Der geniale Serien-Montag (9)

29. Juni 2016

Mit der 9. und aller Voraussicht nach letzten Ausgabe des genialen Serien-Montags widme ich mich dem 6. Staffelfinale von Game Of Thrones, das es wahrlich in sich hatte. Selten war die letzte Folge einer Season so voller wichtiger und dramatischer Wendungen.

Serien-Montag_Cloud

 

Vorsicht, Spoiler zur Folge 6×10 von Game Of Thrones!!!

Game Of Thrones, 6×10 „The Winds Of Winter“

Drehbuch: David Benioff & D.B. Weiss. Regie: Miguel Sapochnik.

Damit ich nichts vergesse, ordne ich die einzelnen Handlungsstränge nach Ort, wie in den Zusammenfassungen der Episoden in der englischen Wikipedia.

WESTEROS

Im Norden

Jenseits der Mauer verabschiedet sich Onkel Benjen von seinem Neffen Bran, der ja nun der dreiäugige Rabe ist, und dessen Begleiterin Meera Reed. Als „Untoter“ kann der frühere Ranger der Nachtwache die Mauer nicht hinter sich lassen. Bran wendet sich dem Wehrholzbaum, der zufällig nebenan steht, zu und erlebt gemeinsam mit dem Zuschauer endlich die Komplettierung der „Tower Of Joy“-Vision! Ned (Robert Aramayo) findet seine Schwester Lyanna im Turm verblutend auf einem Bett, nebei ihr zwei Dienstmägde. Die sagenumwogene Stark-Lady wird von keiner Geringeren als Aisling Franciosi gespielt, die wir alle als „The Benedetto Girl“ aus der nordirischen Krimiserie The Fall kennen! Ich glaube im TV-Bereich sind GoT und letztgenannte Serie das Beste was den Schauspielern in Nordirland zuletzt passieren konnte. Während Lyanna sterbend danieder liegt, nimmt sie ihrem Bruder das Versprechen ab, sich um das Baby zu kümmern, das Nd gleich im Arm hält. Sie flüstert ihrem Bruder auch noch mehr zu. Das Baby öffnet seine Augen, die genauso dunkel sind wie die von Jon Snow. Zu jenem wird gleich übergeblendet.

Game Of Thrones_6x10_Promise Me 

„Promise me…“


Es wurde nicht ausdrücklich gesagt, aber nach der o.g. Szene haben wir ziemliche Gewissheit, dass R plus L gleich J ist. Erneut beweist Robert Aramayo, dass er die perfekte Besetzung für Ned Stark in den frühen Zwanzigern ist. Und Aisling Franciosi ist auch eine gute Wahl für Lyanna. Das macht Lust auf die höchst unwahrscheinliche Prequel-Miniserie „Robert’s Rebellion“, gemeinsam mit David Rintoul (siehe Brans Vision in Ep. 6×06) als irrem König Aerys Targaryen haben wir schon drei wichtige Darsteller gefunden. Außerdem noch Luke Roberts als Ser Arthur Dayne von der Königsgarde und Leo Woodruff als Howland Reed.

In Winterfell der Gegenwart gibt es eine Aussprache zwischen Jon (Starkaryen) und seiner Schwester Cousine Sansa, die sich dafür entschuldigt, dass sie Littlefinger und die Truppen aus dem Grünen Tal ohne Jons Wissen in der Hinterhand (pun intended) gehalten hat. Zusammenhalt ist gefragt, denn wie Sansa weiß, ist der Winter mit einer weißen österreichischen Eule gekommen. Sansa hat indes noch das Problem, dass Littlefinger vielleicht doch bald eine Art Gegenleistung für seine militärische Hilfe möchte. Doch für was eigentlich? Dass er sie aus einer Situation befreite, in welcher er sie selbst gebracht hat? Jedenfalls will der dauerplottende Emporkömmling nichts anderes als den Eisernen Thron und Sansa an seiner Seite. Let’s wait and see…

Davos konfrontiert in Anwesenheit von Jon Snow Melisandre mit deren Mord an der unschuldigen Prinzessin Shireen, die der Zwiebelritter wie sein eigenes Kind geliebt hat. Er verlangt die Hinrichtung der Roten Frau. Jon stellt sie zur Rede und verbannt sie aus dem Norden. Sollte Melisandre dort jemals wieder auftauchen, wird sie Davos persönlich hinrichten.

In der Großen Halle von Winterfell macht Jon den anwesenden Lords des Nordens klar, dass die wahre Bedrohung kein weiterer Bürgerkieg oder ähnliches darstellt, sondern dass sie in Person der White Walker und ihrer wachsenden Untotenarmee unterwegs ist. Nach anfänglichen Bedenken an der Seite von Wildlingen zu kämpfen reißt Lady Lyanna Mormont mit einer flammenden Rede für den „King Of The North“ das Ruder herum. Jon Snow ist zwar ein Bastard, aber das stört die Anwesenden nicht wirklich. „King Of The North!“ Als das letzte Mal ein Stark mit jenem Titel versehen wurde, ist er zwei Staffeln später auf hinterhältige Weise mit seiner halben Familie ermordet worden. Es läuft irgendwie verdächtig gut für die Starks. Nur Littlefinger steht fies grinsend in der Ecke.

