Media Monday #208

22. Juni 2015

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Vielleicht wird es der ein oder andere mitbekommen haben: die letzten beiden Ausgaben des Media Mondays habe ich geschwänzt, und zwar aus zwei Gründen. Zum einen frühsommerliche Lethargie, zum anderen war es dringend notwendig die beiden letzten Episoden der fünften Staffel von Game Of Thrones zu verdauen. Nun bin ich aber wieder am Start und gelobe Besserung…

1. Gegenüber Serien sind Filme vor allem bei Dramaturgie und Charakterzeichnung schwer im Nachteil.

2. Der Moment, als die unerwartete Wendung in The Return Of The First Avenger sich offenbarte, hat mir leider dann den Film ziemlich vermiest, der bis dahin ganz gut war. .

3. Das Finale von Akte X hat mich als Serienfinale schon arg enttäuscht, schließlich wurde diese geniale Serie so lieblos zu Ende gebracht.

4. Wenn denn dann bald Sommerurlaub ist dann freue ich mich schon auf Familienbesuch aus einem fernen Land.

5. Eine Wendung in der letzten Folge (2.07) von Penny Dreadful war eine Riesenüberraschung, denn dieses Verhalten hätte man der betreffenden Figur so nicht zugetraut.

6. Avatar hinterließ bei mir einen recht zwiespältigen Eindruck, denn einerseits lieferte er tolle Bilder und Effekte, aber andererseits eine völlig einfallslose Story.

7. Zuletzt gesehen habe ich die siebte Folge der zweiten Staffel von Penny Dreadful und das war wie nicht anders gewohnt eine gelungene Episode , weil zwar überwiegend zwei Hauptcharaktere im Mittelpunkt standen, die übrigen aber auch nicht zu kurz kamen.


A Young Doctor’s Notebook: Staffel 2

21. Juni 2015

Von der kleinen TV-Perle A Young Doctor’s Notebook kann man sicherlich nicht sagen, dass sie aus zu vielen Folgen besteht. Auch nicht nach Sichtung der finalen zweiten Staffel.

8-10A Young Doctor’s Notebook & Other Stories
Satire/Drama UK 2013. 4 Folgen. FSK: Freigegeben ab 16 Jahren. Gesamtlänge: ca. 90 Minuten (PAL-DVD).
Mit: Daniel Radcliffe, Jon Hamm, Adam Godley, Rosie Cavaliero, Vicki Pepperdine, Margaret Clunie, Charles Edwards u.a. Nach Michail Bulgakow.
Drehbuch: Mark Chappell, Alan Connor, Shaun Pye. Regie: Robert McKillop.

 

A Young Doctor's Notebook 2_DVD

Morphium und andere Liebschaften

1918. Ein Jahr nach seinem Dienstantritt im äußerst abgelegenen Krankenhaus von Muryevo ist für den jungen Doktor Bomgard (Daniel Radcliffe) zwar noch keine völlige Routine eingekehrt, aber zumindest halten sich die behandlungsbedingten Todesfälle mittlerweile in Grenzen. Der gebeutelte Arzt profitiert ungemein von seiner Liebesbeziehung zur resoluten Krankenschwester Pelegeya (Rosie Cavaliero), die ihn ausreichend mit Morphium versorgt, zugleich aber auch dabei hilft, die Sucht zu kaschieren. Doch irgendwann breitet sich auch die Novemberrevolution in die hinterste Provinz aus. Doktor Bomgard und sein Personal drohen zwischen die Fronten des Bürgerkrieges zu geraten. Da taucht ein Regiment der Weißen Armee im Krankenhaus auf, im Schlepptau die Adelige Natasha (Margaret Clunie), in welche sich der Doktor verguckt. Fortan versucht er die Gunst der jungen Frau zu gewinnen und die Tatsache zu verheimlichen, dass die Morphium-Vorräte kaum noch existent sind. 17 Jahre später ist der ältere Dr. Bomgard (Jon Hamm) von seiner Sucht geheilt und wird aus dem Sanatorium entlassen. Auf einer langen Zugfahrt entdeckt er sein altes Tagebuch wieder und erinnert sich…

A Young Doctor's Notebook 2_Natasha Der junge Arzt verliebt sich in die junge Adelige

 

 

Gruselige Krankengeschichten, schwarzer Humor und düstere Aussichten, nur wenige der Markenzeichen von A Young Doctor’s Notebook. In vier Folgen adaptierte die britische Miniserie die autobiographischen Aufzeichnungen eines jungen Arztes aus der Feder des russischen Autors Michail Bulgakow (Meister und Margaritas). Trotz extrem kurzer Laufzeit (vier Episoden mit einer Gesamtlänge von etwa 90 Minuten) gelang es eine düster-ironische Literaturverfilmung der etwas anderen Art auf den Bildschirm zu zaubern.

