Oscar 2015 – Tippspielergebnis

28. Februar 2015

Die Oscar-Verleihung 2015 ist schon wieder Geschichte und esbleibt diesbezüglich nur noch unser Tippspielergebnis zu verkünden.

Vor zwei Jahren tippten Todd Hirn (tlh) und ich (mwj) ebenfalls die Oscar-Gewinner und das Ergebnis fiel folgendermaßen aus:

mwj: 18 von 24 richtig

tlh: 12 von 24 richtig

2015 ist alles etwas anders. Das bedeutet: ich habe mich etwas verschlechtert und Todd hat sich gleichermaßen verbessert. Vor allem hat er im Gegensatz zu mir die Königskategorien richtig getippt.

Aber seht selbst:

Bester Film
Boyhood (mwj)
Birdman (tlh)

Beste Regie
Richard Linklater, Boyhood (mwj)
Alejando González Iñárritu, Birdman (tlh)

Bester Hauptdarsteller
Michael Keaton, Birdman (mwj)
Eddie Redmayne, Die Entdeckung der Unendlichkeit (tlh)

Beste Hauptdarstellerin
Julianne Moore, Still Alice (mwj/tlh)

Bester Nebendarsteller
J.K. Simmons, Whiplash (mwj)
Ethan Hawke, Boyhood (tlh)

Beste Nebendarstellerin
Patricia Arquette, Boyhood (mwj/tlh)

Bestes Original-Drehbuch
Wes Anderson, The Grand Budapest Hotel (mwj)
A. González Iñárritu, Nicolás Giacobone, Alexander Dinelaris Jr., Armando Bo., Birdman (tlh)

Bestes Adaptiertes Drehbuch
Graham Moore, The Imitation Game (mwj)
Paul Thomas Andersen, Inherent Vice (tlh)

Bester Schnitt
Boyhood (mwj)
The Grand Budapest Hotel (tlh)
Whiplash

Beste Kamera
Birdman (mwj/tlh)

Beste Ausstattung
The Grand Budapest Hotel (mwj/tlh)

Beste Tonmischung
Whiplash (mwj)
Birdman (tlh)

Bester Tonschnitt
American Sniper (mwj)
Interstellar (tlh)

Beste Kostüme
The Grand Budapest Hotel (mwj/tlh)

Bester Original-Score
Die Entdeckung der Unendlichkeit (mwj/tlh)
The Grand Budapest Hotel

Bester fremdsprachiger Film
Ida (mwj/tlh)

Bester Dokumentarfilm
Citizenfour (mwj/tlh)

Bester Animationsfilm
Drachenzähmen leicht gemacht (mwj)
Die Legende der Prinzessin Kaguya (tlh)
Baymax

Beste visuelle Effekte
Interstellar (mwj)
Planet der Affen: Revolution (tlh)

Bestes Makeup
Guardians Of The Galaxy (mwj/tlh)
The Grand Budapest Hotel

Bester Original-Song
„Glory“, Selma (mwj/tlh)

Bester Kurzfilm
The Phone Call (mwj/tlh)

Bester Dokumentarkurzfilm
Crisis Hotline: Veterans Press 1 (mwj/tlh)

Bester animierter Kurzfilm
Liebe geht durch den Magen (mwj/tlh)

 

Ergebnis

mwj: 16 von 24 Kategorien richtig (66,67 %)
tlh: 15 von 24
Kategorien richtig (62,50 %)

Advertisements

Media Monday #191

23. Februar 2015

media-monday-191

Heute Nacht bzw. am frühen Morgen gingen die Oscars zum 87. Mal an verschiedene (überwiegend weiße) Menschen. Ich vergebe dann mal meine Antworten zu den sieben Fragen des neuen Media Mondays.