Bei den Twins

Der uralte Zausel Walder Frey schmeißt mal wieder ne Party, dieses Mal feiert er gemeinsam mit seiner zahlreichen Nachkommenschar und den Lannister-Soldaten die Rückeroberung von Riverrun. Während Edmure Tully offscreen im Kerker rumsitzt, gebietet Jaime der Selbstbeweihräucherung des Hausherrn Einhalt. Schließlich haben es die Freys nicht ohne die Hilfe der Lannisters geschafft. Das sollte nicht zur Gewohnheit werden. Walder senior (aka August der Starke von Westeros oder auch ein unsympathischer Priamos) ist das egal, schließlich wird er schon Zeit seines ewigen Lebens verhöhnt. Diese ewige Leben findet etwas später, als der riesige Festsaal leer gefegt ist, sein verdientes Ende. Ein unbekanntes Dienstmädchen entpuppt sich als „Verkleidung“ von Arya Stark. Die frisch trainierte Assassinin (oder Assassine?) enthüllt Lord Walder nicht nur ihre Identität, sondern auch, dass sie seine beiden Lieblingssöhne (Lame Lothar und Black Walder) zu Kucheninnereien verarbeitet hat. Bevor Walder irgendwie reagieren kann, schlitzt ihm Arya die Kehle auf. Er stirbt den gleichen Tod wie ihre Mutter Catelyn bei der Roten Hochzeit. Einer weniger auf der Liste. Wer ist eigentlich noch drauf? The Mountain, Ilyn Payne, Cersei, Melisandre. Sonst noch jemand?

In King’s Landing

Der Höhepunkt des Finales findet in King’s Landing statt. Während sich alle schön zurecht machen bzw. lassen (Cersei, Tommen, High Sparrow, Margaery, Loras) beginnt Score-Komponist Ramin Djawadi gemächlich mit unheilschwangeren, aber sanften Piano-Klängen. Die wichtigsten Bewohner der Hauptstadt treffen sich in Baelors Septe und Loras Tyrell wird der Prozess gemacht. Er gesteht alle seine Sünden (Unzucht mit Männern, Meineid) und willigt sehr zum Missfallen seines anwesenden Vaters Mace Tyrell ein, in die Bruderschaft der Spatzen aufgenommen zu werden, was mittels Stern in die Stirn schnitzen auch gleich geschieht. Als der High Sparrow Cersei zu ihrem Verfahren ruft, kommt sie nicht. Ser Gregor aka Frankenmountain hindert als Türsteher Tommen daran, hinzugehen. Warum erfahren wir bald. Während Lancel einem streunenden Kind hinterherjagt, wird Grandmaester Pycelle in Anwesenheit seines verhassten Rivalen Qyburn von dessen Kinderspionen mit vielen Messerstichen ermordet. Lancel wird ebenfalls niedergestochen, am Boden kriechend erkennt er, was Sache ist. Das Wildfire wird losgelassen. Margaery schöpft Verdacht und teilt dies dem Oberspatzen mit, doch dieser checkt nichts. Bis es zu spät ist. Die große Septe von Baelor geht in einer giftgrünen Explosion in die Luft. Neben den Tyrells (Königin Margaery, Loras und deren Vater Mace) sterben auch Cerseis Onkel Kevan Lannister und sein Sohn Lancel, der als erstes vom großen Feuerwerk erfasst wird. König Tommen sieht das Disaster von seinem Fenster im Red Keep aus. Weil seine geliebte Ehefrau im flammenden Inferno umgekommen ist, begeht der Teenage-King Selbstmord, indem er aus dem Fenster springt. Auch eine Art von „King’s Landing“! Damit hat Cersei natürlich nicht gerechnet.

Game Of Thrones_6x10_Wildfire Das jagt die stärkste Septe in die Luft!

Im Kerker hältt Cersei ihre verhasste Peinigerin Septa Unella („Shame!“) gefangen. Ser Gregor kommt vorbei, enthüllt sein entstelltes Untotengesicht und wird von Cersei mit Unella alleingelassen. Man kann sich denken, was da jetzt passiert. Gut, dass man davon nichts sieht. Cersei geht jetzt in den „Total Mad Queen“-Modus über. Die Prophezeiung von Maggy (siehe Eingangsszene Staffel 5), das Cersei all ihre Kinder überleben wird, hat sich bewahrheitet. Als Qyburn ihr Tommens Leichnam zeigt, verzieht Cersei scheinbar keine Miene. Im Thronsaal krönt sie sich selbst zur Königin. Cersei aus dem Hause Lannister, erste ihres Namens usw. Rechtzeitig zur Zeremonie trifft Jaime ein. Wird er nächste Staffel vielleicht auch noch zum „Queenslayer“?

Die oben bereits angedeutete Musik liefert das Sahnehäubchen für diese grandios inszenierte Sequenz, die sich mit Knabensopran, Streichern und Orgel, letztere wie aus Koyaanisqatsi von Philip Glass, allmählich hochschaukelt. Man kann Meister Djawadi wirklich nicht vorwerfen, dass er jede Staffel einfach nur ein paar Themen recycelt. Selbst für den teilweise heterogenen Score von GoT ist dieses Stück ungewöhnlich und einmalig. Die neue Soundtrack-CD erscheint übrigens am 15. Juli 2016. Als Digital Download gibt es die Musik zur 6. Staffel jetzt schon.