Der große Kniff der TV-Serie: dem jungen Doktor, gespielt von Daniel „Harry Potter“ Radcliffe, schaut sein älteres Ich (Jon „Mad Man“ Hamm) über die Schulter. Dieses Erfolgsprinzip wird bei der Fortsetzung natürlich beibehalten. Die Leiden des jungen Landarztes setzen sich fort und auch die imaginären Lektionen vom „Älter Ego“. Der ältere Doktor macht 17 Jahre später seine eigene wortwörtliche Reise durch. Im Zug nach Nirgendwo unternimmt er schließlich durch das alte Notizbuch den Trip in die Vergangenheit.

Auch Staffel zwei glänzt mit schwarzem, absurdem Humor und kauzigen Charakteren (hier ist natürlich besonders der eigenwillige Feldarzt zu nennen), die direkt neben bitterer Realität und dem Hauch des Todes existieren. Die schaurigen Behandlungen halten sich diesmal etwas in Grenzen. Stattdessen spielt die Story gelegentlich mit den verschiedenen Realitätsebenen, visualisiert beispielsweise die Idee des jungen Doktors eine Oper auf Basis des eigenen Lebens zu schreiben. Darüber hinaus erweist sich der von Daniel Radcliffe genial gespielte Jungarzt vor allem als unfassbares Charakterschwein, das in kritischen Momenten seine Mitmenschen links liegen lässt. Hier wird der ältere Arzt zum Ermahner der eigenen Dämonen, der auf einer langen Zugfahrt die falschen Entscheidungen der Vergangenheit zu verarbeiten versucht.

Die zweite Season läuft deshalb mit dem Titelzusatz „and other Stories“, weil das Meiste von Bulgakows literarischer Vorlage bereits für die erste Staffel adaptiert wurde und so die Drehbuchautoren Mark Chappell, Alan Connor sowie Shaun Pye mit eigens kreiierten Geschichten das Material strecken. Ein befürchteter Qualitätsabfall ist dadurch in keiner Sekunde bemerkbar. Und dennoch kommt das Ende dieser ungewöhnlichen und kuriosen Miniserie keineswegs zu früh. Selten war ein Schlusspunkt so rund und passend. Aber irgendwie wünscht man sich als Zuschauer eine Fortsetzung der Zusammenarbeit von Daniel Radcliffe und Jon Hamm. Wenn das kein Ritterschlag ist.

Nach der Ausstrahlung im Bezahlfernsehen bei RTL Passion erschien A Young Doctor’s Notebook & Other Stories am 27. Februar 2015 auf DVD und BluRay.

Fazit: Die zweite und letzte Staffel von A Young Doctor’s Notebook führt die (Leidens-)Geschichte seines eigenwilligen Protagonisten konsequent weiter und zu einem bitteren, aber gelungenen Ende. 8 von 10 Punkten.

A Young Doctor's Notebook 2_Tanz
Es darf getanzt werden.

Bilder (C) Polyband.


Lerchenberg (Kurzkritik)

12. Juni 2015

Zum 50jährigen Senderjubiläum im Jahr 2013 spendierte sich das Zweite Deutsche Fernsehen (ZDF) nicht nur eine große Fernsehgala sondern ließ das Publikum mit der kleinen Serie Lerchenberg auch einen fiktiven Blick hinter die eigenen Kulissen werfen.

