I, Frankenstein (Kurzkritik)

Bevor Vampirfürst Dracula im Herbst 2014 seine ungewöhnliche Origin Story auf der Kinoleinwand erlebte wurde die Geschichte von Frankensteins Monster weitergeführt. In I, Frankenstein gerät die berüchtigte Kreatur zwischen die Fronten eines Krieges.

Die beiden 2014 veröffentlichten Filme I, Frankenstein (Kinostart: 23.01.2014) und Dracula Untold (02.10.2014) haben nicht nur gemeinsam, dass sie bekannte Werke aus der viktorianischen Phantastik adaptieren. Beide bieten passable Fantasy-Abenteuer-I, Frankenstein_DVDUnterhaltung, wobei sie aufgrund der kurzen Laufzeit wie wahnsinnig durch ihre jeweilige Handlung rasen.

Adam (Aaron Eckhart), die von Victor Frankenstein aus Leichenteilen zusammengeflickte und zum Leben erweckte Kreatur, hat seinen Schöpfer überlebt. Nach 200 Jahren Einsamkeit kehrt er in die Zivilisation zurück, um den von Erzengel Michael geschaffenen Gargoyles um Königin Leonor (Miranda Otto) im Krieg gegen die Dämonen beizustehen. Dämonenprinz Naberius (Bill Nighy) macht seit Jahren Jagd auf Adam, da er mithilfe der Wissenschaftlerin Terra (Yvonne Strahovski) selbst neues Leben erschaffen will.

Auf Basis der gleichnamigen Graphic Novel des amerikanischen Autors und Schauspielers Kevin Grevioux (Underworld), der im Film auch eine kleine Rolle hat, drehte Regisseur Stuart Beattie (u.a. Co-Autor von Fluch der Karibik und Australia) in seiner Heimat Australien I, Frankenstein in Zusammenarbeit mit den Produzenten von Underworld. In diesem effektvoll inszenierten Szenario agieren auch bekannte Darsteller aus Down Under, wie Miranda Otto (Herr der Ringe-Trilogie) oder Jai Courtney (Spartacus: Blood And Sand, Terminator: Genisys). Zu der gelungenen Optik steuert Lisa Gerrard, die Stimme des fünften Kontinents schlechthin, ihren abstrakt-onomatopoetischen Gesang bei.

Auch wenn der Streifen aufgrund der oberflächlichen Figurenzeichnung, bei der Tiefgang und Motivation nur behauptet werden, wie ein teurer Fernsehfilm wirkt, ist daraus kein unfreiwillig komischer Reinfall wie der ebenfalls mit bekannten Australiern besetzte Van Helsing (Hugh „Wolverine“ Jackman, David „Faramir“ Wenham, Richard Roxburgh) von 2004 geworden.

Dennoch ist es nachvollziehbar, wenn auch etwas bedauerlich, dass aus einer Fortsetzung (welche die Story und Figuren hätte vertiefen können) sowie möglichen Crossover-Plänen mit den Underworld-Filmen nichts wurde. Bei den verhaltenen Kritiken und dem bescheidenen Einspielergebnis an der Kinokasse aber kein Wunder. Wie bei Dracula Untold wäre ein „Extended Cut“ hier aber mehr als sinnvoll.

5-10I, Frankenstein
Fantasy-Action Australien/USA 2014. FSK 16. 89 Minuten. Mit: Aaron Eckhart, Bill Nighy, Miranda Otto, Jai Courtney, Yvonne Strahovski u.a. Drehbuch und Regie: Stuart Beattie.

Bild (c) Splendid Film.

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12 Responses to I, Frankenstein (Kurzkritik)

  1. Filmschrott sagt:

    Das erste, was mir hier auffällt: Auf dem Cover steht „Von den Machern von Fluch der Karibik, Matrix und Underworld“. Waren die nicht alle von völlig unterschiedlichen Leuten, oder bin ich gerade einfach zu doof, den Zusammenhang herzustellen?

    • mwj sagt:

      Naja, Regisseur Stuart Beattie war allein schon Co-Autor von „Fluch der Karibik“, plus die Produzenten sind die gleichen wie bei „Underworld“. Ich nehme mal an, da der Film in Australien gedreht wurde (wie die Matrix-Trilogie), wird sich sicher auch das ein oder andere wichtige Crew-Mitglied davon finden. Aber du hast natürlich Recht, das sind weitgehend unterschiedliche Nasen.

      • Filmschrott sagt:

        Ja gut, da kann man ja jetzt auf jede DVD-Hülle sowas drauf schreiben. Zum Beispiel:
        „Von den Kabelträgern vieler Steven Spielberg Filme.“
        „Mit dem Nebendarsteller aus einem Samuel L. Jackson Film.“
        “ Ein Teil der Six Degrees of Kevin Bacon.“

      • mwj sagt:

        Ja, du hast Recht. Ich achte auf solches Name-Dropping gar nicht bzw. seine Plumpheit amüsiert mich eher. Übrigens war ein gewisser Andrew Mason, ausführender Produzent bei der „Matrix“-Trilogie und Produzent von „I, Frankenstein“.

      • Filmschrott sagt:

        Highlight bis heute ist ja imer noch, dass manche Leute glauben, Cabin Fever von Eli Roth sei von Tarantino, weil auf der Hülle sein Name steht.

      • mwj sagt:

        Das steht wohl „Quentin Tarantino presents“.

      • Filmschrott sagt:

        Ja,ich weiß. Dadurch denken manche Leute, dass der von ihm ist. Ist schon lange eine Art Running Gag.

      • mwj sagt:

        Da sieht man mal wie „sensibel“ die Leute auf diese Art von Marketing reagieren 😉

      • Filmschrott sagt:

        Ja, scheint zu funktionieren.

      • mwj sagt:

        Das könnte man bei dir auch machen. Eine neue Review vom Autor der Verrisse von … 😉

      • Filmschrott sagt:

        Ich hätte nichts dagegen.

  2. […] To Invade Next I, Frankenstein (Kurzkritik) Batman V Superman: Dawn Of […]

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