Maleficent: Die dunkle Fee (Kurzkritik)

Zu Ostern noch schnell die Free-TV-Premiere eines Blockbuster mitnehmen? Deshalb sah ich Disneys eigene Dornröschen-Variante Maleficent, mit Medienikone Angelina Jolie in ihrem Nebenberuf.

Das Königreich der Menschen und die benachbarten More, wo Feen und unzählige andere Fabelwesen leben, sind verfeindet. Fernab der Feindseligkeiten lernen sich das geflügelte Feenmädchen Maleficent und der Waisenjunge Stefan kennen und werden Freunde. Dank seines grenzenloses Ehrgeizes steigt Stefan als Erwachsener (Sharlto Copley) schnell bei Hofe auf. Als er Maleficent (Angelina Jolie) verrät und ihr die Flügel abtrennt wird Stefan König. Die verstümmelte Fee schwört Rache und verflucht Stefans Tochter Aurora in der Wiege. An ihrem 16. Geburtstag wird die Prinzessin (Elle Fanning) sich an einer Spindel stechen und in einen todesähnlichen Schlaf fallen, so der Fluch…

Während es bei der dieses Jahr veröffentlichten Version von Die Schöne und das Biest bis auf die Umwandlung von Zeichentrick- zu Realfilm keinerlei kreative Gründe für einen Neuaufguss gab, so erscheint dies bei Disneys Maleficent auf den ersten Blick anders. Im Vergleich zu Dornröschen von 1959 wird hier nämlich die Perspektive geändert und die Geschichte aus der Sicht der titelgebenden „bösen“ Fee erzählt. Doch leider macht der Film viel zu wenig aus dieser Prämisse. Dramaturgisch äußerst ungelenk und holprig werden die bekannten Märchen-Motive inklusive dem üblichen Disney-Kitsch zu einer oberflächlichen Alternativversion verändert. Darüberhinaus liefert Oscar-Preisträger und Regiedebütant Robert Stromberg (Effektspezialist u.a. für Avatar und Alice im Wunderland von 2010) ein überbordendes, künstlich-seelenloses Effekte-Spektakel. Neben der halbgaren Story sind die Macher von Maleficent auch bei der technischen Umsetzung inkonsequent. Denn wozu Schauspieler in ausdruckslosen Rollen verschwenden, wenn man das ganze gleich als hundertprozentigen CGI-Animationsfilm realisieren kann? Doch beim großen Mickey-Maus-Konzern wird man in den nächsten Jahren die kreative Einfallosigkeit bis zur Verblödung treiben und 18 (!) weitere Zeichentrickfilme aus eigener Produktion als Live-Action-Versionen umsetzen. Da hilft beim besten Willen auch keine gute Fee mehr.

Maleficent: Die Dunkle Fee (Maleficent)
Fantasyfilm USA 2014. FSK 6. 93 Minuten (gekürzte Fassung, PAL-DVD). Mit: Angelina Jolie, Sharlto Copley, Elle Fanning, Sam Riley, Lesley Manville, Imelda Staunton, Juno Temple u.a. Regie: Robert Stromberg. Drehbuch: Linda Woolverton.

Bild (c) Disney.

3 Responses to Maleficent: Die dunkle Fee (Kurzkritik)

  1. […] Termine erledigt und ich konnte noch Filme aus dem (spät-)österlichen TV-Programm mitnehmen: Maleficent, Guardians Of The Galaxy und Lazer […]

  2. […] Guardians Of The Galaxy Vol. 2 Guardians Of The Galaxy (Kurzkritik) Lazer Team (Kurzkritik) Maleficent – Die Dunkle Fee (Kurzkritik) Tatort: Am Ende geht man nackt […]

  3. […] Das Geheimnis von Kells Guardians Of The Galaxy Hercules (2014) The Legend Of Hercules The Loft Maleficent: Die dunkle Fee Mord im Orientexpress (1974) Nocturnal Animals Nydenion – Krieg der Kolonien Pixels Star Crash 2 […]

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