Königin Cersei, Erste ihres Namens… Game Of Thrones_6x10_Queen Cersei


In Oldtown

Nach einer Reise, welche die ganze Staffel gedauert hat (Varys oder Littlefinger hätten diese lächerliche Entfernung in ein oder zwei Folgen zurückgelegt), kommen Samwell Tarly und seine Wildlingsfreundin Gilly samt Baby Sam in Oldtown an, der größten Stadt von Westeros neben King’s Landing. Samwell wird im Vorzimmer der Zitadelle (Akademie der Maester) vorstellig, doch der engstirnig-grimmig aussehende Schreibtischmönch ist überhaupt nicht auf dem neuesten Stand (Jeor Mormont ist nicht mehr Lord Commander? Aemon Targaryen ist nicht mehr Maester von Castle Black? Häh, waaas?). Da die Zitadelle kein Wartezimmer (und keinen Platz für Gilly und Little Sam) hat, vertreibt sich Big Sam die Zeit in der gigantischsten Bibliothek, die man sich vorstellen kann, mit der Sphäre, die wir aus dem unerreichbar genialen Vorspann kennen, quasi als Kronleuchter. Meiner bescheidenen Ansicht nach, hätte man die Reise von Samwell & Co vielleicht zwei, drei Episoden früher enden lassen können.

In Dorne

In der Staffelpremiere haben David Benioff und D.B. Weiss, die Showrunner von GRRMs Gnaden, ja alle legitimen Mitglieder des Hauses Martell abgeschlachtet und damit eigentlich auch den unsäglichen Dorne-Handlungsstrang. Umso überraschender dass er hier nochmal weitergeführt wird. Lady Olenna Tyrell aka Königin der Dornen (das „n“ am Ende ist entscheidend) trifft sich mit Ellaria Sand und den drei Sandsnakes Obara, Nymeria und Tyene. Da sie mittlerweile auch schon vom Tod ihres Sohnes, ihres Enkels und ihrer Enkelin beim Wildfire-Feuerwerk in der Septe von Baelor erfahren hat und entsprechend Trauerkleidung trägt, möchte Olenna nicht anderes als Rache an den Lannisters. Bei Ellaria findet sie da natürlich ein offenes Ohr. Zum richtigen Zeitpunkt kommt Varys in den Wassergärten an.

ESSOS

In Mereen

Danenerys trifft eine harte Entscheidung. Wenn sie über die Sieben Königslande herrschen will, dann muss sie auch frei für eine politische Heirat sein. Daher befiehlt sie ihrem Liebhaber-Söldner Daario Naharis mit seinen Getreuen, in Mereen zu bleiben, um dort den Frieden zu bewahren. Daario ist natürlich nicht begeistert. Anschließend berät sich Dany mit Tyrion und macht ihn mit einer neuen Brosche zu ihrer „Hand der Königin“. Die Eroberung von Westeros kann beginnen. Als episches Schlusspanorama sehen wir die Flotte von Daenerys mit ihren Schiffen, denen der Greyjoy-Geschwister sowie für alle Adleraugen auch Wasserfahrzeuge der Tyrells und aus Dorne. Nach sechs Staffeln und 60 Folgen segelt die Drachenkönigin endlich in die Heimat ihrer Familie.

Fazit: Ich lehne mich jetzt mal etwas aus dem Fenster (aber nicht so sehr wie Tommen!) und spreche der 6. Staffel von GoT zu, dass die besser als die fünfte ist. Das mag daran liegen, dass wir nur zwei Folgen mit Dorne darin erleben müssen. Aber abgesehen von dramaturgischen Holprigkeiten (vor allem im Zusammenhang mit Entfernungen!) wird hier endlich klar Schiff gemacht (pun intended). Viele Handlungsstränge werden auf die Zielgerade gebracht. Mit dem Bluthund, dem Blackfish, Edmure Tully, Beric Dondarrion, Thoros von Myr, Benjen Stark, Walder Frey, König Balon Greyjoy sowie Asha/Yara Greyjoy, dem dreiäugigen Raben, Meera Reed, Hodor und Bran Stark gibt es zahlreiche Rückkehrer, die mindestens eine Staffel pausierten.

Vielleicht kommt es in Staffel 7 (vsl. 7 Episoden) zum großen Queensbowl. Die Königin der Drachen gemeinsam mit der Königin der Kraken gegen die verrückte Löwen-Monarchin. Schade, dass es mit Olenna „Queen Of The Thorns“ Tyrell und/oder Ellaria „Queen Of The Sand“ sowie Sansa als „Queen Of The North“ nicht noch mehr Königinnen gibt. Dann könnte man nämlich einen Krieg der fünf oder sechs Königinnen ausrichten. Und der Night King kriegt Ärger mit seiner Night Queen, weil er vor lauter Totenbeschwörung vergessen hat, den blauen Müllsack rauszubringen.

Bis zur nächsten Staffel wird wieder eine halbe Ewigkeit vergehen und die Internetfangemeinde sich in unterschiedlichsten Theorien suhlen. Einige davon wurden ja mittlerweile bestätigt. Aber spannend bleibt GoT allein deshalb, weil die Bücher jetzt sowas von überholt sind. Hoffentlich bringt George R.R. Martin seinen vorletzten Band, The Winds Of Winter, vor der letzten Season 2018 heraus.

To be continued or not…

Hiermit endet der geniale Serien-Montag für dieses Jahr. Da aus meiner Sicht keine weiteren hochkarätigen Serien mehr inselbiger sind, und Penny Dreadful, das 2. TV-Highlight der letzten paar Jahre, letzte Woche mit der dritten Staffel zu Ende ging, gibt es neue Ausgaben erst wieder mit der 7. GoT-Staffel nächstes Jahr. Oder vielleicht gar nicht.

Game Of Thrones_6x10_Flotte
Auf nach Troia!

Bilder (c) HBO.

