Coffee and Cigarettes (Kurzkritik)

27. Februar 2017

In seinem achten Spielfilm widmet sich der amerikanische Indie-Regisseur Jim Jarmusch den beiden (vielleicht) liebsten Genussmitteln überhaupt.

coffee-and-cigarettes_dvdDurch seine letzten beiden Filme, Only Lovers Left Alive (2013) und Paterson (2016) wurde ich auf den Filmemacher Jim Jarmusch besonders aufmerksam. Auch wenn ich selbst nur einem der beiden im Titel genannten „Laster“ fröne, so war es nur eine Frage der Zeit, bis die Koffein-und-Nikotin-Collage konsumiert werden musste.

Zwei oder mehr Leute treffen sich bei ein paar Tassen Kaffee und Zigaretten. Es wird geplaudert, über Gott und die Welt, die Folgen von übermäßigem Koffein- und Nikotin-Konsum, gesunde Ernährung, Starrummel und vieles mehr. So kommt es zu den unterschiedlichsten Begegnungen der kuriosen und komischen Art. Da treffen Joie Susannah Lee und Cinqué Lee (Geschwister des Regisseurs Spike Lee) als Zwillinge auf einen etwas aufdringlichen Kellner (Steve Buscemi), der ihnen die Geschichte von Elvis Presleys bösem Zwillingsbruder zum Besten gibt. Die Kultmusiker Iggy Pop und Tom Waits feiern ihre Nikotin-Abstinenz mit einer Zigarette. Alfred Molina offenbart seinem Schauspielkollegen Steve Coogan freudestrahlend, dass die beiden über 50 Ecken miteinander verwandt sind, was letzteren sogar nicht beeindruckt. Cate Blanchett trifft in einer Doppelrolle auf ihre eigene (fiktive) Cousine, die ihr sogar nicht ähnelt. Zwei Rapper diskutieren mit Kellner Billy Murray seine Suchtprobleme.

Schwarzer Kaffee, weiße Glimmstengel, dazu ein durchgehendes Schwarzweiß-Muster auf Bodenfliesen und Tischdeko und nicht zu vergessen: die Bilder sind auch nur zweifarbig. Jim Jarmuschs optisch minimalistische Kurzfilm-Anthologie – die ersten drei Episoden entstanden bereits zwischen 1986 und 1993 – serviert elf kleine Personenkonstellationen um zwei der angesehensten Genussmittel, die zwischen vergnüglicher Banalität sowie hintersinnigem Tiefgang pendeln und dabei nicht selten mit den realen Personalien der Akteure spielen. Fürs Protokoll: ich persönliche trinke meinen Kaffee immer schwarz, mit Rohrzucker.

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7-10Coffee and Cigarettes
Episodenfilm USA 2003. FSK 12. OmU. 92 Minuten. Mit: Roberto Benigni, Stephen Wright, Joie Lee, Cinqué Lee, Steve Buscemi, Iggy Pop, Tom Waits, Alex Descas, Isaach De Bankolé, Cate Blanchett, Meg White, Jack White, Alfred Molina, Steve Coogan, GZA, RZA, Bill Murray u.a. Drehbuch und Regie: Jim Jarmusch.

Bilder (c) Arthaus/Kinowelt.

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Media Monday #296

27. Februar 2017

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Tri tra trullala! Herzlich willkommen zum 296. Media Monday, heute im Zeichen zweier Großevents…

1. Über die Ergebnisse der Oscar-Verleihungen dieses Jahr habe ich grade kurz gelesen. Leider hat La la Land wider Erwarten (meine Trauer ist grenzenlos) nicht den Oscar als bester Film gewonnen. Wie ich HIER lesen konnte, ist aber wohl ein ganzes Filmfranchise mit den drei Fortsetzungen Tinky Winky Land, Dipsy Land und Po Land geplant. Der letzte Teil spielt natürlich in Osteuropa.

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2. Wohingegen nun am Rosenmontag ich meinen freien Tag nutzen werde, um Kräfte für den halben Arbeitstag am Faschingsdienstag und die restliche Arbeitswoche zu sammeln.