 

 

  1. Den Oscar für den besten Film des Jahres 2014 hätte ja in meinen Augen auch Boyhood verdient gehabt, wobei Birdman ein verdienter Sieger ist.
  2. Wenn ich mir so die Ergebnisse des Filmtipp Award 2014 ansehe, so fällt mir auf, dass überwiegen die Oscar-Gewinner und –Nominierte vom Vorjahr, die erst 2014 in die deutschen Kinos kamen, gewählt wurden.
  3. Mit Filmen von Michael Bay konnte ich noch nie viel anfangen, einfach weil mich diese hohle Action und die oberflächliche „Figurenzeichnung“ langweilt.
  4. Klassischer Aufbau in drei Akten oder darf es gerne mal etwas unkonventioneller sein? Es ist schon lange höchste Zeit, dass diese starre Dramaturgie zugunsten neuer Formen aufgeweicht wird, was viel zu selten passiert. Wer mich kennt weiß dass ich diesbezüglich sehr offen bin. Deswegen gefallen mir z.B. auch Filme von Wong Kar-Wai.
  5. Zeitsprünge, Vor- und Rückblenden sind ja beliebte Stilmittel. Unnötiger Schnickschnack, oft nur verwirrend oder eher ganz große Erzählkunst? Das kommt darauf an. Ein unzweckmäßiger Einsatz kann die Dramaturgie eines Films zerstören. Aber wenn man es so macht, wie Christopher Nolan in Memento, dann ist das geniale Erzählkunst.
  6. Inspiriert von der Blogparade der Singenden Lehrerin zu den Top Sex der erotischsten Szenen: Die heißeste (Sex-)Szene in einem Film, einer Serie oder einem Buch ist die Szene zwischen Petyr „Littlefinger“ Baelish und seiner frisch angetrauten Ehefrau Lysa (ehemals Arryn) aus Das Lied von Eis und Feuer/Game Of Thrones, die vor allem zu hören ist.
  7. Zuletzt gesehen habe ich die sechste Folge der 1. Staffel von Marvel’s Agents Of S.H.I.E.L.D. und das war eine recht gelungene Episode, weil es für eine der Hauptfiguren um Leben und Tod ging.

Atlantis (BBC) – Folgen 1+2

22. Februar 2015

Nach dem Ende der Serie Merlin, die von den jungen Jahren des legendären Zauberers aus der Artussage handelte, folgte im Herbst 2013 eine neue Serie der gleichen Autoren. In der sagenhaften Stadt Atlantis erleben der junge Jason und seine neuen Freunde viele Abenteuer.


2-10Atlantis
Fantasyserie UK 2013/14. Mit: Mark Addy, Jack Donnelly, Robert Emms, Jemima Rooper, Sarah Parish, Juliet Stevenson u.a. Idee: Johnny Capps, Julian Murphy, Howard Moverman. 

Atlantis_DVD-Cover

BBC geht baden

Da sein Vater von einer Tauchfahrt nicht zürückgekehrt ist, sucht der junge Jason (Jack Donnelly) ihn mit einem U-Boot. Plötzlich blendet Jason ein Licht und der junge Mann erwacht an einem Sandstrand, nachdem er kurz das Bewusstsein verlor. Als Jason seine Umgebung erkundet, muss er feststellen, dass er in der sagenhaften Stadt Atlantis gelandet ist. Schnell freundet sich der „Zeitreisende“ mit dem Denker Pythagoras (Robert Emms) und dem Trunkenbold Hercules (Robert Addy) an. Noch rasanter bringt sich Jason allerdings in tödliche Gefahr…

Auch wenn ich als alter Fan von klassischen griechischen Sagen immer genervt bin, wenn diese für Film oder Fernsehen verfälscht und ausgebeutet werden, so habe ich nichts dagegen wenn die Geschichten auch nicht so vorlagengetreu adaptiert werden. Es sollte dafür eben stimmig und spannend sein. Die seit 4. Februar als deutsche Free-TV-Premiere auf Super RTL laufende BBC-Serie Atlantis schafft aber am Anfang keines von beiden zu sein.

Die Pilotfolge, in welcher Jason als Schiffbrüchiger nach Atlantis kommt, ist an Ideenlosigkeit nicht zu überbieten. Lieblos wird die Episode runtergekurbelt, bis Jason und seine unfreiwilligen Mistreiter ins Labyrinth des Minotaurus geraten. Dort ist natürlich ganz praktisch, dass der Minotaurus Jason einfach ins Schwert läuft, um dann als zurückverwandelter Mensch schnell noch eine Prophezeiung loszuwerden. Prophezeiungen und böse Omen gibt es hier an jeder Ecke zum Mitnehmen, vor allem aber vom Orakel (Juliet Stevenson) aus dem Tempel.