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Media Monday #261

27. Juni 2016

MM 261

Während ich hier parallel im Serienkarrussell gefangen bin und nebenbei Fußball-EM schaue, ist die Woche auch schon wieder vorbei. Nur noch eine Woche Urlaub bis der Ernst des Lebens wieder beginnt. Als erstes wird gleich ein Haken hinter den neuen Media Monday gemacht…

1. Events wie die German Comic Con habe ich jetzt noch nicht so wahrgenommen, wobei die im Oktober in Berlin was die Stargäste angeht teilweise sehr verlockend ist.

2. Verfilmungen echter Ereignisse sind immer ein zweischneidiges Schwert, weil aufgrund der festgefahrenen Dramaturgie des Mainstream-Kinos die reale Geschichte immer sehr verändert wird.

3.Oscar Isaac sehe ich derzeit gefühlt in jedem zweiten Film, denn er ist derzeit ziemlich gefragt und gut im Geschäft (Star Wars VII, X-Men: Apocalypse)

4. Das Ende der Folge „The Door“ aus der 6. Staffel von Game Of Thrones war wirklich unfassbar ergreifend/traurig denn wir erfahren auf besonders tragische Weise den wahren Hintergrund einer beliebten Figur („Hold the door!“).

5. Sagt was ihr wollt, aber mein liebster Superheld ist immer noch das Nachthemd (La chemise de la nuit) aus der Comic-Reihe Donjon. chem

6. Moulin Rouge habe ich schon zig Mal gesehen und werde ich mir vermutlich auch noch zig Mal ansehen, schließlich steht immer noch eine ausführliche Review meinerseits aus. Und der Film ist einfach genial.

7. Zuletzt habe ich Fußball im Fernsehen gesehen und das war überraschend unterhaltsam, weil die Sonntags-Achtelfinalspiele nicht so gruselig langweilig und vor allem sehr torreich waren, u.a. Deutschland vs. Slowakei 3:0 (2:0).


Der geniale Serien-Montag (8)

20. Juni 2016

Der heutige geniale Serien-Montag hätte das Mega-Event werden können. Wurde er aber nicht, nicht ganz…

Serien-Montag_Cloud

Vorsicht, Spoiler zur Folge 6×09 von Game Of Thrones!!!

 

Game Of Thrones: 6×09 „Battle Of the Bastards“

Drehbuch: David Benioff & D.B. Weiss. Regie: Miguel Sapochnik.

Zu den Eigenheiten (man könnte auch sagen Alleinstellungsmerkmalen) von Game Of Thrones gehört, dass nicht jedes Staffelfinale den Höhepunkt bildet, sondern das Highlight der Season, sei es ein schockierendes Ereignis (wie der Tod von Ned Stark, die Rote Hochzeit, die im Nachhinein betrachtet sinnlose Opferung eines Kindes) oder eine Schlacht als produktionstechnischer Kraftakt (wie die Episoden „Blackwater“ oder „The Watchers On The Wall“). Seit Staffel 4 häufen sich die schockierenden Entwicklungen aber derart, dass diese auch in den jeweiligen 10. Folgen vorkommen. Vor allem die aktuelle 6. Season war nicht arm mit Höhepunkten jeglicher Art. Doch mit „Battle Of The Bastards“ liegt endlich wieder eine klassische „Folge 9“ vor, die sich gemäß dem Titel mit der Schlacht der zwei Bastarde Jon Snow und Ramsay Bolton (ehemals Snow) befasst. Doch nicht nur.

Game Of Thrones_6x09_PaktBevor es im Norden heiß her geht, beginnen wir in Mereen. Die Pyramidenstadt wird gerade von der Schiffsarmada der anderen Sklavenstädte (Astapor, Yunkai) angegriffen. Daenerys berät sich mit Tyrion über das weitere Vorgehen. Der Lannister-Gnom erklärt ihr, dass sie auf „gutem“ Weg ist in die Fußstapfen ihres wahnsinnigen Vaters zu treten und was dieser mit der Bevölkerung von King’s Landing vorhatte, bevor ihn Jaime tötete. Dany, Tyrion, Missandei und Grey Worm treffen sich zu Verhandlungen mit dem Sklavenmeister-Triumvirat. Die Drachenkönigin pokert wiedermal hoch, schließlich hat sie nicht nur ein, sondern gleich drei Asse im Ärmel. Dany (auf Drogon) und ihre Drachen erheben sich in die Lüfte, flambieren die angreifenden Schiffe während Daario Naharis mit den Dothraki-Horden die Gegner auf dem Landweg angreift.

Zwischenzeitlich sind die Greyjoy-Geschwister in Mereen eingetroffen und bei der Königin vorstellig geworden. Nachdem Tyrion seinen alten „Bekannten“ Theon abgecheckt hatten, entdecken Dany und Yara/Asha ihre Gemeinsamkeiten (schrecklicher Vater, Vorreiterrolle als Herrscherinnen). Die beiden Leading Ladies schließen einen Pakt, um gemeinsam Westeros zu erobern. Schließlich befehligt Yara etwa 100 Schiffe und von der Sklavenmeister-Armada ist ja auch noch ein wenig übrig, auch wenn das sicherlich nicht für den Transport der gesamten Streitmacht (Eunuchenkrieger, Dothraki-Heer und Söldnertruppe) reicht. Mal sehen, ob Yara & Co ihr Wort halten und nie wieder Wikinger-Seeräuber spielen.

