Mein Kinojahr 2015

28. Dezember 2015

Nur noch wenige Tage und auch 2015 ist Geschichte. Zeit zurück zu blicken, auf ein buntes und spannendes Kinojahr, mit vielen positiven Überraschungen.

Beginnen wir auch dieses Mal mit den nackten Zahlen. Genau wie 2014 schaffte ich es 2015 auf 16 Kinobesuche. Die Durchschnittswertung steigerte sich im Vergleich zum Vorjahr (6,88) leicht auf 6,94 von 10 Punkten. Von 10 möglichen Bewertungen vergab ich nur sechs. Sowohl die Höchwertung als auch die beiden niedrigsten Punktzahlen entfielen, gleichsam wie 4/10.

Birdman_Poster2015 gab es unter meist gelungenen Filmen auch zwei herausragende Werke. Die Starkult-Satire Birdman gewann vier Oscars (als bester Film sowie für Regie, Original-Drehbuch und Kamera aber nicht für Hauptdarsteller Michael Keaton) und ist auch einer meiner persönlichen Favoriten des Jahres. Man könnte argumentieren, dass sich Ex-Batman Michael Keaton hier selbst spielt: einen ehemaligen Superheld-Darsteller, der vor seinem Ruhestand mit einer ambitionierten Theateraufführung sein Comeback feiern will. Als wären die ätzenden Seitenhiebe auf Starkult, Hollywood-Mechanismen und kulturellen Genozid nicht schon genug für einen furiosen Streifen, so wurde hier zusätzlich in langen Takes und Plansequenzen gedreht, die den Eindruck entstehen lassen, es gäbe keinen einzigen Schnitt im Film. Alls das zusammen ergibt den besten Superhelden-Film seit The Dark Knight (2008) und Watchmen (2009). Und Michael Keaton, dem der fällige Goldjunge leider verwehrt blieb, hat sich den Preis als bester Darsteller mehr als verdient.

Lisa Limone and Maroc Orange_PosterEbenfalls mit einer besonderen Machart konnte mich mein zweiter Top-Film des Jahres verblüffen. Auf dem 41. Internationalen Filmwochenende in Würzburg kam ich in den Genuss des Stop-Motion-Animationsfilms Lisa Limone & Maroc Orange: A Rapid Love Story, für sich allein schon eine Aneinanderreihung von Kuriositäten. Ein Trickfilm aus Estland, mit Früchten als handelnden Personen und das Ganze dann noch als Musical in Französisch, Italienisch und Englisch! Einer aktuelleren Thematik hätte sich der Film von Regisseur Mait Laas auch nicht bedienen können. Es geht um den gerade in Europa angekommenen Bootsflüchtling Maroc Orange, der vom Regen in die Traufe kommt und doch die Liebe in Person der einsamen Fabrikantentochter Lisa Limone findet. Leider gibt es diesen 72minütigen „Fruitcore-Smoothie“ bisher nicht fürs Heimkino. Hoffentlich ändert sich das bald.

Einen ebenfalls einmaligen Film lieferte Regisseurin Ana Lily Amirpour mit ihrem Spielfilm-Debüt A Girl Walks Home Alone At Night, nichts anderes als der erste iranische Vampir-Western (der allerdings in den USA gedreht wurde). Das titelgebende Vampirmädchen zieht durch die nächtlichen Straßen einer verlassenen Stadt, trifft auf die Gesetzlosen, Armen und Verlassenen, verliebt sich in einen Möchtegernrebellen. Als Hauptfigur gibt Sheila Vand (Argo) eine starke Performance mit harmlosem Aussehen (bekleidet mit einem Tschador), aber gefährlicher Aura. Dafür erhält sie den mwj-Preis als beste Filmdarstellerin 2015.

A Girl Walks Home Alone At Night glänzt aber auch durch seinen genialen Soundtrack, der nicht von ungefähr an Musik von Ennio Morricone erinnert, denn schließlich waren hier seine Epigonen von „Federale“ am Werk. Dazu gibt es iranische Versionen von bekannten westlichen Musikgenres. Dafür gibt es den diesjährigen Spezialpreis in der Kategorie Filmmusik/Soundtrack, den sich der Vampir-Western aber mit dem Komponisten von Lisa Limone & Maroc Orange, Ülo Krigul, teilt.