Die Story ist lieblos, die Figuren leblos. Jason kann einfach alles, obwohl er ständig völlig ahnungslos ist und Pythagoras ist verantwortlich für den Frust weniger begabter Mathematikschüler. Ach ja und dann gibt es noch Hercules, der mit dem Helden Herakles aus den Sagen nichts gemein hat, und dessen Rollenprofil darin besteht, ständig besoffen in der Ecke zu liegen. Hercules-Darsteller Mark Addy musste sich also bezüglich des Alkoholkonsums von seiner früheren Rolle als König Robert in Game Of Thrones nicht groß umstellen.

In der zweiten Folge gewinnt die Serie dann ein wenig an Spannung. Das liegt vor allem an den Maenaden (gefährlichen Anhängerinnen des Dionysos-Kultes), mit denen es unser undynamisches Trio, das scheinbar von einem Schlamassel in den nächsten gerät, zu tun bekommt. Trotz der geringfügigen Steigerung habe ich Atlantis dann nicht mehr weiterverfolgt. Vermutlich bin ich der Zielgruppe seit zwanzig Jahren entwachsen.

Fazit: Uninspirierte Abenteuerserie für junge Leute, die schon während der ersten beiden Folgen untergeht. 2 von 10 Punkten.


Oscar 2015 – Wir tippen die Gewinner

22. Februar 2015

Wie auch schon vor zwei Jahren haben sich Todd Hirn und meine Wenigkeit wieder gegenseitig dazu angestachelt, ein Oscar-Tippspiel zu veranstalten.

Heute Nacht ist es soweit. Die 87. Verleihung der Academy Awards steigt in Hollywood. Besonderheit für mich dieses Jahr: Ich habe die beiden Top-Favoriten Birdman und Boyhood gesehen und kann sagen, dass sie die Nominierungen und (evtl noch kommende) Auszeichnungen völlig verdient haben. Trotzdem werde ich mir nicht mehr wie früher die Nacht um die Ohren schlagen, sondern lediglich das Ende am Montag ganz früh mitnehmen.

Nun aber zu den Tipps von mir (mwj) und Todd (tlh):

Bester Film
Boyhood (mwj)
Birdman (tlh)

Beste Regie
Richard Linklater, Boyhood (mwj)
Alejando González Iñárritu, Birdman (tlh)

Bester Hauptdarsteller
Michael Keaton, Birdman (mwj)
Eddie Redmayne, Die Entdeckung der Unendlichkeit (tlh)

Beste Hauptdarstellerin
Julianne Moore, Still Alice (mwj/tlh)

Bester Nebendarsteller
J.K. Simmons, Whiplash (mwj)
Ethan Hawke, Boyhood (tlh)

Beste Nebendarstellerin
Patricia Arquette, Boyhood (mwj/tlh)

Bestes Original-Drehbuch
Wes Anderson, The Grand Budapest Hotel (mwj)
Alejandro González Iñárritu, Nicolás Giacobone, Alexander Dinelaris Jr., Armando Bo., Birdman (tlh)

Bestes Adaptiertes Drehbuch
Graham Moore, The Imitation Game (mwj)
Paul Thomas Andersen, Inherent Vice (tlh)

Bester Schnitt
Boyhood (mwj)
The Grand Budapest Hotel (tlh)

Beste Kamera
Birdman (mwj/tlh)

Beste Ausstattung
The Grand Budapest Hotel (mwj/tlh)

Beste Tonmischung
Whiplash (mwj)
Birdman (tlh)

Bester Tonschnitt
American Sniper (mwj)
Interstellar (tlh)

Beste Kostüme
The Grand Budapest Hotel (mwj/tlh)

Bester Original-Score
Die Entdeckung der Unendlichkeit (mwj/tlh)

Bester fremdsprachiger Film
Ida (mwj/tlh)

Bester Dokumentarfilm
Citizenfour (mwj/tlh)

Bester Animationsfilm
Drachenzähmen leicht gemacht (mwj)
Die Legende der Prinzessin Kaguya (tlh)

Beste visuelle Effekte
Interstellar (mwj)
Planet der Affen: Revolution (tlh)

Bestes Makeup
Guardians Of The Galaxy (mwj/tlh)

Bester Original-Song
„Glory“, Selma (mwj/tlh)

Bester Kurzfilm
The Phone Call (mwj/tlh)

Bester Dokumentarkurzfilm
Crisis Hotline: Veterans Press 1 (mwj/tlh)

Bester animierter Kurzfilm
Liebe geht durch den Magen (mwj/tlh)


The Broken

19. Februar 2015

Seit letztem Jahr interessiert mich besonders das auf vielfache Weise auftretende „Doppelgänger“-Motiv in Filmen, aber auch TV-Serien. Unabhängig davon stand der Thriller The Broken, mit Lena Headey in der Hauptrolle, schon länger auf meiner Watchlist.