 

Ein Fall für zwei

Lerchenberg_DVDEigentlich wollte Billie (Eva Löbau) das von ihr seit über einem Jahr betreute Filmprojekt über einen Mann im Rollstuhl weiterführen. Doch dann erhält die für „Innovation“ zuständige ZDF-Redakteurin einen besonders wichtigen Auftrag von ihrer Chefin Dr. Wolter (Karin Giegerich): dem gealterten TV-Star Sascha Hehn (Sascha Hehn) ein Comeback auf den Fernsehschirmen der Republik zu verschaffen. Das Unterfangen erweist sich als äußerst schwierig, vor allem da sich Hehn, der immer noch von seinem Ruhm aus Die Schwarzwaldklinik oder Das Traumschiff zehrt, bisweilen als wenig kooperativ und hinterhältig erweist…

Wer schon immer beim öffentlich-rechtlichen Fernsehen Mäuschen spielen wollte, erhält mit Lerchenberg dazu Gelegenheit. Aus der Sicht von Redakteurin Billie werden die Vorgänge und Abläufe in der Abteilung „Innovation“ der Fernsehanstalt erzählt. Obwohl sich Billie immer wahnsinnig reinhängt und bemüht, so bleibt sie doch vom Pech verfolgt. Die neue, junge, attraktive Kollegin Judith (Cornelia Gröschel) schnappt ihr immer wieder potenzialträchtige Projekte vor der Nase weg oder streicht für die gemeinsam erarbeiteten Erfolge allein die Lorbeeren ein. Und auch die Versuche, neue Formate für/mit Sascha Hehn auf die Beine zu stellen (Kochshow, Dokusoap) sind zum Scheitern verurteilt, nicht selten der Eitelkeit und Selbstüberschätzung Hehns geschuldet. Lerchenberg überzeugt durch seine unverkrampfte Selbstironie und die nicht unauthentischen Charaktere. Zur Satire fehlt allerdings noch einiges an Bissigkeit. Negativ fällt nur die uninspirierte, ausgelutschte Rockmusik bei den Szenenübergängen auf. Aufgrund der geringen Episodenanzahl wirkt die Serie auch unfertig und das Ende kommt zu früh. Von Anfang Oktober bis Anfang November 2014 wurde übrigens eine zweite Staffel gedreht. Wirklich mehr als vier Folgen werden es aber bei der kurzen Drehzeit wohl auch nicht.

 

Fazit: Selbstreferentielle ZDF-Produktion, die über weite Strecken Spaß macht, aber insgesamt etwas zu bieder geraten ist. 7 von 10 Punkten.

7-10Comedy/Miniserie Deutschland 2013. FSK 6. 4 Folgen (Staffel 1). Gesamtlänge. ca. 96 Minuten. Mit: Eva Löbau, Sascha Hehn, Karin Giegerich, Cornelia Gröschel, Matthias Lier, Anke Sevenich u.v.a. Idee: Felix Binder, Maren Lüthje, Florian Schneider.

Bild (C) ZDF/Tellyvisions.


Media Monday #205

1. Juni 2015

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Fast hätte ich den heutigen Media Monday aufgrund marodierender Untoter in Westeros bzw. um die Bundesliga kämpfender Fußballer verpennt.

1. Nicht erst seit gestern habe ich ein regelrechtes Faible für Doppelgänger-Motiv in Filmen und Serien, denn es gibt so viele Möglichkeiten, aus diesem Motiv etwas zu machen.

2. Die Horrorserie Penny Dreadful ist in ihrer Ausgestaltung doch recht heftig, was mir als Angsthasen zwar manchmal etwas zusetzt. Aufgrund der hohen Qualität der Serie kann ich das allerdings verkraften.

3. Das Spider-Man-Reboot mit Andrew Garfield war meines Erachtens von vornherein zum Scheitern verurteilt, schließlich war schon die Raimi-Trilogie alles andere als wirklich gut.

4. Die große Faszination von „Schauspielern“ wie The Rock oder Vin Diesel wird sich bei mir nie einstellen. Versprochen.

5. Die neuen Star Trek-Filme von J.J. Abrams würde mir noch weitaus mehr zusagen, wenn die Kamera nicht ständig so wackeln würde (das ist keine Bildästhetik sondern verursacht Übelkeit).

6. Joss Whedon hat auch schon bessere Filme gedreht, aber bei Avengers 2 ist seine Handschrift leider im Blödbusterkrawall untergegangen.

7. Allgemein mag ich am liebsten Filme, bei denen es nicht um festgefahrene Dramaturgie-Muster, immer wieder aus Neue durchgenudelte Klischees oder ermüdende Action geht.


Corlys Lesewelt

Lesen genießen ...

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