Lerchenberg (Kurzkritik)

Zum 50jährigen Senderjubiläum im Jahr 2013 spendierte sich das Zweite Deutsche Fernsehen (ZDF) nicht nur eine große Fernsehgala sondern ließ das Publikum mit der kleinen Serie Lerchenberg auch einen fiktiven Blick hinter die eigenen Kulissen werfen.

 

Ein Fall für zwei

Lerchenberg_DVDEigentlich wollte Billie (Eva Löbau) das von ihr seit über einem Jahr betreute Filmprojekt über einen Mann im Rollstuhl weiterführen. Doch dann erhält die für „Innovation“ zuständige ZDF-Redakteurin einen besonders wichtigen Auftrag von ihrer Chefin Dr. Wolter (Karin Giegerich): dem gealterten TV-Star Sascha Hehn (Sascha Hehn) ein Comeback auf den Fernsehschirmen der Republik zu verschaffen. Das Unterfangen erweist sich als äußerst schwierig, vor allem da sich Hehn, der immer noch von seinem Ruhm aus Die Schwarzwaldklinik oder Das Traumschiff zehrt, bisweilen als wenig kooperativ und hinterhältig erweist…

Wer schon immer beim öffentlich-rechtlichen Fernsehen Mäuschen spielen wollte, erhält mit Lerchenberg dazu Gelegenheit. Aus der Sicht von Redakteurin Billie werden die Vorgänge und Abläufe in der Abteilung „Innovation“ der Fernsehanstalt erzählt. Obwohl sich Billie immer wahnsinnig reinhängt und bemüht, so bleibt sie doch vom Pech verfolgt. Die neue, junge, attraktive Kollegin Judith (Cornelia Gröschel) schnappt ihr immer wieder potenzialträchtige Projekte vor der Nase weg oder streicht für die gemeinsam erarbeiteten Erfolge allein die Lorbeeren ein. Und auch die Versuche, neue Formate für/mit Sascha Hehn auf die Beine zu stellen (Kochshow, Dokusoap) sind zum Scheitern verurteilt, nicht selten der Eitelkeit und Selbstüberschätzung Hehns geschuldet. Lerchenberg überzeugt durch seine unverkrampfte Selbstironie und die nicht unauthentischen Charaktere. Zur Satire fehlt allerdings noch einiges an Bissigkeit. Negativ fällt nur die uninspirierte, ausgelutschte Rockmusik bei den Szenenübergängen auf. Aufgrund der geringen Episodenanzahl wirkt die Serie auch unfertig und das Ende kommt zu früh. Von Anfang Oktober bis Anfang November 2014 wurde übrigens eine zweite Staffel gedreht. Wirklich mehr als vier Folgen werden es aber bei der kurzen Drehzeit wohl auch nicht.

 

Fazit: Selbstreferentielle ZDF-Produktion, die über weite Strecken Spaß macht, aber insgesamt etwas zu bieder geraten ist. 7 von 10 Punkten.

7-10Comedy/Miniserie Deutschland 2013. FSK 6. 4 Folgen (Staffel 1). Gesamtlänge. ca. 96 Minuten. Mit: Eva Löbau, Sascha Hehn, Karin Giegerich, Cornelia Gröschel, Matthias Lier, Anke Sevenich u.v.a. Idee: Felix Binder, Maren Lüthje, Florian Schneider.

Bild (C) ZDF/Tellyvisions.

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6 Responses to Lerchenberg (Kurzkritik)

  1. franziska-t sagt:

    Hast du auch schon die zweite Staffel gesehen?

    Hier meine Review zur Ersten: https://filmkompass.wordpress.com/2015/04/16/lerchenberg-staffel-1-2013/

  2. […] TV-Revolution. Nach der gelungenen, selbstironischen, aber hier und da auch noch etwas biederen ersten Staffel gibt die gleichnamige Sender-Sitcom in ihrer zweiten Season so richtig […]

  3. […] Die ZDF-Sender-Sitcom Lerchenberg fing in der ersten Staffel gar nicht mal so stark an, mittlerweile brilliert sie in Season 2 als herrlich bissige […]

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