7-10The Broken
Psychothriller UK/Frankreich 2008. FSK: Freigegeben ab 16 Jahren. 84 Minuten (PAL-DVD).
Mit: Lena Headey, Richard Jenkins, Melvil Popaud, Asier Newman, Ulrich Thomsen, Michelle Duncan u.a.
Drehbuch und Regie: Sean Ellis.

The Broken_DVD

The Mirror Crack’d

Gina (Lena Headey) arbeitet als Radiologin an einer Londoner Klinik. Zuletzt hat sie ungewöhnlich viele Fälle von Dextrokardie festgestellt. Eines Tages sieht sie in einem vorbeifahrenden Auto eine Frau, die aussieht wie sie. Gina folgt dieser mysteriösen Frau zu deren Wohnung. Voller Wut stiehlt Gina das Auto ihrer Doppelgängerin. Durch einen Moment der Unachtsamkeit verursacht sie einen Verkehrsunfall und wird schwer verletzt. Gina erwacht im Krankenhaus, kann sich jedoch an den Unfallhergang nicht erinnern. Zudem verhält sich ihr Freund Stephan (Melvil Poupaud) merkwürdig. Gegenüber Psychiater Dr. Zachman (Ulrich Thomsen) äußert Gina den Verdacht, dass der Mann mit dem sie zusammen ist nicht Stephan ist…

The Broken_GinaDie diversen Kurzgeschichten von Edgar Allan Poe, dem Vater der modernen Schauererzählung, dienten schon oft als Vorlage für Filme. Auch der britische Regisseur und Drehbuchautor Sean Ellis (Cashback) interpretiert mit seinem zweiten Spielfilm ein Werk Poes, nämlich die Story mit dem Titel William Wilson, welche frei interpretiert und in die Gegenwart versetzt wurde.

London fungiert hier als perfekter Ort für beklemmende Stimmung. Die Großstadt ist grau und kalt, die Charaktere einsam und emotional verkümmert. Die unheilschwangere Atmosphäre wird gekonnt durch leise Musik und unterschwelliges Sounddesign erzeugt und aufrecht erhalten. Richtige Schockeffekte gibt es so gut wie gar nicht. Das „Grauen“ manifestiert sich hier nicht durch Monster oder Serienkiller, sondern im plötzlich auftauchenden Fremden in vertrauter Umgebung.

Inhaltlich ist The Broken dann aber ein wenig enttäuschend. Der Plottwist am Ende ist nicht mehr ganz neu, vor allem für Kenner von William Wilson oder z.B. der Kurzgeschichte Impostor von Philip K.Dick. Immerhin hüllt sich die Story konsequent darüber in Schweigen, was es wirklich mit den Doppelgängern auf sich hat. Eine Erklärung wird nicht geliefert, was aber wunderbar zum Gesamtpaket des Films passt. Denn nicht das „was“ ist hier entscheidend, sonder das „wie“, die Präsentation. Und die ist zweifelsohne gelungen. Jedenfalls wollte ich nach einer heftigen Szene in der Dusche mich am gleichen Abend nicht mehr unter selbige stellen.

Es ist übrigens hochinteressant dass 2009 eine weitere lose Adaption einer Kurzgeschichte von Edgar Allan Poe folgte, Das Schwarze Herz. Erneut spielt Lena Headey eine Ärztin (wenn auch nicht die Hauptfigur) und Ulrich Thomsen hat ebenfalls eine kleine Rolle. Zufälle gibt’s!

Fazit: The Broken ist ein subtil inszenierter, stimmungsvoller Psychothriller, der formal und inhaltlich nicht vollkommen überzeugt. 7 von 10 Punkten.


