Masters Of The Universe (1987) (Kurzkritik)

Verlassen wir zur Abwechslung beim Kurzkritiken-Sommer 2018 heute mal die australische Parallelwelt und begeben uns stattdessen nach Eternia. Allerdings bekämpfen He-Man und Co in der Realverfilmung von Masters Of The Universe ihre Widersacher nicht nur dort, sondern auch auf einem primitiven blauen Planeten…

Mit Synthie-Sounds durch Raum und Zeit

Düstere Zeiten auf Eternia. Finsterling Skeletor (Frank Langella) hat fast den ganzen Planeten erobert und die mächtige Zauberin von Grayskull (Christina Pickles) in seiner Gewalt. Nicht mehr lange und der Bösewicht wird auch die Macht des magischen Schlosses erhalten. Die letzten Widerstandskämpfer, He-Man (Dolph Lundgren) sowie Palastwächter Duncan alias Man-At-Arms (Jon Cypher) und dessen Tochter Teela (Chelsea Fields) finden beim magisch begabten Zwerg Gwildor (Billa Barty) kurzfristig Unterschlupf. Dieser hat einen kosmischen Schlüssel entwickelt, der dem ungleichen Quartett die Flucht von Eternia ermöglicht. Auf dem Trip zur Erde geht den Helden allerdings der Schlüssel abhanden. Ausgerechnet der Highschool-Musiker Kevin (Robert Duncan McNeill) und seine Freundin Julie (Courteney Cox) finden das geheimnisvolle Gerät, welches sie für einen japanischen Synthesizer halten. Skeletor schickt unterdessen seinen Trupp furchterregender Söldner auf die Erde, um den kosmischen Schlüssel zu finden, und He-Man gefangen zu nehmen. Mit der Versklavung des strahlenden Helden will der Tyrann endgültig den Widerstand des Volkes von Eternia brechen…

Groß muss die Enttäuschung für die Fans vor dreißig Jahren gewesen sein, da sich die Verfilmung der gleichnamigen Spielzeug-Figuren- und Zeichentrick-Serie (1983-1985) vergleichsweise weit von der „Vorlage“ entfernt. Sicherlich schöpft der Film von Gary Goddard (Miterfinder/Co-Autor der Scifi-Show Captain Power) das Potenzial des Stoffes nicht vollumfänglich aus. Ich persönlich hätte mir eine Adaption im Stile der grellbunten Camp-Orgie Flash Gordon (1980) mit Sam J. Jones oder Miles O’Keefe (Camelot – Der Fluch des Goldenen Schwertes, Ator der Unbesiegbare) als He-Man gewünscht. Dennoch bietet die Spielfilm-Version von Masters Of The Universe kurzweilige Unterhaltung, bei welcher die Effekte aus heutiger Sicht auch noch mehr als ordentlich wirken. Zweifelsohne sind die Kampfszene eher behäbig inszeniert und einzelne Elemente erinnern frappierend an Star Wars (Skeletors Armee!). Dass die nicht unbedingt sinnvolle, aber nicht völlig behämmerte Story überwiegend auf der Erde und nicht auf Eternia ­- immerhin war ein großes, optisch ansprechendes Grayskull-Set drin ­- spielt, spricht ebenfalls nicht unbedingt für den Film. Mit dem Casting des Charakterdarstellers Frank Langella (Dracula von 1979, Frost/Nixon) als Skeletor, der seine Dialogzeilen genüsslich auskostet, gelang es die schauspielerischen Mängel von Dolph „He-Man“ Lundgren auszugleichen. Daneben agieren unter anderem die späteren Serienstars Courteney Cox (Friends) und Robert Duncan McNeill (Star Trek: Raumschiff Voyager) als junges Paar, das unvermittelt in den Kampf um Eternia gerät. Seit gut zehn Jahren geistern übrigens Pläne für ein Reboot des Stoffes durch Hollywood. Nachdem zuletzt David S. Goyer (Dark Knight-Trilogie) und Explosionsguru McG (glücklicherweise) absprangen wurden die Brüder Adam und Aaron Nee (Band Of Robbers) als Regisseure engagiert und ein Kinostart für Dezember 2019 anberaumt.

Masters Of The Universe
Fantasy/Science-Fiction USA 1987. FSK 12. 101 Minuten (PAL-DVD). Mit: Dolph Lundgren, Frank Langella, Billy Barty, Courteney Cox, Jon Cypher, Chelsea Fields, Meg Foster, Robert Duncan McNeill, Christina Pickles, James Tolkan u.a. Regie: Gary Goddard. Drehbuch: David Odell. Nach der Spielzeugreihe von Mattel und der Zeichentrickserie von Filmation.

Credits:
Bilder (c) Winkler Film/Alive.

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6 Responses to Masters Of The Universe (1987) (Kurzkritik)

  1. bullion sagt:

    Den Film fand ich als Kind ganz toll. War damals genau im richtigen Alter dafür. Leider ist die Blu-ray immer noch so teuer, sonst hätte ich mir den längst schon einmal zugelegt. Deine Besprechung motiviert mich nun noch mehr… 🙂

  2. Filmschrott sagt:

    Wenn man sich von dem Gedanken der Vorlage trennt, macht der wirklich Spaß auf trashige Weise. Auch wenn er sich in der Mitte etwas zieht. Meine Highlights sind ganz klar James Tolkan, der mit einer Shotgun in Grayskull rumballert, und das unfassbare Gold-Kostüm von Maya-Gott Skeletor am Ende. Herrlicher Schwachsinn.

  3. Gnislew sagt:

    In diesem Zusammenhang empfehle ich dir die entsprechende He-Man Folge der Netflix-Doku-Reihe „The Toys that made us“.

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