete, sondern auch Die Folterkammer des Dr. Fu Manchu, den fünften und letzten Teil der von Harry Alan Towers produzierten Filmreihe mit Christopher Lee (frei nach Romanen von Sax Rohmer), konnte ich dem Bann des asiatischen Superschurken erneut nicht widerstehen. Was soll ich sagen? Etwa, dass ich hinterher recht schlitzige Augen hatte?

Dr. Fu Manchu (Christopher Lee) will die uneingeschränkte Weltherrschaft! Um sein Ziel zu erreichen erpresst er die Regierungen der Großmächte. Sollten diese nicht innerhalb von zwei Wochen seinen Forderungen nachgeben droht Fu Manchu die Ozeane der Erde dank einer neuen Erfindung zu vereisen. Mit dieser hat der Bösewicht bereits ein schweres Schiffsunglück in der Karibik ausgelöst. Scotland Yard beauftragt seinen besten Mann, Nayland Smith (Richard Greene), die teuflischen Machenschaften Fu Manchus zu stoppen. Smith und sein Assistent Dr. Petrie (Howard Marion-Crawford) reisen in die Türkei, wo sie das Versteck des Superschurken zurecht vermuten. Fu Manchu benötigt zur Durchführung seines Plans allerdings nicht nur die Opiumvorräte Anatoliens, sondern auch die Expertise des gefangenen Wissenschaftlers Professor Henderson (Gustavo Re). Doch dieser ist schwer herzkrank und hat nur noch wenige Tage zu leben. Daher entführt Lin Tan (Tsai Chin), Fu Manchus Tochter, die Herzspezialisten Dr. Kessler (Günther Stoll) und Dr. Koch (Maria Perschy). Auch der Gangsterboss Omar Pascha (Jose Manuel Martin) und seine Tochter Lisa (Rosalba Neri) sind in die ganze Sache verwickelt…

Bei Der Todeskuss des Dr. Fu Manchu fand ich den Trailer besser als den Film an sich. Beim vorliegenden Nachfolger habe ich mir die Vorschau gespart und mich gleich in die seichten Fahrwasser dieses überaus lahmen Eurotrash-Streifens gestürzt. „Folterkammer“ wäre vermutlich gerne eine coole Lightversion von James Bond – Liebesgrüße aus Moskau, entpuppt sich aber als (erneut) hirnlos zusammenschnippelte Nullnummer, die weder als Agententhriller, Actionkracher noch als Katastrophenfilm auch nur annähernd funktioniert. Da werden einfach beliebte Motive zusammengeklaut (etwa das Duo Nayland Smith/Dr. Petrie als Sherlock Holmes und Dr. Watson für ganz Arme; für die Angelszene mit Dr. Petrie bitte schleunigst 5.000 Euro in die Schlechte-Wortwitz-Kasse zahlen!) und mit austauschbaren Plotpoints vermischt. Mit einer halbwegs ordentlichen Inszenierung wäre das ja nicht so schlimm, aber wie im Vorgänger wird die ganze Handlung unfassbar lahm und leblos runtergespult. Zwar hatte ich durch die ganz nett eingefangenen Locations in Spanien und der Türkei anfangs den Eindruck, dass „Folterkammer“ besser gelungen sein könnte als „Todeskuss“, aber nach Ende der Sichtung muss ich diese Meinung klar widerrufen. Die zweite Hälfte des Films spielt passenderweise überwiegend im Dunkeln, damit man die billigen Kulissen nicht so gut sieht. Dennoch bleibt nur allzu deutlich erkennbar wie miserabel die Kampfszenen choreographiert und abgedreht wurden. Eie Horde Grundschüler hätte das möglicherweise besser hingekriegt.

Um diese Machwerk besser genießen zu können empfehle ich folgendes Trinkspiel: jedes Mal wenn der Name der Titelfigur genannt wird einen kippen. Wer eher wenig Alkohol verträgt dürfte schon nach zehn Minuten blau sein. Das macht aber überhaupt nichts! Im Gegenteil. Ich gehe jetzt finstere Gesichtsausdrücke vor dem Spiegel einüben.

Die Folterkammer des Dr. Fu Manchu
Action/Abenteuer Deutschland, Italien, Spanien, UK 1969. FSK 12. 81 Minuten (gekürzte deutsche Fassung, PAL-DVD). Mit: Christopher Lee, Richard Greene, Tsai Chin, Günther Stoll, Maria Perschy, Howard Marion-Crawford, Rosalba Neri, José Manuel Martin, Gustavo Re u.v.a. Nach Motiven von Sax Rohmer. Drehbuch: Harry Alan Towers alias Peter Welbeck und Manfred Barthel. Regie: Jess Franco.

 


Credits
Bilder (c) Kinowelt.

3 Responses to Die Folterkammer des Dr. Fu Manchu

  1. […] Beiträge der Woche What did Jack Do? (Kurzfilm) Der Todeskuss des Dr. Fu Manchu Die Folterkammer des Dr. Fu Manchu […]

  2. Stepnwolf sagt:

    Es war also eher eine Folter die Folterkammer zu schauen, scheint mir… 😉

  3. […] Der Todeskuss des Dr. Fu Manchu Die Folterkammer des Dr. Fu Manchu Stonehenge Apocalypse Tod auf dem Nil (1978) […]

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