Game Of Thrones_6x09_SchildeDoch nun zum Kampf um Winterfell. Jon, Sansa, Davos und Tormund treffen sich vor der Schlacht mit der Gegenseite in Person von Ramsay, Lord Karstark und Lord Umber. Jon bietet Ramsay an, dass ein Zweikampf zwischen ihnen beiden die Entscheidung bringen soll. Ramsay lehnt ab, vor allem weil er weiß, dass sein Heer von ca. 6.000 Mann den Starks und ihren Verbündeten mehr als 2:1 überlegen ist. Beim anschließenden Strategiegespräch weist Sansa ihren Halbbruder nachdrücklich daraufhin, dass er Ramsay nicht kenne und drohe auf dessen perfide Spielchen herein zu fallen. Das passiert dann auch.

Als sich die beiden Heere vor Winterfell gegenüber stehen, zieht der Bolton-Lord seine nächste „Demoralisierungs-Karte“. Er schleppt den jüngsten Stark-Sprössling Rickon an die Front, lässt ihn frei und zwingt ihn, zu Jon zu rennen. Jon reitet seinem Bruder entgegen, bevor er ihn aber erreichen kann, trifft Rickon ein tödlicher Pfeil von Ramsay. Wutentbrannt prescht Jon auf das Bolton-Heer zu, doch ein Pfeilhagel streckt sein Pferd nieder. Es sieht nicht gut für den Ex-Lord Commander aus, die Reiterei der Boltons rast unaufhaltsam auf ihn zu. Doch bevor Jon niedergetrampelt wird, rauscht rechtzeitig die Stark-Kavallerei heran und die Schlacht beginnt. Im Gemetzel Verluste auf beiden Seiten.

Die Stark-Truppen suchen Schutz hinter dem aufgetürmten Berg von Leichen, doch die Bolton-Soldaten kesseln sie von den anderen drei Seiten mit Schilden und Lanzen ein, ziehen den Todeskreis immer enger und drohen die Feinde zu zerquetschen. Der Riese Wun Wun und Tormund versuchen ihr bestes, die gegnerischen Schildreihen zu durchbrechen, aber es sieht düster aus. Als Smalljon Umber seine Truppen über den Leichenberg in den Todeskreis führt, geraten die Wildlinge in Panik und zertrampeln Jon fast. Gerade als er sich wieder aufrappeln kann, ertönt es aus der Ferne. Die Truppen aus dem Grünen Tal (mit Littlefinger) sind da. Das Blatt ist zugunsten der Starks gewendet. Im Angesicht seiner Niederlage zieht sich Ramsay nach Winterfell zurück, doch Jon, Tormund und Wun Wun sind ihm auf den Fersen. Von Pfeilen durchlöchert durchbricht Wun Wun die Tore der Burg, überlebende Wildlinge strömen ein. Zwar gelingt es Ramsay mit seinem letzten Pfeil den Riesen zu töten, doch steht er nun allein da. Ramsay feuert weitere Pfeile ab, Jon pariert diese per Schild. Anschließend schlägt Jon Ramsay fast zu Brei, bis es ihm in den Sinn kommt, wem es gebührt, den sadistischen Lord Bolton zu erledigen. Sansa ist es, die ihrem blutverschmierten, verhassten Ehemann Ramsay als letzte begegnet, bevor er im Zwinger, an einen Stuhl gefesselt, von seinen eigenen Hunden (die er sieben Tage nicht füttern lies) zerfleischt wird. Ein würdiges Ende für einen, selbst für GoT-Verhältnisse, extrem widerlichen Mann.

In der nächsten Folge, mit vsl. 69 Minuten die längste bisher, ist dann aber sicherlich nicht Friede, Freude, Eierkuchen. Denn in seinem nächtlichen Spaziergang vor der Schlacht hat Davos die Feuerstelle gefunden, auf der Stannis auf Geheiß von Melisandre seine Tochter Shireen opfern ließ. Der Zwiebelritter hat also noch ein Hühnchen mit der Roten Frau zu rupfen.

Am Ende noch ein paar Zahlen zu dieser eindrucksvollen, authentischen Schlacht: 25 Drehtage, 500 Statisten, 600 Crewmitglieder und 80 Pferde. Und obwohl der eigentliche Kampf nur etwa 15-20 Minuten dauert, wirkt er physisch, psychisch und optisch so mitreißend, wie es eine mittelalterliche oder anderweitig historische Schlacht in Film und Fernsehen bisher kaum war. „The Watchers On The Wall“, „Hardhome“ und „Battle Of The Bastards“ sind definitiv die drei Serienfolgen mit den besten Kampfszenen der Fernsehgeschichte. Bei den letzten beiden führte Miguel Sapochnik Regie, der auch das kommende Staffelfinale „The Winds Of Winter“ inszenierte. Vermutlich ist dieser Titel auch ein Wink mit dem zerbrochenen Winterfell-Tor in Richtung George R.R. Martin, endlich einmal den sechsten Band von A Song Of Ice And Fire namens The Winds Of Winter fertig zu kriegen.

Penny Dreadful, 3×08 „Perpetual Night“ / 3×09 „The Blessed Dark“

PrintEigentlich wollte ich an dieser Stelle auch von einer oder zwei neuen Folgen von Penny Dreadful berichten. In den USA ging letzte Nacht die dritte Staffel (und wie ich gerade lesen musste leider auch die Serie an sich) mit beiden noch verliebenen Episoden (3×08/3×09) zu Ende. Ich habe daher damit gerechnet, dass schlimmstenfalls nur eine am heutigen Montag auf Netflix verfügbar sein wird (und die andere dann nächste Woche) oder dass im Idealfall beide Folgen heute beim Streamingdienst online gehen.