3. Wenn jemand einen Preis verdient hätte, dann jene unzähligen unabhängigen Filmemacher, die ohne große Studiounterstützung und viel Geld es dennoch schaffen, ihrer Arbeit nachzugehen und ihre Filme zum Publikum zu bringen.

4. Vielleicht nicht unbedingt mein liebstes Kostüm, spiegelt ____ doch zumindest eines meiner favorisierten Film- oder Serien-Genres wider, immerhin. Mir fällt jetzt auf Anhieb kein besonderes Kostüm ein, aber unabhängig von Genre oder Stilrichtung gibt es überall viele interessante, eindrucksvolle und kuriose Kostüme. Auch wenn ich mich nur ab und zu an Fasching ein wenig verkleide, so bewundere ich die Mühe und Zeit, die Cosplayer und andere Kostümierte in ihre Verkleidung stecken. Kommendes Wochenende werde ich das erste Mal auf einer (wenn auch privaten) Comic Con sein.

5. Dieser ganze Hype und das Trara um die Oscars, die ja an sich nur Filmpreise aus der engen Sichtweise einer Region (Nordamerika) sind und dabei seltenst über den Tellerrand hinaus schauen, ist mir in den letzten Jahren zu viel geworden. Daher verfolge ich diesen Zirkus kaum noch, geschweige denn, dass ich mir wie 2002 bis 2012 die Nacht um die Ohren schlage, um die Verleihung anzusehen.

6. Ich persönlich bin ja damit relativ zufrieden dass sich viele Filmschaffenden in Hollywood gegen die Politik des Idioten im Weißen Haus aussprechen.

7. Zuletzt war ich auf der Hochzeit meines Cousins und das war sehr schön, weil das Ambiente stimmte, die Feierlichkeiten abwechslungsreich sowie unterhaltsam gestaltet wurden und man einige Verwandte wiedersehen konnte.

Für alle Faschingsmuffel hier noch ein kleiner Videoclip

 

 


Media Monday #295

20. Februar 2017

In großen Schritten nähert sich der wöchentliche Media Monday der 300-Ausgaben-Marke. Und die Faschingssaison dem Ende zu…

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Die vergangene Woche war ich zwar jetzt nicht so umtriebig, aber es war durchaus mit einer Wohnungsbegehung, der jährlichen Faschingsfeier im Büro und dem kurzen Beobachten einer Demo hier in der Provinz so Manches geboten.
In freudiger Erwartung des Soundtracks zur 2. und 3. Staffel von
Penny Dreadful (der am Donnerstag per Post kam) habe ich mir am Dienstagabend nach Jahren wieder die erste Folge der Showtime-Serie angesehen. Und ich muss sagen, ein fast perfekter Auftakt. Revolverheld Ethan Chandler wird im London des Jahres 1891 von der geheimnisvollen Vanessa Ives angeworben und gemeinsam mit dem früheren Abenteurer Sir Malcolm Murray mischt das Trio ein Vampirnest auf, denn Sir Malcolms Tochter Mina wurde von einer solchen Kreatur entführt. Die Leiche eines getöteten Blutsaugers untersucht Dr. Victor Frankenstein, der heimlich in seinem Dachboden Experimente durchführt…
Und nach gefühlten Ewigkeiten habe ich gestern endlich meine Besprechung der ersten Staffel von
The Crown fertiggeschrieben. Im November 2017 kommt ja vermutlich schon Runde zwei.

Doch nun zum eigentlichen Zweck der Veranstaltung: 7 Fragen, 7 Antworten.

1. Der Hype um die unterschiedlichsten Film-Fortsetzungen ist mir schlichtweg zu albern und überzogen.

2. Meine Vorliebe für eigenwillige, aber großartige Musik teilen im Freundes-/Bekanntenkreis nur die wenigsten, aber es gibt ja noch andere Themen. Platzdeckchen oder das Wetter z.B.

