Nydenion – Krieg der Kolonien (Kurzkritik)

Ein kleiner SF-Streifen aus deutschen Landen, aus dem filmischen Phantastik-Ödland? Nimmermüde Genrefans aus Hessen haben sich an diese Herkulesaufgabe gewagt. Das Ergebnis: Nydenion – Krieg der Kolonien.

Von Genrefans für Genrefans

In ferner Zukunft. Seit über 50 Jahren herrscht Krieg im Weltall zwischen dem Sykon-Imperium und der Föderation Freier Welten. Unzählige Menschen haben bereits ihr Leben verloren. Um die Botschafterin Cynthia Perkins (Annette Schmiedel) zu Friedensverhandlungen an einem geheimen Ort zu bringen wird der ehemalige Geschwader-Pilot Rick Walker (Jack Moik), der sich mittlerweile als privater Weltraumchaffeur verdient, engagiert. Auf dem Weg dorthin werden Walker und Perkins jedoch von Kampffliegern der eigenen Streitkräfte angegriffen und müssen auf einem entlegenen Planeten notlanden. Hinter der heimtückischen Attacke steckt eine Verschwörung innerhalb des Imperialen Senats gegen einen möglichen Frieden…

Unermüdlich arbeiteten eine Gruppe hessischer Scifi-Fans (Modellbauer, Media-Studenten und andere Enthusiasten) um Regisseur/Hauptdarsteller Jack Moik (vermutlich nicht verwandt mit Karl Moik) zwischen 12 und 15 Jahre an diesem in zähester Unabhängigkeit entstandenen Werk, von dem ersten Drehbuch in den späten 1990er, den Dreharbeiten (zwischen 2001 und 2005) bis zur Veröffentlichung im Jahre 2011. Die ganze Produktionsphase von Nydenion war von personellen Wechseln sowie anderen immer neuen Rückschlägen geprägt. Durch Filmförderung konnte das Projekt fertiggestellt werden. Vor allem für einen Low-Budget-Streifen überzeugen die Weltraumszenen bzw. Effektsequenzen, erzeugt durch Kombination von Modellen und CGI, überwiegend. Das lässt sich leider nicht vom Rest des Films behaupten. Die Mixtur bekannter Motive und Elemente aus Genre-Vertretern wie Star Wars, Kampfstern Galactica, Babylon 5 und Starship Troopers gefällt, aber inhaltlich bleibt viel Potenzial liegen. Warum sich z.B. die beteiligten Parteien überhaupt bekriegen wird nicht näher erwähnt. Eine Ausarbeitung der wichtigsten Figuren hat man leider auch nicht geschafft. Den Tiefpunkt bilden die völlig abgedroschenen Dialoge, die mir als Zuschauer schon früh ziemlich auf die Nerven gingen. Bewundernswert finde ich sicherlich das Durchhaltevermögen und den Enthusiasmus mit welchen Jack Moik (der als Seele von Nydenion auch an Drehbuch, Produktion, Kamera, Schnitt, Kostümen, Musik und natürlich den visuellen Effekten maßgeblich beteiligt war sowie bei Filmen wie Mein Kampf und Bulb Fiction mitwirkte) und sein Team ihr Herzensprojekt gestemmt haben.

Nydenion – Krieg der Kolonien ist seit November 2011 auf DVD und BluRay erhältlich.

Nydenion – Krieg der Kolonien
Science-Fiction-Film Deutschland 2011. FSK 12. 90 Minuten. Mit: Jack Moik, Annette Schmiedel, Marcos Kouteles, Andreas Arens, Marcus Grebe, Richard von Weyden, Stephanie Dal Canton u.a. Regie: Jack Moik. Drehbuch: Jack Moik, Marcus Grebe, Alexander Roeder.

Bild (c) NewKSM.

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One Response to Nydenion – Krieg der Kolonien (Kurzkritik)

  1. […] Runner 2049 Mord im Orientexpress (1974) Thor (Kurzkritik) Thor: The Dark Kingdom (Kurzkritik) Nydenion – Krieg der Kolonien […]

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