Media Monday #190

16. Februar 2015

media-monday-190

Auch wenn ich dem alljährlichen Narrentreiben nicht wirklich viel abgewinnen kann, habe ich mir gestern einen Faschingszug angesehen und war dabei kostümiert! Und das „Rosenmontagsspecial“ des Media Monday muss natürlich auch sein.

1. Animierte Charaktere oder Puppen/Kostüme? Ganz klar Puppen/Kostüme. Vor allem ersteres wenn sie so toll gemacht sind wie in Lisa Limone & Maroc Orange: A Rapid Lovestory.

2. Clowns finde ich seit meiner Lektüre von Stephen Kings Es im zarten Alter von 17 Jahren eher befremdlich.

3. Wenn die Effekte auch nicht wirklich up-to-date waren/sind, hat mich Babylon 5 doch durch die außergewöhnlichen, intelligenten Drehbücher, die fortlaufende Handlung und die intensiven Figuren immer wieder begeistert.

4. Kostümiert oder nicht, einen Helden zeichnet für mich aus, dass er in sich stimmig und nicht eindimensional ist.

5. Birdman hätte ja leicht ins Lächerliche abdriften können, jedoch umschifft der Film das elegant, indem der wirkliche „Titelheld“ kaum zu sehen ist.

6. Kunst liegt ja bekanntermaßen im Auge des Betrachters. Der Animationsfilm Lisa Limone & Maroc Orange: A Rapid Lovestory aus Estland ist in meinen Augen ein Kunstwerk, denn er wurde mit enorm viel Liebe und Einfallsreichtum gemacht.

7. Was mich an Karneval richtiggehend nervt: die strunzdämliche, mit penetrantem UNZUNZUNZ unterlegte „Stimmungsmusik“.


Mein Fernsehjahr 2014

11. Februar 2015

Wieder etwas später als die Kinobilanz folgt nun mein Serienresüme für 2014. Neben den üblichen Verdächtigen gab es letztes Jahr vor allem einige spannende Neuheiten.

So langsam aber sicher läuft auch aus meiner persönlichen Sicht das Fernsehen dem Kino den Rang ab. In erzählerischer Hinsicht sind hochwertige Serien mit fortlaufenden Handlungssträngen, die sich über ganze Staffeln erstrecken, Filmen sowieso schon weit voraus. Bei der Produktionsqualität hat der kleinere Bildschirm die große Leinwand auch bereits eingeholt. Einzelne Folgen mancher Serien werden sogar in ausgewählten Kinos gezeigt. Ein Blick auf meine beiden Vorschauen für dieses Jahr (Kinofilme bzw. Serien) zeigt: 2015 wird im TV wohlmöglich spannender.

Richten wir unsere Augen doch zuerst einmal auf die „nackten“ Zahlen. 2015 habe ich 16 verschiene Serien und Miniserien geschaut, von den meisten die aktuelle Staffel, bei manchen aber auch nur die ersten paar Episoden. Die Durchschnittsbewertung liegt bei 6,56 von 10 Punkten. Interessant der Rückblick auf das Vorjahr. Da hatte ich nur acht aktuelle Produktionen gesichtet und kam genau auf einen Mittelwert von 6,50/10.

True-Detective_DVDEine wirkliche Enttäuschung ist mir im Kino letztes Jahr erspart geblieben, leider nicht bei den Serien. Neben den beiden schwachen Serien Nymphs (True Blood für Arme) und The White Queen (Die Tudors für Arme), die ich nach zwei Folgen abgebrochen habe, war die große Enttäuschung 2014 ganz klar die neunte und letzte Staffel der US-Beziehungssitcom How I Met Your Mother. Man kann zum sicherlich nicht unumstrittenen Ende der Comedy-Show stehen wie man will, aber dass eine Serienstaffel von 24 Folgen 22 Episoden damit verblödelt die wenigen Stunden zur Hochzeit von Robin und Barney ewig in die Länge zu ziehen, um die Ehe der beiden dann in der vorletzten Folge innerhalb von kürzester Zeit zu „killen“, dann ist das Zeitverschwendung und dramaturgisches Hütchenspiel. Das erhärtet den Verdacht, dass die beiden Chefautoren/Showrunner Carter Bays und Craig Thomas eigentlich keine neunte Season wollten und der Sender sie gedrängt hat, trotzdem weiter zu machen. Vielleicht hätte man die Episodenanzahl der Staffel aber auch einerseits kürzen und andererseits das Kennenlernen von Ted und der titelgebenden Mutter Tracy mehr in den Vordergrund stellen sollen, wenn nicht müssen.