3. Blade Runner von Ridley Scott muss ich mir unbedingt beizeiten noch einmal ansehen, immerhin kommt im Oktober die Fortsetzung Blade Runner 2049 von Denis Villeneuve. Ausnahmen zu Frage 1 bestätigen die Regel.

4. Wenn es ums Binge Watchen geht bin ich jetzt nicht so fleißig wie andere.

5. Dass neben Legion eine weitere Serie aus dem X-Men-Universum in Vorbereitung ist hatte ich bis vor kurzem überhaupt nicht auf dem Schirm, jetzt allerdings habe ich davon gelesen.

6. Wenn in nicht einmal anderthalb Monaten DVB-T Geschichte sein wird gibt es dann DVB-U?

7. Zuletzt habe ich siehe Eingangstext und das war ____ , weil ____ .


Media Monday #294

13. Februar 2017

Die vergangene Woche herrschte bei mir Trägheit. Das hat sich natürlich negativ auf die Blog-Aktivität niedergeschlagen. Aber keine Bange, mich gibt es noch. Die letzten Tage waren medial auch sehr interessant…

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Zum einen mit der 67minütigen Pilotfolge von Legion, einer Serie von Noah Hawley (Fargo), die zum X-Men-Universum gehört und natürlich auf Comics basiert. Die erste Folge war jedoch sogar kein abgedroschener Comic-Käse, sondern ein im besten Sinne surrealer Trip in die Psyche eines Psychiatrie-Patienten (gespielt von Dan Stevens, bekannt aus Downton Abbey), der wohl nicht verrückt ist, sondern übersinnliche Fähigkeiten besitzt. Unwirkliche Kamerafahrten gepaart mit einer Art 1970er Ästhetik bei Kostümen und Ausstattung, wobei ständig zwischen verschiedenen Zeit- und Realitätsebenen virtuos hin- und hergesprungen wird. Schon lange habe ich keinen so ambitionierten und inszenatorisch stimmigen „Pilotfilm“ mehr gesehen. Hoffentlich können die restlichen sieben Folgen, die in den nächsten Wochen immer donnerstags auf dem FOX Channel laufen und danach bei Amazon abrufbar sind, das schwindelnd hohe Niveau halten.

Als zweites Highlight der Woche konnte ich hier in der provinziellen Provinz endlich eine gefühlte Ewigkeit nach dem Kinostart Nocturnal Animals sehen, passenderweise in einer Vorstellung die um 22:15 begann und nach Mitternacht endete. Tom Fords Film über eine unglückliche Kunstkuratorin (Amy Adams), die einen Roman von ihrem Ex-Mann (Jake Gyllenhaal) liest, dessen Handlung sich um eine tragische Geschichte zwischen Entführung, Mord und Rache dreht, ist sehr bildstark und wechselt immer wieder zwischen den beiden Erzählebenen (und einer dritten), vor allem durch krasse Match Cuts. Das Ende hat mich irritiert. Da muss ich mir noch meinen Reim daraus machen.

Doch genug der epischen Vorrede, nun zum eigentlichen Zweck dieses Beitrags, nämlich der Beantwortung der neuen Fragen des Media Monday.

1. Film gewordene Theaterstücke können funktionierten. Oft entstehen aus Theaterstücken überraschenderweise dialoglastige Filme.

2. Die Procedural-Krimiserie Bones war mir irgendwann einfach zu langweilig und festgefahren als das ich nach dem Beginn der 6. Staffel noch weiterschauen wollte.

3. Stolz kann ich behaupten, von Christopher Nolan alle Filme gesehen zu haben. Kein Wunder, schließlich sind seine Regie-Arbeiten fast ausnahmlos sehr gut bis genial.

4. Spider-Man wäre besser nur ein Comic-Buch geblieben, denn die Verfilmungen sind, finde ich, sehr durchwachsen.

5. Filme schaue ich mir ja überwiegend auf DVD, BluRay, als Streaming, im Kino und im Fernsehen an.

6. Lego-Batman schreckt mich allein schon dahingehend, dass ich diesen Ausverkauf der dänischen Steine in der Hollywood-Merchandising-Maschinerie unschön finde.

