Der geniale Serien-Montag (5)

Die nächste Runde in meinem persönlichen Nonplusultra des seriellen Fernseh-Erzählens mit der spoilerhaltigen Besprechung der jeweils neuen Folge von Game Of Thtrones und Penny Dreadful folgt wie gewohnt wieder am Dienstagabend. Während sich in Westeros sich wieder so Einiges tut, öffnet Showtimes Schauerstunde weitere Abgründe unerwartenen Ausmaßes…

 Serien-Montag_Cloud

Vorsicht, Spoiler zur Folge 6×06 von Game Of Thrones sowie 3×05 von Penny Dreadful!!!

Game Of Thrones: 6×06 „Blood Of My Blood“

Nach dem Schock der Vorwoche tut es gut, dass die sechste Folge der Staffel etwas ruhiger ist als die fünfte. Wir springen gleich medias in res. Meera zieht den auf der vollbepackten Trage liegenden Bran so gut durch den Schnee wie es ihre verbliebenen Kräfte erlauben. Doch die Untoten kommen immer näher. Bran erlebt währenddessen fragmentarische Flashbacks, mit der Betonung auf Flash! Denn rasend schnell hintereinander sieht man zum Teil Altbekanntes (Der Tod von Papa, Mama und Robb Stark, die „Vermehrung“ der Whitewalker), aber auch neue Schnipsel, wie der erste Blick auf den „Mad King“ Aerys Targaryen (Daddy von Daenerys), sein berüchtigtes „Burn them all!“ und natürlich seine Ermordung durch Kingslayer Jaime. Sehr hevorgehoben wird in dieser Vision das gefährliche Wildfire, mit dem Aerys ja King’s Landing abfackeln wollte und das seine Dienste in der Schlacht am Blackwater tat. Rechtzeitig zur Rettung von Meera und Bran eilt eine vermummte Gestalt zu Ross, die auf die angreifenden Zombies Feuerkügelchen schleudert. Der Retter in der eisigen Not ist niemand Geringeres als…Trommelwirbel… Benjen Stark, Brans seit Äonen verschollener Ranger-Onkel von der Nachtwache, zuletzt lebend gesehen in Staffel 1, Folge 3 (also vor 52 Episoden!), der die letzten Jahre nördlich der Mauer trotz White-Walker-Attacke dank der Children Of The Forest überlebt hat und nun in der Serie quasi als Coldhands fungiert (obwohl GRRM in einem seiner Manuskripte eindeutig betonte, dass Benjen und Coldhands in den Büchern nicht ein und diesselbe Person sind).

Während Castle Black und Mereen pausieren, geht es in King’s Landing voran. Gerade als Jaime Lannister, Pappnase Lord Tyrell und die versammelte Tyrell-Armee Königin Margaery und ihren Bruder mit Gewalt aus den Fängen des Faith Militant befreien wollen, macht ihnen Bubi-König Tommen einen Strich durch die Rechnung. Die Zeichen stehen also auf Versöhnung. Da sind die königlichen Eltern aber not amused, vor allem Jamie, der sein Amt als Lord Commander der Königsgarde nun los ist. Cersei hat aber gleicht eine neue Aufgabe: die Lannister-Armee gegen Riverrun, das von Brynden „Blackfish“ Tully wieder eingenommen wurde, anzuführen. Das haben übrigens Lothar Frey und Walder Rivers verbockt, weshalb es bei einem kleinen Abstecher zu den Twins gleich eine saftige Moralpredigt von ihrem Vater, Lord Walder Frey aka August der Starke, gibt. Mehr von den Flusslanden in der nächsten Folge.

Samwell Tarly und Wildlingsmädchen Gilly treffen in Horn Hill ein, dem Sitz der Familie Tarly. Sams Mutter und Tochter freuen sich über die Rückkehr des verlorenen Sohnes samt neuen Anhang. Beim Dinner mit dem erwartet grimmigen und unversöhnlichen Lord Randyll Tarly (gespielt von James Faulkner) hängt der Haussegen aber gleich gehörig schief. Aus Rache für die Äußerungen seines Vaters klaut Sam das Schwert des Hauses Tarly (praktischerweise aus valyrischem Stahl) und entschließt sich kurzerhand Gilly und „seinen“ Sohn Little Sam doch mit nach Oldtown zu nehmen.