Und hier die Übersicht meines Kinojahres 2015 (Kritiken sind verlinkt)

STATISTIK

9 Punkte
Birdman
Lisa Limone & Maroc Orange: A Rapid Love Story

A Girl Walks Home Alone_Poster8 Punkte
A Girl Walks Home Alone At Night
Die Königin der Wüste
Der Marsianer
Das brandneue Testament
Mr. Holmes

Koenigin der Wueste_Poster7 Punkte
Lost River
Ant-Man
Das Märchen der Märchen
James Bond: Spectre

6 Punkte
Der Marsianer_Poster
Die Frau in Gold
Macbeth (2015)

5 Punkte
Terminator Genisys
Star Wars: Das Erwachen der Macht

3 Punkte
Das brandneue Testament_Poster Avengers: Age Of Ultron

PREISTRÄGER

Bester Film
Birdman (oder die unverhoffte Macht der Ahnungslosigkeit)
Lisa Limone & Maroc Orange: A Rapid Love Story

Mr. Holmes_PosterBeste Darstellerin
Sheila Vand, A Girl Walks Home Alone At Night

Bester Darsteller
Michael Keaton, Birdman

Beste Filmmusik/bester Soundtrack
A Girl Walks Home Alone At Night
Lisa Limone & Maroc Orange: A Rapid Love Story

Die Rückblicke der letzten beiden Jahre:

Mein Kinojahr 2014
Mein Kinojahr 2013

Die Bilder sind Eigentum des jeweiligen Filmverleihs


Media Monday #235

28. Dezember 2015

media-monday-235

Und schon wieder ist Weihnachten vorbei, während sich auch 2015 dem Ende zuneigt. Der letzte Media Monday für dieses Jahr ist also stark von Rückblicken geprägt. Meinen Lesern und Mitbloggern wünsche ich auf jeden Fall einen guten Rutsch ins neue Jahr.

1. Mein schönstes Weihnachtsgeschenk dieses Jahr war natürlich die Blu-Ray-Komplettbox (Staffeln 1 bis 9) von Akte X.

2. Von Lisa Limone & Maroc Orange: A Rapid Love Story würde ich in 2016 ja gerne mehr sehen, denn es wird höchste Zeit, dass diese Trickfilmperle endlich auf DVD oder Blu-Ray erscheint.

3. Für die letzten Tage des Jahres habe ich noch ein wenig zu tun.

4. Mein persönliches Highlight (in medialer Hinsicht) war 2015 wie erwartet nicht der neue „Star Wars“-Film.

5. Wohingegen ich 2015 auf den ermüdenden Action-Overkill in Avengers: Age Of Ultron getrost hätte verzichten können, denn das hat den Film ziemlich ruiniert.

6. Dinner for One an Silvester zu schauen ist eine nette Tradition, die ich mir aber nicht jedes Jahr geben muss.

7. Zuletzt habe ich im Kino und habe den Film Mr. Holmes gesehen und das war ein schönes Erlebnis, weil Ian McKellen den 93jährigen Sherlock Holmes, der mit Demenz und anderen Alterserscheinungen zu kämpfen hat, sehr eindringlich spielt.


Frohe Weihnachten!

24. Dezember 2015

Hui, schon der 24. Dezember? Dann wünsche ich meinen Lesern (es muss wohl ein paar geben), Mitbloggern sowie allen anderen Menschen frohe, besinnliche und erholsame Weihnachten! Und natürlich auch einen guten Übergang ins Jahr 2016!

So sieht mein kleiner Weihnachtsbaum aus:

Kleines Weihnachtsbäumchen


Media Monday #234

21. Dezember 2015

media-monday-234

Trilliarden „Star Wars“-Fans atmen auf. Die Macht ist endlich erwacht! Auch ich habe den angeblichen Film des Jahres gesehen. Trotz nicht wirklich hoher Erwartungshaltung bin ich dann doch irgendwie etwas enttäuscht. Mehr dazu bald in meiner Filmkritik auf Vieraugen Kino. Jetzt aber erstmal den leicht weihnachtlichen 234. Media Monday. Euch allen auf jeden Fall frohe und besinnliche Festtage mit möglichst wenig kulturimperialistischem Kitsch oder Konsumterror!

1. Sofern gesehen: Das Beste an Star Wars Episode VII: DOP Daniel Mindel und sein Kamera-Team benutzen im Gegensatz zu Star Trek und Star Trek Into Darkness endlich Stative.

2. Das beste Weihnachtsgeschenk kam heute per Post und sieht folgendermaßen aus:
Akte X_BluRay Komplettbox_Inhalt

3. Für die zahlreichen freien Tage nächste Woche habe ich mir fest vorgenommen neben Weihnachten mit der Familie vor allem Reviews schreiben, Reviews schreiben und Reviews schreiben. Ansonsten ab und zu mal ein wenig lesen oder einen Film oder eine Serie schauen.

4. Weihnachtsspecials zu Serien finde ich eigentlich überflüssig.

5. Bevor das Jahr endet muss ich noch zwei Tage arbeiten.

6. 2015 habe ich ja spät das Medium Blu-Ray für mich entdeckt, denn ich besitze jetzt schon vier Filme und eine komplette Serie (siehe oben). Und natürlich einen entsprechenden Player.

7. Zuletzt habe ich zu Abend gegessen und das war notwendig, weil ich Hunger hatte.

Bild (C) 20th Century Fox Home Entertainment.

 


Captain America: Civil War – Prognose

18. Dezember 2015

Die dritte Phase des allgegenwärtigen und unausweichlichen „Marvel Cinematic Universe“ startet am 5. Mai 2016 mit Captain America: Civil War (oder wie in Deutschland heißt: The First Avenger: Civil War). Wie kann man sich die Wartezeit am besten verkürzen? Natürlich andere Filme schauen. Oder eben eine Prognose wagen, was so alles im Film passieren wird.

Zu Anfangs machen sich Captain America und sein „Wingman“ (sorry der musste sein) Falcon auf die Suche nach seinem alten Kumpel Bucky Barnes alias The Winter Soldier, den irre Wissenschaftler zum emotionlosen Killer umgepolt haben. Da der immer noch verwirrte Bucky keinen Bock auf Gruppentherapie hat, flieht er. Bei der Verfolgungsjagd machen er und die beiden anderen fast eine ganze Stadt platt (Moment! Hatten wir das nicht schonmal irgendwo? Egal…). Das bringt den neuen Verteidigungsminister und Ex-General Thaddeus „Thunderbolt“ Ross dazu, den „Mutant Registration Act“, sorry falscher Film, den „Superhuman Registration Act“ (SHRA) ins Leben zu rufen. Wie gut, dass der Hulk nicht in Civil War auftritt, denn dann würde sich Minister Ross darüber wundern, dass er nicht mehr wie Edward Norton, sondern wie Mark Ruffalo aussieht.

Jedenfalls findet Tony Stark/Iron Man den SHMU äh SHRA richtig gut, obwohl er bisher nicht so dicke mit der Regierung war. Aber es steht halt im Drehbuch, dass er den SHRA toll finden muss. Steve Roger alias Captain America dagegen findet den SHMU nicht so toll, weil er seit seinem letzten Solo-Abenteuer (The Return Of The First/Last Avenger And Also The Return Of HYDRA oder so) gecheckt hat, dass große Organisationen ganz einfach 70 Jahre lang von geheimen Nazis unterwandert werden können ohne dass es irgendeine Putzfrau merkt. Es kommt zum Kampf zwischen dem reichen Blechdeppen und dem patriotischen Schildbürger. Die übrigen Avengers knobeln per Schnick-Schnack-Schnuck aus, wer auf welcher Seite steht. Die große Daueraction beginnt. Fast jeder fightet jeden und jedesmal wird eine Großstadt zerstört. Damit nicht schon nach einer halben Stunde sämtliche US-Metropolen in Schutt und Asche liegen, gibt’s zwischendurch nen Abstecher nach Kanada.

Dann nach knapp 2/3 der Laufzeit, die etwa 165 Minuten beträgt, kommt die wirklich völlig unglaublich unfassbar unerwartete Megahammerwendung: der gesamte (!) US-Verteidigungsapparat ist von einer Supernazi-Organisation unterwandert worden, die noch böser, gemeiner und hinterlistiger ist als HYDRA: KRAKEN. Es scheint, dass der von Daniel Brühl mit Hitler-Attitüde gespielte Baron Zemo hier die Fäden/Tentakel zieht, aber in Wirklichkeit ist es das in einem Twitter-Account gespeicherte Gehirn des eigentlich getöten Baron von Strucker (Thomas Kretschmann). Plötzlich merken die sich gegenseitig verkloppenden Avengers, dass sie doch einen gemeinsamen Feind haben (wider Erwarten aber weder die judäische Volksfront noch die Römer noch die Orks noch das zurückhauende Imperium): KRAKEN!

Es kommt zum großen Showdown im US-Bundesstaat Alaska (da gibt es nicht so viele Metropolen, die man beim Kämpfen versehentlich platt machen kann und außerdem leben da weniger Menschen), der gefühlte zehn Stunden dauert und bei welchem es unseren Helden gelingt, KRAKEN zu besiegen. Allerdings schafft es das Gehirn von Baron von Strucker, sich mit letzter Kraft von Twitter nach Instagram zu transferieren. Daher heißen die beiden nächsten Avengers-Teile ja auch Avengers – The Instagram Wars (Kinostart 2018 und 2019).

Als kleines Intermezzo zwischen den endlosen Actionszenen gibt es eine kleine Dreiecksgeschichte, die Potenzial hat sich über die nächsten Filme zu verteilen. Muss sie halt auch, denn mit 5 Minuten pro Film ist nicht viel Platz für große Entwicklungen. Die Filme müssen ja aus Gründen der Ausgewogenheit wenigstens zu 91,1 Prozent aus Actionsequenzen bestehen. Jedenfalls gesteht Natasha alias Black Widow ihrem Kumpel Cap, dass sie von ihrem Techtelmechtel mit Bruce Banner/Hulk (der ja immer noch auf Selbstfindungstrip im Düsenjet weilt) schwanger ist und in ihr ein kleiner gelegentlich grün werdender Embryo heranwächst. Captain America ist not amused, wollte er doch eigentlich seine Jungfräulichkeit an die heiße Rothaarige verlieren. Nobel (und immer noch ungevögelt) erklärt sich Stevie bereits, der Schwarzen Strohwitwe bei der Kindererziehung beizustehen, sollte sich der Vater nicht mehr melden. Das ruft allerdings wiederum Eifersüchteleien bei Sharon Carter/Agent 13 (Großnichte von Peggy Carter oder so) hervor, die ja eigentlich endlich mal was mit Cap anfangen wollte. Kurze, erzerweichende Szenen sind vorprogrammiert.

Ach ja und nicht zu vergessen! Civil War ist auch der erste Auftritt des neuen Spider-Man (gespielt vom ganz jungen Tom Holland). Allerdings hat Spidey sagen wir mal wenig zu tun. Er schwingt sich ab und zu mal durchs Bild und immer wenn er etwas sagen will, explodiert nebenan ein Gebäude und der Zuschauer hört nicht, was der Bub sagen will. Wegen schlechter Resonanz auf Twitter wird Tom Holland allerdings während der Post Production nach einer Pressevorführung, bei welcher die Testzuschauer nur eine Durchschnittsbewertung von 9,5 von 10 Punkten gegeben haben, durch eine Computer animierte Puppe ersetzt. Ach ja und Black Panther alias der König von Waka Waka taucht ebenfalls zum ersten Mal auf. Da es allerdings mit War Machine und Falcon schon zwei schwarze Avengers gibt, hat der afrikanische Held nur ein kurzes Gastspielchen bei Oprah auf der Couch.

Aber egal, auf der ganzen Welt strömen die Menschen in Scharen in die Kinos (die Karten kosten ja auch nur 30 € aufwärts pro Nase) und viele Filmbewertungsseiten müssen vor lauter überwältigend positiver Meinungen auf einer Skala von 1 bis 10 die Wertung 11 einführen. In einer kleinen Postcreditszene sieht man übrigens Pepper Potts und Jane Foster, die sich völlig gelangweilt eine Folge Marvel’s Agents Of S.H.I.E.L.D. ansehen.
Linktipp: Bilanz zu den Phasen 1 und 2 des MCU


Lerchenberg: Staffel 2

17. Dezember 2015

Zweieinhalb Jahre nach der ersten Staffel der selbstironischen Sender-Sitcom sendete das ZDF im September vier neue Episoden von Lerchenberg, wie gewohnt hauptsächlich mit Sascha Hehn.

9-10Lerchenberg: Staffel 2
Comedyserie Deutschland 2015. FSK: Freigegeben ab 12 Jahren. 4 Folgen. Gesamtlänge: ca. 100 Minuten. TV-Erstausstrahlung: 18. September 2015.
Mit: Eva Löbau, Sascha Hehn, Karin Giegerich, Cornelia Gröschel, Stephan Kampwirth, Anke Sevenich u.a. Idee: Felix Binder, Maren Lüthje,
Florian Schneider.

Lerchenberg_Staffel 2_DVD

Viva La Television!“

Nachdem ZDF-Redakteurin Sybille „Billie“ Zarg (Eva Löbau) wegen diverser Missgeschicke zu den Mainzelmännchen „strafversetzt“ wurde, hilft ihr ausgerechnet der Mann aus ihrer misslichen Lage, der sie in selbige gebracht hat: Sascha Hehn. Denn der ZDF-Vorzeigestar und Schwiegermütterschwarm braucht eine eigene Redakteurin, um endlich an seine Karriere als Charakterdarsteller voranzubringen.

Zurück im Lerchenberg werden wir Zeuge einer kleinen TV-Revolution. Nach der gelungenen, selbstironischen, aber hier und da auch noch etwas biederen ersten Staffel gibt die gleichnamige Sender-Sitcom in ihrer zweiten Season so richtig Zunder.

Lerchenberg_Staffel 2_Eis Wieder vereint: Sascha und Billie

Unser aller Lieblings-Traumschiff-Kapitän bzw. Ex-Doktor möchte nur noch ernste Rollen spielen und schreckt, um sein Ziel zu erreichen, nicht davor zurück, bei einer sehr prominenten Kollegin Schauspielunterricht zu nehmen, damit es auf seine nicht mehr ganz so jungen Tage auch noch endlich mit dem zweiten Gesichtsausdruck („Mit dem Zweiten spielt man besser!“) klappt. Saschas Lieblingsredakteurin Billie entwickelt sich unterdessen vom duckmäuserischen Fußabtreter zur zielstrebigen Karrierefrau, die sich nichts mehr so einfach gefallen lässt. Und ein dickes Fell ist auch mehr als notwendig im knallharten Konkurrenzkampf mit ihrer ehemaligen Chefin Dr. Wolter (Karin Giegerich) um die Nachfolge des zwischen halber Konsterniertheit und nordisch-zurückhaltender Begeisterung pendelnden Dr. Bode (Stephan Kampwirth), der „für einen Job im Kultusministerium im Gespräch“ ist. Als Zünglein an der Waage in diesem Wettbewerb wirkt nicht nur das selbstsüchtige Karriereluder Judith (Cornelia Gröschel), früher hinterhältige Praktikantin,, sondern auch die ansonsten auf die Rolle der guten Seele abonnierte Frau Merzig (Anke Sevenich).

Erstaunlich was das Drehbuchautoren-Trio Niels Holle, Marc O. Seng und Felix Binder (auch Regie) alles in die erneut schmale Gesamtlaufzeit von ca. 100 Minuten alles gepackt haben. Da werden ZDF-Eigenheiten wie die unzähligen „Hitler“-Formate durch den bitteren Kakao gezogen während sich die prominenten Gaststars Iris Berben, Roberto Blanco, Jan Böhmermann, Antoine Monot Jr. („Der Techno-Bert“) sowie Jochen Schroeder („der Mischa aus der Schwarzwaldklinik“) keinesfalls für veritable Selbstparodien zu schade sind. Ein herrlicher Zufall, dass die Handlung der zweiten Episode die „Neger“-Äußerung des bayerischen Innenministers Joachim Herrmann gegenüber Roberto Blanco quasi vorwegnahm (die Dreharbeiten zur zweiten Staffel fanden im Oktober und November 2014 statt, Herrmanns Entgleisung Ende August 2015). Außerdem wird in der vierten Folge, in welcher ein frustrierter Neo-Moderator eine komplette und traditionsreiche ZDF-Sendung als Geisel nimmt, fast beiläufig noch die NDR-Drehbuchaffäre persifliert.

Bei dieser ganzen Unverfrorenheit wundert es eigentlich nur wenig, dass der Mainzelmännchensender sein selbstreferenzielles Feigenblatt im Nachtprogramm versendete bzw. zur „Krabbelgruppe ZDF Neo“ (O-Ton Dr. Wolter) weitergab. Aber dieses Verstecken potenzialträchtiger Formate außerhalb der großformatigen Einheitsbrei-Speisekarte gehört bei den Öffentlich-Rechtlichen leider zur „Vermarktungsstrategie“. Ob es nach dem Ende der zweiten Staffel überhaupt noch weitere Folgen von Lerchenberg geben wird? Es wäre sicherlich mehr als wünschenswert, wenngleich das Staffelfinale auch als Schlusspunkt der Serie verstanden werden kann. Doch die Hoffnung auf die Fortsetzung einer Serie, in welcher Mainzelmännchen, Zombies, Hundeführer und maskierte Hasen koexistieren, stirbt zuletzt.

Seit dem 9. Oktober 2015 ist Season 2 von Lerchenberg auf DVD erhältlich. Außerdem kann man sich die vier Episoden (zusammen mit den Folgen der ersten Staffel) in der ZDF-Mediathek ansehen.

Fazit: Die zweite Staffel von Lerchenberg ist fieser, bissiger und witziger. Zeitweise lässt sie die erste wie eine ZDF-Wohlfühl-Produktion aussehen. Spaßige, prägnante Mediensatire. 9 von 10 Punkten.

Bilder (C) ZDF.


Media Monday #233

14. Dezember 2015

media-monday-233

Endlich mal wieder eine ganze Woche Urlaub! Diverses zu erledigen und zu erleben gibt es natürlich auch. Der drittletzte Media Monday für dieses Jahr ist da keine Ausnahme…

1. Mit eines der schönsten Dinge, das mir durch mein Blog widerfahren ist, ist natürlich die positive Resonanz der vielen anderen Blogger.

2. So authentisch, wie Maroc Orange in Lisa Limone & Maroc Orange: A Rapid Love Story eine Orange dargestellt hat, so hat es bisher noch keine Frucht hinbekommen.

3. Während man sich die Fortsetzungen zu Highlander getrost hätte schenken können, hätte ich viel lieber mal einen Nachfolger zu Der Goldene Kompass gesehen, schließlich hatte die Romantrilogie von Philip Pullman mehr Potenzial. Aber immerhin gibt es bald eine TV-Serie, die gemeinsam von BBC und New Line Cinema produziert wird.

4. Ja, irgendwie weihnachtet es ja doch so langsam. Wenn ich mir dann doch mal einen Weihnachtsfilm anschauen würde/müsste/wollte, fiele meine Wahl wohl auf Interessanterweise habe ich gestern nach ein paar Jahren Pause wieder einmal Hilfe, es weihnachtet sehr aka Schöne Bescherung gesehen. Ich finde, wenn man den Film nicht jedes Jahr sieht, dann ist die „Wiedersehensfreude“ umso größer.

5. Bewusst vor dem Kinostart von Star Wars VII gestellt: Mein persönliches Kino-/Film-Highlight 2015: Lisa Limone & Maroc Orange: A Rapid Love Story.

6. Bei der Kürze der Tage und der ständigen Dunkelheit könnte man ja beinahe missmutig werden. Aber diverse Dinge heitern mich aber zuverlässig jedes Mal auf, denn auch wenn es so aussieht, der Tag ist ja noch nicht komplett vorbei, nur weil es dunkel ist.

7. Zuletzt habe ich eingekauft und das war bisweilen wieder ein wenig verwirrend, weil im Supermarkt meines Vertrauens vor nicht allzulanger Zeit umgeräumt wurde und man sich an die neue Ordnung noch gewöhnen muss.


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