7. Zuletzt habe ich viel Interessantes gesehen, siehe Eingangstext und das war ____ , weil ____ .


Die 5 Besten am Donnerstag #30

2. Februar 2017

Das heutige Thema bei den „5 Besten am Donnerstag“, für welche Gorana aus der Ergothek verantwortlich zeichnet, passt für mich aus aktuellem Anlass besonders gut.

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Das Thema heute lautet

Die 5 besten Zeichentrickfilme

(entweder gezeichnet oder am Computer animiert, aber keine Stop-Motion-Filme)

(in chronologischer, nicht wertender Reihenfolge)

Asterix erobert Rom (1976)
Watership Down – Unten am Fluss (1978)
Perfect Blue (1997)
The Congress * (2013)
Die rote Schildkröte * (2016)


* Kritik vorhanden


Review(s) Januar 2017

1. Februar 2017

Der Januar stand bei mir (neben der „Umbuchung“ in ein neues Lebensjahr) im Zeichen von Muskelfilmen und primär des 43. Internationalen Filmwochenendes Würzburg. Serienbesprechungen gab es auch noch. Aber seht selbst:

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Kritiken und Artikel sind wie gewohnt verlinkt.

Filme
Ator – Der Unbesiegbare
Emelie (Kurzkritik)
The Legend Of Hercules
(Kurzkritik)

43. Internationales Filmwochenende Würzburg:
Cosmodrama
L’Etoile du jour
Die rote Schildkröte
Solange et les vivants

Serien
The Affair: Staffel 1
Robi Robi Robin Hood (Kurzkritik)

Sonstiges
Blogparade: 7 Bücher für 2017


passion of arts

Kunst, Photographie, Grafikdesign, Literatur, Filmkritiken, Lifestyle

Leuchttürme und Schattenplätze

Das Medienmädchenblog

Filmexe - Blog über Filme und Serien

Filme und Serien werden bei uns besprochen, in Form von Kritiken und auch einem Podcast. Jede Woche gibt es zwei Filmkritiken zu Filmen die gerade im Kino laufen oder auch schon länger draußen sind, der Filmpodcast heißt Filmexe Podcast.

Miss Booleana

says "Hello World!"

Cinematographic Tides

Filmische Gezeiten / Filmbesprechungen nach Wetter- und Stimmungslage / Klönschnack inbegriffen

What's Best in Life?

Ein Popkultur-Buchclub für Nerds

serialposting

Serien, Filme und TV

Hurzfilm

Ist das Filmkunst oder kann das weg?

Marcel Michaelsen

Selbsternannter Schriftsteller

Trivial

Friedl Von Grimm - fast eklig polygam

Xeledons Spiegel

"Aber was ist hinter dem Spiegel?" - "Nichts. Und alles."

flightattendantlovesmovies

Die Flugbegleiterin, die gerne gute Filme und Serien guckt und darüber schreibt.

Couchkartoffelchips

Macht jetzt bloß keinen Stress...

Motion Picture Maniacs

Filmblog - Reviews & Filmzitate!

24 Yards per Second

Filme. Football. Und so.

neuesvomschreibtisch

You're gonna be fine.

pieces of emotions

Bücherwurm, Serienfreak & hoffnungsvoller Schreiberling

ergothek

Der Blog mit dem DeLorean

Filmschrott

Schlechte Filme von Mainstream bis Trash. Die Lücke ist kleiner als man denkt.

The Televisioner

Ein subjektives Blog über Serien, Filme und anderen Popkultur-Kram

Singende Lehrerin

Tagebuch einer singenden, film- und serienverrückten Lehrerin

Xanders Blog

Ein Blog über Filme, Fernsehen, Games, Bücher, Comics und sowas.

Wortman

Willkommen in den WortWelteN

moviescape.blog

Texte über Filme, Serien, Popkultur, Laufen und das Vatersein.