Doch anscheinend will Netflix mir (und allen anderen Kunden, die Fans von Logans Serie sind) einen Streich spielen, denn die neuen Folgen (oder nur eine der beiden) sind bis jetzt (Montag, 20.06.2016, 23:00 Uhr) nicht verfügbar. Woran mag es liegen? Kommt das Synchronstudio nicht mit dem Synchronisieren nach? Gibt es ein technisches Problem bei Netflix? Wollen die Mächte der Finsternis verhindern, dass die Folgen außerhalb Nordamerikas gezeigt werden? Stell dir vor, Penny Dreadful zelebriert mit einem doppelten Finale seinen Abschluss und kein Netflix-Abonnement kann es sehen.

Sobald Netflix die beiden ausstehenden Episoden nachreicht, werde ich sie sehen und dann natürlich wenig später mit einer würdigen Besprechung zelebrieren. Aufgeschoben ist nicht aufgehoben.

To be continued…

Bilder: HBO/Showtime.


Media Monday #260

20. Juni 2016

media-monday-260

Die neue Woche hat vor allem eine gute Sache: ich habe Urlaub! Mal sehen, ob ich zu den 3 000 Dingen komme, die ich mir vorgenommen habe. Bereits abhaken kann ich den 260. Media Monday, denn die sieben neuen Fragen sind schon beantwortet…

1. Das Bloggen/Schreiben über Filme und Serien ist für mich meine Hauptfreizeitbeschäftigung. Und natürlich Filme und Serien ansehen usw.

2. Als Fangirl habe ich geschlechtsbedingt jetzt nicht so die Erfahrung. Kreischen kann ich auch nicht so gut.

3. John Logan zählt für mich zu den begnadetsten Autoren, denn mit Penny Dreadful hat er ein alternatives viktorianisches Horrorszenario geschaffen, das von ambivalenten, menschlichen und psychologisch ausgefeilten Figuren bevölkert wird.

4. An Thunderbirds denke ich gerne mit nostalgisch verklärtem Blick, schließlich habe ich die Serie in meiner Jugend entdeckt.

5. Zu einem richtigen Serien-Marathon gehört eine richtig gute Serie! Die grobe Faustregel: je weniger Episoden pro Staffel, desto besser.

6. Die Fußball-EM hat mich jüngst dazu verleitet täglich Fußball im Fernsehen zu schauen.

7. Zuletzt habe ich ein Wochenende mit meiner Familie und Konzerten verbracht und das war sehr schön weil ich meinen kleinen Neffen wieder gesehen habe und außerdem mit dem Auftritt von Hildegard von Binge Drinking (zwei als Nonnen verkleidete Männer, die furiose Elektromusik machen) ein einmaliges Konzert miterleben durfte.


Top 15 Playlist der 1990er

16. Juni 2016

Die Bloggerin Pieces Of Emotion hat kürzlich ihre Playlist der 1990er veröffentlicht. Doch was sind für mich die besten Songs dieses Jahrzehnts?

Nur 40 Prozent der Songs aus meiner persönlichen Playlist der 90er kenne ich wirklich von damals. Die übrigen 60 Prozent der Titel (der weniger mainstreamige Anteil) habe ich erst in den frühen 2000ern entdeckt. Schweren Herzens musste ich mich bei den vielfach vertretenen Musikern zwischen mehreren Songs entscheiden.

Die Top 15 der 90er haben übrigens vier Übereinstimmung mit dem Soundtrack meines Lebens (veröffentlicht im August 2013). Die Songs sind nach Erscheinungsjahr (und innerhalb eines Jahres alphabetisch nach Musiker) sortiert.

Eigentlich wollte ich die verlinkten Videos von Youtube und Vimeo mit eingebettem Player präsentieren, aber das hat aus unerfindlichen Gründen nicht funktioniert.

1990 Dead Can Dance: Black Sun

 

1991 Loreena McKennitt: The Old Ways


1992 Whitney Houston: I Will Always Love You


1993 Björk feat. David Arnold: Play Dead


1993 Dead Can Dance: How Fortunate The Man With None


1993 M-People: Movin’ On Up


1994 Ace Of Base: The Sign

 

1994 Dead Can Dance: Cantara (Live)


1994 Dead Can Dance: Rakim (Live)


1994 Loreena McKennitt: The Mystic’s Dream


1995 Björk: Army Of Me


1995 Lisa Gerrard: La Bas (Song Of The Drowned)


1995 Lisa Gerrard: Sanvean (I Am Your Shadow)

 

1997 Björk: Pluto


1997 Blur: Song 2


Da dies keine ausdrückliche Blogparade ist, werde ich auch niemanden bewerfen. Es darf allerdings jeder gerne seine Top 15 Playlist der 1990er bloggen und dann das Ergebnis in den Kommentaren verlinken.


Der geniale Serien-Montag (7)

15. Juni 2016

Aus aktuellem Anlass (nennt sich Fußball-EM) gibt’s die Recaps zu den neuen Folgen von Game Of Thrones und Penny Dreadful diese Woche einen Tag später.

Serien-Montag_Cloud

Vorsicht, Spoiler zur Folge 6×08 von Game Of Thrones sowie 3×07 von Penny Dreadful!!!

 

Game Of Thrones, 6×08 „No One“

Drehbuch: David Benioff & D.B. Weiss. Regie: Mark Mylod.