Doch genug über die zahlenmäßig wenigen Flops meiner TV-Saison 2014. Denn es gab auch erfrischende Neuzugänge, allen voran Orphan Black. Die von BBC America produzierte Mysteryserie handelt von einer Kleinkriminellen, die erfährt, dass sie im wahrsten Sinne des Wortes nicht allein ist. Sie ist nur eine von mehreren Klonen, von denen manche schon zu Tode gekommen sind. Nach und nach entfaltet sich eine weitreichende Klon-Verschwörung. Die große Stärke der kanadisch-amerikanischen Serie heißt Tatiana Maslany. Die 29jährige Kanadierin spielt alle Klone selbst, sei es die toughe Sarah, die Hausfrau Allison, die Wissenschaftlerin Cosima oder die Psychopathin Helena. Und mit der Zeit vergisst man, dass da nur eine Schauspielerin zu sehen ist. Ein besseres Kompliment kann es für Mademoiselle Maslany nicht geben und daher ist sie eine von zwei Kandidatinnen für den mwj-Fernsehpreis in der Kategorie beste Darstellerin.

Eine weitere Neuentdeckung war A Young Doctor’s Notebook. Basierend auf semiautobiographischen Kurzgeschichten des russischen Autors Michail Bulgakow erzählt die kleine Miniserie vom Alltag eines jungen Arztes, der sich ohne große Praxiserfahrung im schwierigen Alltag eines schlecht ausgestatteten Provinzkrankenhaus zurecht finden muss und dem sein älteres Ich über die Schulter schaut. Das Kuriose hierbei: während Daniel „Harry Potter“ Radcliffe den jungen Doktor verkörpert, spielt Jon „Don Draper“ Hamm den älteren. Grundverschiedener können zwei Darsteller einer Rolle eigentlich nicht sein. Doch abseits dieses ungewöhnlichen Doppelgänger-Motiv überzeugt die Serie in der nur vier Folgen umfassenden ersten Staffel besonders durch den gekonnten Spagat zwischen schwarzem Humor und absurden Situationen. Am 27. Februar erscheint die ebenfalls vierteilige zweite und letzte Staffel auf DVD und BluRay.

Penny-Dreadful_PosterMan könnte sagen, 2014 war das Jahr der neuen Serien mit acht Folgen pro Season. True Detective handelt von zwei Polizisten und ihrer Jagd auf einen Mörder, die sich über fast zwei Jahrzehnte erstreckt. Im Mittelpunkt der HBO-Serie von Schriftsteller Nic Pizzolatto stand nicht nur die zähe Ermittlungsarbeit der beiden Protagonisten sondern auch deren Privatleben. Die beiden Cops wurden hervorragend von Matthew McConaughey und Woody Harrelson gespielt, wobei sich erster eine Hälfte des mwj-Fernsehpreis als bester männlicher Schauspieler redlich verdient hat. Stichwort: McConaissance.

Die andere große Acht-Episoden-Show 2014 ist Penny Dreadful, komplett aus der Feder von John Logan, dem Drehbuchautor des letzten (Skyfall) und des nächsten (Spectre) James Bond-Films. Die geniale Horrorserie, die wie die gleichnamigen Groschenromanheftchen Figuren aus verschiedenen Werken der viktorianischen Phantastik vereint, besticht durch ihre stimmungsvolle Inszenierung in Kinoqualität und die ambivalenten Charaktere. Besonders herausragend war allerdings die intensive Performance von Eva Green (siehe auch Kino-Rückblick 2014) als die von Dämonen besessene Vanessa Ives. Damit hat sich Mademoiselle Green die andere Hälfte des mwj-Preises als beste Fernsehdarstellerin mehr als verdient.

