Game of Thrones: 8×03 – Recap

Weniger als 48 Stunden nach dem gelungenen Avengers: Endgame stürzte ich mich in ein weiteres episches Highlight, die Schlacht zwischen Lebenden und Toten…

Es folgt die Spoiler-Warnungs-Mauer!

 

5 Wochen (d.h. 55 Tage) Drehzeit, 78 (bei PAL-Beschleunigung) spannende und dramatische Minuten. Mit The Long Night bietet Game of Thrones zum wiederholten Male eine überaus stark inszenierte Schlacht, die ihresgleichen sucht. Doch insgesamt bin ich nicht ganz zufrieden mit der Folge.

In meiner Rezension zur siebten Staffel aus dem Dezember 2017 sowie vor dem Start der achten Staffel äußerte ich den Verdacht, dass die Serie (zum Teil einfach aus Zeitgründen) auf banale Art zu Ende geführt wird. Der Verlauf von The Long Night bestätigt mich darin leider.

Dabei machen die Serienschöpfer, Showrunner und Drehbuchautoren David Benioff und D.B. Weiss aka David & Dan hier vieles richtig. Es war irgendwie ziemlich klar, dass Melisandre zurückkehren würde. Als jemand der grundsätzlich die Darsteller-Credits im Vorspann aufmerksam verfolgt blieb mir die Nennung von Carice van Houten natürlich nicht verborgen. Doch anstatt sie als effektheischende „Dea ex Machina“ zu verheizen (pun intended), fungiert die rote Priesterin hier eher als eine Art Mentorin, sorgt für feurige Schwerter bei den Dothraki und ermöglicht mit dem Entzünden der Befestigungsanlagen vielen die Flucht hinter die Mauern Winterfells. Der verängstigten Arya gibt Melisandre den entscheidenden „Hinweis“, aber dazu später mehr.

Die ganze Szenerie ist denkbar unübersichtlich, die titelgebende lange Nacht teilweise so düster, dass ich die Farbeinstellungen meines Fernsehers mehrfach korrigierte. Das mag zwar etwas unschön für den Zuschauer sein, macht die ganze Angelegenheit aber dafür authentischer. Schließlich bereiten die eisigen Winde und der fiese Nebel den Helden auch mehr als große Probleme. Vor allem durch den Wind wird es schwierig, Feuer am Laufen zu halten. Drachenfliegen wird auch nicht leichtgemacht. Über die gesamte Laufzeit der Episode wird eine beklemmende Spannung und teilweise auch schaurige Stille aufrecht erhalten. Die spärlichen Dialoge passen fast auf einen Bierdeckel. Während der Schlacht geht auch fast alles schief, was nur schiefgehen kann. Sämtliche Taktiken und Kniffe erweisen sich mit der Zeit als nutzlos, siehe die entflammten Begrenzungszäune. Da opfern sich ein paar Untote und schon wird das Hindernis durchbrochen. Und Drachenfeuer sorgt beim Night King nur für ein müdes Lächeln. Das ganze Kampfgetümmel mit starker Survival-Horror-Note wurde von Regisseur Miguel Sapochnik (der u.a. die Episoden Hardhome und Battle of the Bastards inszenierte) und der gigantischen, nimmermüden Crew wirklich hervorragend gestemmt.

Bei der inhaltlichem Umsetzung fehlt es meiner Ansicht nach aber an Konsequenz. Die Totenarmee überrennt die Truppen der Lebenden, halb Winterfell wird, unter anderem vom Eisdrachen Viserion, zerlegt und doch sterben vergleichsweise wenige Figuren. Ich bin alles andere als blutrünstig, aber würde man diesen Ausgang auf die Rote Hochzeit übertragen so hätten Robb Stark und seine Ehefrau Talisa überlebt. Außerdem wäre Catelyn Stark zwar draufgegangen, hätte aber noch Walder Frey und ein paar seiner Söhne mitgenommen. Das geht dann wieder alles etwas zu sehr in Richtung „Hollywood-Kitsch“.

