Megaforce (Kurzkritik)

Die heiße Jahreszeit scheint noch nicht vorbei. Von daher wird es wieder einmal Zeit für einen seichten Sommerfilm, nämlich Megaforce, ein ganz und gar nicht billiger, aber krachend gefloppter Scifi-Actioner aus den frühen 1980ern.

Motorräder, Raketen und Daumenküsse

In nicht allzu ferner Zukunft kämpft die geheime Elitetruppe Megaforce unter Commander Ace Hunter (Barry Bostwick) für die gerechte Sache. Als der Warlord Duke Guerrera (Henry Silva) einen benachbarten Wüstenstaat angreift wenden sich die Diplomatentochter Zara (Persis Khambatta) und US-General Byrne-White (Edward Mulhare) an Hunter und seine Einheit. Vom geheimen Stützpunkt aus hat der Megaforce-Kommandant bereits einen Plan ausgeheckt, um Guerreras Panzergarnison zu besiegen. Doch Guerrera ist ein alter Weggefährte Hunters und daher nicht zu unterschätzen…

Erst durch eine Episode der Webvideo-Reihe Geschmaxxxploitation erfuhr ich überhaupt von der Existenz von Megaforce. Auf dem Papier klingt die Story wie die Prämisse einer Space-Western-Zeichentrickserie der 1980er, die gut ins Fahrwasser von Adventures of the Galaxy Rangers (1986-1989) oder Saber Rider and the Star Sheriffs (1987/88) passen würde. Tatsächlich gehört der Streifen eher in die Endzeit-Motorradfilm-Ecke à la Mad Max (1979). Bei einem seinerzeit mehr als üppigen Budget von 20 Millionen Dollar floppte der Film von Hal Needham (Ex-Stuntman und Regisseur von PS-starken Werken wie Ein ausgekochtes Schlitzohr und Auf dem Highway ist die Hölle los) und spielte lediglich 5,7 Millionen wieder ein. Die Null-Prozent-Wertung bei Rotten Tomatoes halte ich allerdings für recht überzogen. Wo das viele Geld hingeflossen ist, zeigen die mehr als solide inszenierten Motorrad-Szenen mit aufwändig hergestellten Fahrzeugen und die farbenfrohen Wüstenpanoramen sowie das futuristische Setdesign des geheimen Hauptquartiers. Daneben gehört eigentlich nur das Pendeln zwischen absichtlicher Ironie und unfreiwilliger Komik zu den Stärken des Streifens. Dummerweise vergeht fast der halbe Film bevor die Action überhaupt losgeht und als die ganze Chose richtig ins Rollen (haha!) gerät sind wir auch schon am Ende angelangt. Dabei hat Megaforce in Person von Barry Bostwick (The Rocky Horror Picture Show) als Hunter (nur echt mit hautengem Overall, monströser Haartolle und hellblauem Stirnband!), Michael Beck (Xanadu) als dessen Kumpel Dallas, Persis Khambatta (Star Trek – Der Film) als Quotenfrau und Edward Mulhare (Knight Rider) in der Rolle des Generals durchaus eine illustre Besetzung zu bieten.
Fazit: Leider geht der Daumen nach dem Daumenkuss eher nach unten.

Megaforce ist hierzulande auf DVD erhältlich und als Stream bei Amazon Prime abrufbar.

 

Megaforce
Science-Fiction/Actionfilm USA, Hongkong 1982. FSK 16. 94 Minuten (PAL-DVD). Mit: Barry Bostwick, Michael Beck, Persis Khambatta, Edward Mulhare, Henry Silva u.v.a. Regie: Hal Needham.

Credits
Bilder (c) Al!VE.

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4 Responses to Megaforce (Kurzkritik)

  1. TomHorn sagt:

    Das ist so geil, wenn Bostwick und Silva sich begegnen…

  2. […] der Woche Once Upon a Time in Hollywood Megaforce […]

  3. […] Once Upon A Time in Hollywood Being David Hasselhoff (TV-Doku) (Kurzkritik) Megaforce (Kurzkritik) The Rocky Horror Picture […]

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