In Braavos sieht sich Arya, verkleidet als Mercy, den restlichen Teil des Theaterstücks an, das frivol und respektlos die Ereignisse aus dem Westeros’schen Königshaus Baratheon/Lannister Revue passieren lässt. Eigentlich müsste sich Arya über den Mordauftrag an der „Cersei“-Darstellerin Lady Crane freuen, schließlich ist das schonmal eine gute Vorbereitung für den lange herbei gewünschten „Ernstfall“. Doch das Schauspieltalent der blondperückten Mimin und die wahren Hintergründe der zu erledigenden Tat bringen das Stark-Mädchen dazu, ihren Plan nicht in die Tat umzusetzen. Somit ist es besiegelt: Arya wird wieder sie selbst, mit allen Konsequenzen.

Als durchaus nicht uneindrucksvollen Schlusspunkt gibt es eine flammende (no pun intended) Rede von Daenerys, die mal schnell Drogon gefunden hat, an ihre Dothraki, mit dem Tenor „möglichst schnell genug Schiffe irgendwie zusammenkriegen und die Sieben Königslande von Westeros erobern“. Zu dumm, dass die Flotte in Mereen zu Beginn der Staffel abgefackelt wurde.

Game Of Thrones_6x06_TheaterPurple Wedding light

Penny Dreadful: 3×05 „This World Is Our Hell“

Nach ihrer erkenntnisreichen Zeitreise zurück in die Gummizelle darf Vanessa Ives in Episode fünf der dritten Staffel pausieren. Bis auf die elektrisch verstärkten Experimente von Dres Frankenstein und Jekyll spielt sich heute alles im Wilden Gruseligen Westen ab.

Ethan und Hexe Hecate (gespielt von Sarah Greene, die immer mehr wie Marion Cotillard aussieht) in der Wüste auf dem Weg zur Ranch von Ethans Vater. Verfolgt werden sie von Inspektor Rusk (Douglas Hodge), dem Marshall (Sean Gilder) und seinen Mannen. Die dritte Partei im Rennen durch die Wüste bilden Sir Malcolm und Apache Kaetenay, der Ethan vor der Finsternis, die durch Hecate droht, bewahren möchte.

Penny Dreadful_3x05_HoehleNach heillosem Gemetzel, Hecate hat mehrere Klapperschlangen beschworen, die des Marshals Truppen gewaltig dezimieren, aber auch Kaetenay einen voraussichtlich tödlichen Biss zufügen, der gerade dabei war, die Verfolger im Schlaf abzumurksen. Nachdem sie fast in der Wüste krepieren, werden Ethan und Hecate von Sir Malcolm geretten. Da tauchen auch schon die Männer von Ethans Vater auf, nehmen den verlorenen Sohn, die Hexe und den Abenteurer mit und lassen den verhassten Apachen zum Sterben in der heißen Wüstensonne liegen.

Alle drei Gäste des Hauses Talbot erholen sich von den Strapazen. Doch jetzt geht es erst richtig an Eingemachte. Wir wissen, warum Ethan seit Jahren sein Heimatland und speziell die heimische Ranch wie Polanski meidet. Nach einer Begegnung von Sir Malcolm und Vater Talbot (Brian Cox mit wirkungsvollster Präsenz) erfahren wir die gruseligen Erläuterungen der Aussage „This is a bloodthirsty land!“. Ethans Familie wurde bis auf den Vater von den Apachen unter Kaetenay aufs widerlichste niedergemetzelt, als Ethan sich mit den wenigen Überlebenden des Stammes verbündet hatte, um Buße zu tun für sein eigenes Massaker an den Ureinwohnern als Soldat. „This world is our hell.“ Passender könnte ein Episodentitel kaum sein. Homo Homini Lupus. Und mit Lupus ist in diesem Fall nicht ein Werwolf im speziellen gemeint. Penny Dreadful beweist hier eindrucksvoll, dass selbst in einer Welt mit Vampiren und Hexen die Menschen dennoch die schlimmsten Monster sein können.

To be continued…

Bilder (C) HBO/Showtime.

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One Response to Der geniale Serien-Montag (5)

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