Game Of Thrones_6x08_WaifDie heutige Folge wirkt allgemein um einiges schwächer als die letzten paar. Höchstwahrscheinlich hat sie aber nur das große Problem, dass die vorkommenden Handlungsstränge weitgehend antiklimatisch verlaufen. In Braavos findet Cersei-Darstellerin Lady Crane die verwundete Arya in ihrer Umkleide, nimmt sie mit nach Hause in ihre Wohnung (ich dachte die Schauspieler schlafen alle hinter der Bühne) und verbindet ihre Wunden. Nach einer Nacht Mohnblumensaft-induziertem Schlaf erwacht Arya, um die hilfsbereite Starschauspielerin tot aufzufinden, ermordet von The Waif. Arya und die finstere Frau (die wie ein Terminator rennt) liefern sich eine Parcours-Verfolgungsjagd durch die Straßen der Stadt. Obwohl wir diese Staffel schon gefühlte 1.000 Szenen mit den beiden Kämpferinnen, die sich gegenseitig auf die Mütze hauen, gesehen habe, ist es etwas schade, dass Arya ihre Gegnerin im Off tötet. Arya ist jetzt endgültig nicht mehr Niemand, sondern wieder sie selbst. Das Rückfahrticket ist schon gebucht. An dieser Stelle muss ich auch ein wenig meiner Enttäuschung Ausdruck verleihen, dass die im Netz kursierten Theorien zu Aryas merkwürdigem Verhalten in der letzten Folge (plötzlich war sie Rechtshänderin, außerdem marschierte sie trotz der bekannten Bedrohung durch The Waif sorglos durch die Gegend) hier überhaupt nicht zutreffen. Gerade die Vermutung, dass die Arya in Episode 6×07 gar nicht Arya war, erschien mir sehr plausibel. Aber was soll’s.

Sandor Clegane alias der Bluthund hat die Übeltäter, die seine neuen friedlichen Freunde massakriert haben, gleich gefunden und spaltet ihre Schädel, Unterleiber usw. mit seiner Axt. Dann trifft er auf die Bruderschaft ohne Banner und es gibt ein Wiedersehen mit Robin Hood Beric Dondarrion (immer noch/wieder am Leben) und Bruder Tuck Thoros von Myr, die ihm erlauben bei der Hinrichtung der Abtrünnigen mitzuhelfen. Somit eröffnet sich für Sandor eine neue Karriereoption (statt einfach nur sich den Weg frei zu metzeln): Kampf mit der Bruderschaft gegen die eisige Bedrohung von jenseits der Mauer.

Ebenfalls in den Flusslanden geht die Belagerung von Riverrun durch das Lannister-Heer unter Ser Jaime weiter. Da taucht Brienne auf und verhandelt erst mit Jaime und dann mit dem Blackfish. Allerdings gelingt es der Ritterin nicht, den Blackfish davon zu überzeugen, mit Riverrun seine Heimat aufzugeben, um für seine Großnichte Sansa gegen die Boltons zu kämpfen. Mit manipulativer Überzeugungsarbeit und einer List gelingt es Jaime, die Burg friedlich einzunehmen. Der Blackfish zieht es vor, in einem letzten Kampf zu sterben anstatt mit Brienne per Boot zu fliehen.

In King’s Landing darf der andere (und viel größere) Clegane-Bruder einem „Kampfspatzen“ den Kopf abreißen, eine Machtdemonstration von Cersei gegenüber ihrem Cousin Lancel und seinen Glaubensbrüdern, die bewaffnet im Red Keep auftauchen, um die Königsmutter zum Hohen Spatzen zu zitieren. Doch Cerseis Freude währt nicht lange, denn ihr Sohn, König Tommen, der vom militanten Glauben manipuliert wurde, hat dem Hofe Neuigkeiten zu verkünden. Das Datum für die Verhandlung von Cersei und Loras Tyrell wird festgelegt. Und das Urteil per Zweikampf für illegal erklärt. Also nichts mit Frankenmountain als unüberwindbare Rechtsschutzversicherung.

In Mereen erleben wir leider den x-ten Versucht von Tyrion aus den Spaßbremsen Grey Worm (sein Name in Valyrisch klingt immer noch wie „puerco nudo“, was auf Spanisch soviel wie „nacktes Schwein“ bedeutet) und Missandei lustige Gesellen zu machen. Immerhin Missandeis Dolmetscher-Witz ist ganz ordentlich. Rechtzeitig bevor völlige Peinlichkeit und Langeweile eintritt, greift die Flotte der Sklavenmeister an, mit denen Tyrion eigentlich ja eine Art Frieden geschlossen hat. Es war auch in den letzten Folgen verdächtig ruhig. Die Pyramiden werden bombadiert. Da landet etwas auf dem Dach. Es ist Daenerys, die auf Drogon mal schnell hergeflogen ist.

Die nächste (und vorletzte Episode der 6. Staffel) wird sich getreu dem Titel „Battle Of The Bastards“ fast ausschließlich mit dem Kampf der Starks gegen die Boltons um Winterfell befassen. Aber es gibt ja auch noch eine Schlacht um Mereen. Let the battles begin!

Penny Dreadful, 3×07 “Ebb Tide”

Drehbuch: John Logan. Regie: Paco Cabeza.

Die Kameraeinstellung von oben auf die schlafende Vanessa ähnelt frappierend einer Szene mit Arwen aus Peter Jacksons Herr der Ringe-Trilogie (siehe Bildvergleich unten). Dr. Sweet/Dracula gibt sich nach der ersten gemeinsamen Nacht mit Miss Ives aber noch nicht zu erkennen. Das Museum bietet eine grandiose Kulisse, mit seinen unzähligen ausgestopften Tieren.