Dramaturgisch hätte es mehr Sinn gemacht, die Handlung auf zwei Folgen aufzuteilen. Der Night King steht vor Bran, zückt seine Waffe. Dann erstmal Ende und ein gnadenloser Cliffhanger bis zur nächsten Episode. Dass am Ende ausgerechnet Arya den König der White Walker auslöscht habe ich ehrlich gesagt nicht kommen sehen. Fuck prophecy denken sich die Serienautoren wohl. Oder sollen wir jetzt ausgiebig darüber diskutieren wer Azor Ahai/the Prince(ss) that was promised und wer/was Lightbringer darstellt? Dafür gibt es die Romane (in denen es übrigens keinen Night King gibt), die Serie scheint nicht mehr für wirklich unerwartete, kreative Lösungen zuständig. Etwas enttäuschend empfand ich auch die ansonsten wirklich hervorragende Musik von Ramin Djawadi. Selbst in den anderen großen Schlachten der Show gelangen dem iranisch-deutschen Komponisten eine packende musikalische Untermalung. Aber davon war in The Long Night nicht mehr so viel übrig. Lediglich das mit sanften Streichern interpretierte „Lord of Light“-Thema bei Melisandres poetisch-eisigem Ableben ist mir positiv in Erinnerung geblieben.

Ich halte mich weiterhin von Spoilern fern und hoffe sehr, dass mich die letzten drei Folgen positiv überraschen, ähnlich wie es die ersten beiden Episoden der achten Staffel schafften.

The night is dark and full of terrors. Not anymore.

Werbeanzeigen

2 Responses to Game of Thrones: 8×03 – Recap

  1. […] alias D&D sowie inszeniert von Schlachtenspezialist Miguel Sapochnik (Battle of the Bastards, The Long Night). Oder anders gesagt ein überraschend einseitiges Duell zweier „Mad […]

  2. […] Abstecher nach Dubrovnik (Kroatien) und Sevilla (Spanien). Nicht nur die elf Wochen Nachtdrehs für die Folge The Long Night waren eine enorme Herausforderung für Cast und Crew, die komplette Produktion entpuppte sich als […]

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.

Bette Davis left the bookshop

Bücher, Filme und viel mehr

VERfilmt&ZERlesen

Wo Kafka und Kubrick sich treffen

Schreiben als Hobby

Aus den Aufzeichnungen der Skáldkonur: Wo Worte sich zu Texten fügen, ist es Zeit für den Barden seine Geschichten zu erzählen.

11ersfilmkritiken

Herzlich willkommen auf meinem Filmblog

Weltending.

Buch. Musik. Film. Serie. Spiel. Ding.

Adoring Audience

Kritiken zu Filmen, Serien und Theater

Parkwelten - Freizeitparks, Kirmes & Co

Parkwelten - Freizeitparks, Kirmes & Co

Remember it for later

Filme sehen und erinnern

Blaupause7

die Pause zur blauen Stunde

The Home of Horn

What i like, what i don't. Short Reviews, Top-Lists, Interests.

Sneakfilm - Kino mal anders

Kino…DVD…Blu-ray…und mehr!

Trallafittibooks

Roguish. Nerdy. Redhead.

Gina Dieu Armstark

Passion of Arts

Filmexe - Blog über Filme und Serien

Filme und Serien werden bei uns besprochen, in Form von Kritiken und auch einem Podcast. Jede Woche gibt es zwei Filmkritiken zu Filmen die gerade im Kino laufen oder auch schon länger draußen sind, der Filmpodcast heißt Filmexe Podcast.

Miss Booleana

says "Hello World!"

Cinematographic Tides

Filmische Gezeiten / Filmbesprechungen nach Wetter- und Stimmungslage / Klönschnack inbegriffen

What's Best in Life?

Ein Popkultur-Buchclub für Nerds

Hurzfilm

Ist das Filmkunst oder kann das weg?

Marcel Michaelsen

Selbsternannter Schriftsteller

Trivial

Friedl Von Grimm - fast eklig polygam

flightattendantlovesmovies

Die Flugbegleiterin, die gerne gute Filme und Serien guckt und darüber schreibt.

28 Books Later

Schundliteratur und anderer Unfug

neuesvomschreibtisch

You're gonna be fine.

ergothek

Der Blog mit dem DeLorean

Filmschrott

Schlechte Filme von Mainstream bis Trash. Die Lücke ist kleiner als man denkt.

The Televisioner

Ein subjektives Blog über Serien, Filme und anderen Popkultur-Kram

Singende Lehrerin

Tagebuch einer singenden, film-, serien- und theaterverrückten Lehrerin

Xanders Blog

Ein Blog über Filme, Fernsehen, Games, Bücher, Comics und sowas.

Wortman

Willkommen in den WortWelteN

moviescape.blog

Texte über Filme, Serien, Popkultur, Laufen und das Vatersein.

%d Bloggern gefällt das: