Dredd (Kurzkritik)

Für das britische Comic-Anthologie-Magazin „2000 AD“ wurde die Figur des gnadenlosen Zukunftspolizisten Judge Dredd erfunden. Nach einer US-Verfilmung mit Stallone gab es 2012 auch eine britische Kinoversion mit Karl Urban in der Hauptrolle.

Dredd_DVDIn der Zukunft ist die Erde überwiegend ein radioaktiv verseuchtes Ödland. Die verbleibenden Großstädte dienen als letztes Refugium der Menschheit. In der hemmungslos überfüllten Mega City 1 herrscht das Chaos. Lediglich sechs Prozent der täglich verübten 70 000 Straftaten werden geahndet. Für wenigstens einen letzten Rest von Recht und Ordnung sorgen die Judges, gleichzeitig Polizei, Justiz und Vollstreckung in einem. Der beste dieser Ordnungshüter ist der kompromisslose und unbestechliche Judge Dredd (Karl Urban). Auf Anweisung seiner Vorgesetzten nimmt er die junge Rekrutin Cassandra Anderson (Olivia Thirlby) mit auf die mörderische Streife. Die Suche nach Hinweisen über die Droge Slo-Mo, welche den Konsumenten die Zeit nur mit 1 Prozent der normalen Geschwindigkeit erleben lässt, führt Dredd und Anderson in den riesigen Wolkenkratzer Peach Tree, in welchem die ruchlose Clanchefin Ma-Ma (Lena Headey) ihr schauriges Regiment führt. Es gelingt Dredd und Anderson einen von Ma-Mas Handlangern festzunehmen, doch wird der Gebäudekomplex abgeriegelt worauf die beiden Judges sich allein einer Übermacht von Gegnern stellen müssen…

Regisseur Pete Travis (Acht Blickwinkel) und Autor Alex Garland (The Beach) verzichten bei ihrer Adaption des Kultcomics auf eine allzu ausgefeilte Story oder Figurenzeichungen zugunsten eines düster-dreckigen Endzeit-Settings und einer stilsicheren Inszenierung. Wenn der Zuschauer die Auswirkung der Droge Slo-Mo unmittelbar erlebt oder der gigantische Hochhausslum aus allen Winklen beleuchtet wird, dann überzeugt Dredd zumindest auf inszenatorischer und visueller Ebene. Während wir von Hauptdarsteller Karl Urbans Gesicht nur die untere Hälfte zu sehen bekommen, so darf Lena Headey als finstere Ma-Ma so richtig vom Leder ziehen. Dagegen wirkt Cersei Lannister aus Game Of Thrones wie ein Schulmädchen.

Fazit: Inhaltlich zwar recht flache, aber stylisch inszenierte und kompromisslose Comic-Verfilmung. 6 von 10 Punkten.

6-10Dredd
Comicverfilmung UK 2012. FSK 18. 92 Minuten. Mit: Karl Urban, Olivia Thirlby, Lena Headey, Wood Harris u.a. Regie: Pete Travis. Drehbuch: Alex Garland. Nach Comics von John Wagner und Carlos Ezquerra.

Bild (c) Universum Film.

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4 Responses to Dredd (Kurzkritik)

  1. bullion sagt:

    Ich glaube bei einer möglichen Folgesichtung könnte ich ihn sogar noch positiver bewerten.

    • mwj sagt:

      Hoffentlich macht das Ben Affleck in „Batman v. Superman“ auch so wie Judge Dredd, nämlich dass er nie seine Maske abnimmt 😉

  2. […] aus der Blogosphäre: Cellurizon: 7/10 Punkte CineKie: 7/10 Punkte MWJ 2nd Blog: 6/10 Punkte Tonight is gonna be a large one.: 6/10 […]

  3. […] Garland hat sich bisher als Romancier (u.a. Der Strand) und Drehbuchautor (28 Days Later, Sunshine, Dredd) einen Namen gemacht. In seinem 2015 erschienen Regiedebüt Ex Machina verzichtet der Brite auf […]

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