Die Eingangsszene gehört allerdings der Revolutionärin Lily, die an einem Kinderfriedhof einer hinterbliebenen Mutter Trost spendet, bevor sie zum Grab ihrer eigenen, im Säuglingsalter verstorbenen, Tochter geht. In Dorians Anwesen haben Lily und Justine die Frauen ihrer Bewegung an einer großen Tafel versammelt. Lily ruft ihre Schwestern dazu auf, den bösen Männern eine Hand abzuhacken. Hausherr Dorian sitzt eher teilnahmlos daneben. Man denkt, dass ihm diese ganze blutrünstige Suffrageten-Slasher-Sache nicht geheuer ist. Doch beim Spaziergang enthüllt er Lily, dass ihn diese Frauen-Revolution wie alle Revolutionen in den letzten Jahrhunderten, die der Unsterbliche ja persönlich erlebt hat, langweilt. Schließlich „übergibt“ Dorian seine unsterbliche Hälfte an ihren Schöpfer Dr. Frankenstein, der jetzt endlich mit dem neuen Wunderserum die „alte“, friedliche, liebliche Lily zurückholen kann. Wunderbare Dialektik beim Drehbuch von Meister John Logan. Lily predigt vor ihren Mitstreiterinnen gegen die Unterdrückung und Erniedrigung von Frauen, um selbiges Schicksal dann selbst zu erleiden. Ob die Medizin wirkt, erfahren wir erst nächste Woche.

Ein unverwartetes Happy End erlebt Frankensteins Kreatur/John Clare. Er besucht Vanessa und sie rät ihm, sich seiner Familie zu erkennen zu geben. Das macht John auch und am Ende hält er seinen kranken Sohn in den Armen. Der Vater ist wieder mit Ehefrau und Kind vereint. Eine bewegende Szene mit gewohnt eindringlicher musikalischer Untermalung von Abel Korzeniowski. Warum gibt es eigentlich bisher nur eine Soundtrack-CD zu ersten Staffel?

Als Kaetenay mal wieder einen Pfeiffen-Trip einschmeißt, erkennt er, dass Vanessa in Gefahr ist und das Ende aller Tage bevorsteht. Daher beeilen sich Malcolm und Ethan mit ihrer Rückreise nach London. Nachdem Vanessa sich erneut mit der Thanatologin Dr. Hartdegen (wie könnte eine passionierte Fechterin sonst heißen?) trifft und diese alle ihre zuverlässigen Informationen über Dracula ausbreitet, wird es der vom Teufel und Vampiren Verfolgten klar, wer der „Drache“ ist. Natürlich werden die gängigen Vampirmythen hier als Aberglauben und Fiktion entlarvt.

Bewaffnet mit einem Revolver kehrt Vanessa ins Museum zurück, um Draculas sterbliches Sein in Person von Dr. Alexander Sweet zu töten. Doch mit einem ehrlich wirkenden Liebesbekenntnis kann der süße Obervampir Vanessa betören und erstmals ihren Hals mit seinen Zähnen durchbohren. Morbide Romantik.

Kommt jetzt, wo Vanessa zur dunklen Seite der Macht übergegangen ist, das vielbeschworene Ende der Welt? Die Herrschaft der Kreaturen der Nacht?

…for the night is dark and full of terrors.“

 

Arwen liegend

Penny Dreadful_3x07_Vanessa liegend

To be continued…

Bilder: HBO/Showtime/Warner Bros.


Media Monday #259

13. Juni 2016

media-monday-259

Was für ein geschäftiges Wochenende. Zweimal ins Kino (Fritz Lang sowie Stolz und Vorurteil und Zombies), Aufräumen, Reviews schreiben und gleich auch noch der EM-Auftakt von Jogis Jungs. Doch zuvor (für die Leser danach) erwartet mich der neue Media Monday in einer Siebener-Reihe…

1. Es ist wirklich beeindruckend, wie es den Autoren von Game Of Thrones gelingt, in Bezug auf die Kontinuität auf so viele kleine Details zu achten. Natürlich noch stärker gilt das für George R.R. Martin bei seiner Romanreihe Das Lied von Eis und Feuer.

2. The Hateful 8 wusste mich anfänglich zu fesseln, doch als sich die Handlung und die Dialoge im Kreis drehten wurde der Film streckenweise langweilig.

3. Trotz mieser durchwachsener Effekte und im Vergleich zu Star Trek-Serien geringerem Budget gehört Babylon 5 dank seiner allumfassenden Geschichten, abgründigen Thematiken und tollen Charakteren zu den besten Science-Fiction-Serien.

4. Was ist eigentlich aus Ellar Coltrane, dem Hauptdarsteller aus Boyhood geworden? Seit ich ihn in eben jenem Film gesehen habe, ward er nicht mehr auf der Leinwand gesehen.

5. Es wundert mich ja regelrecht, dass anscheinend noch niemand auf die Idee gekommen ist, ____ zu adaptieren/rebooten, schließlich Man sollte keine neuen Reboot-Schnapsideen beschreien. Sonst werden die noch umgesetzt.

6. Der große Vorteil von Buchreihen gegenüber TV-Serien? Vielleicht, dass Buchreihen seltener eingestellt werden als TV-Serien.

7. Zuletzt habe ich zwei CD-Reviews geschrieben und das war etwas zeitaufwändig, weil zumindest die eine davon sehr umfangreich geworden ist.


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