Auch im vierten Jahr bin ich es immer noch nicht Leid die geniale Fantasy-Serie Game Of Thrones auszuzeichnen. Die vierte Staffel der Adaption von George R.R. Martins Romanepos Das Lied von Eis und Feuer übertrifft die vorherigen noch bezüglich der Quantität und Qualität von Highlights und liefert einen Kracher nach dem anderen. Ein wahrer Paradiesvogel im ohnehin bunten Ensemble der HBO-Serie war in Season vier der chilenisch-amerikanische Akteur Pedro Pascal in der Rolle des leidenschaftlichen Prinzen Oberyn Martell aus dem Fürstentum Dorne. Obwohl Pascal nur in sieben der zehn Folgen auftritt und im Abspann als „guest star“ gelistet ist, macht ihn sein furioses Spiel zum zweiten Kandidaten des mwj-Darstellerpreises im Bereich Fernsehen.

Und wer sich jetzt noch fragt welches meiner Ansicht nach die drei besten Serien 2014 waren, der hat wohl nicht so ganz aufgepasst. 🙂

Jedenfalls freue ich mich dieses Jahr besonders auf die neuen Staffeln von Game Of Thrones (ab 12. April), Penny Dreadful (3. Mai) und natürlich auch True Detective (vsl. Sommer).

STATISTIK

Hier mein persönliches Fernsehjahr 2014 in der Übersicht (vorhandene Kritiken sind verlinkt)

10 Punkte
Fehlanzeige

Game-Of-Thrones-4_Poster9 Punkte
Game Of Thrones – Staffel 4
Penny Dreadful – Staffel 1
True Detective – Staffel 1

8 Punkte
The Big Bang Theory – Staffel 7
Mad Men – Staffel 7, Teil 1
Orphan Black – Staffel 1 und 2
Sherlock – Staffel 3
A Young Doctor’s Notebook – Staffel 1

7 Punkte
Dracula

6 Punkte
Die Musketiere – Staffel 1
Vikings – Folgen 1 bis 3

5 Punkte
Fleming

4 Punkte
Die Bibel – Folgen 1 bis 3
How I Met Your Mother – Staffel 9

3 Punkte
Nymphs – Folgen 1 + 2
The White Queen – Folgen 1 + 2

1 oder 2 Punkte
Fehlanzeige

PREISTRÄGER

Beste Serie
Game Of Thrones – Staffel 4
Penny Dreadful – Staffel 1
True Detective – Staffel 1

Beste Darstellerin
Eva Green, Penny Dreadful
Tatiana Maslany, Orphan Black

Bester Darsteller
Matthew McConaughey, True Detective
Pedro Pascal, Game Of Thrones

Bilder (C) Filmverleihe/TV-Sender.


passion of arts

Kunst, Photographie, Grafikdesign, Literatur, Filmkritiken, Lifestyle

Leuchttürme und Schattenplätze

Das Medienmädchenblog

Filmexe - Blog über Filme und Serien

Filme und Serien werden bei uns besprochen, in Form von Kritiken und auch einem Podcast. Jede Woche gibt es zwei Filmkritiken zu Filmen die gerade im Kino laufen oder auch schon länger draußen sind, der Filmpodcast heißt Filmexe Podcast.

Miss Booleana

says "Hello World!"

Cinematographic Tides

Filmische Gezeiten / Filmbesprechungen nach Wetter- und Stimmungslage / Klönschnack inbegriffen

What's Best in Life?

Ein Popkultur-Buchclub für Nerds

serialposting

Serien, Filme und TV

Hurzfilm

Ist das Filmkunst oder kann das weg?

Marcel Michaelsen

Selbsternannter Schriftsteller

Trivial

Friedl Von Grimm - fast eklig polygam

Xeledons Spiegel

"Aber was ist hinter dem Spiegel?" - "Nichts. Und alles."

flightattendantlovesmovies

Die Flugbegleiterin, die gerne gute Filme und Serien guckt und darüber schreibt.

Couchkartoffelchips

Macht jetzt bloß keinen Stress...

Motion Picture Maniacs

Filmblog - Reviews & Filmzitate!

24 Yards per Second

Filme. Football. Und so.

neuesvomschreibtisch

You're gonna be fine.

pieces of emotions

Bücherwurm, Serienfreak & hoffnungsvoller Schreiberling

ergothek

Der Blog mit dem DeLorean

Filmschrott

Schlechte Filme von Mainstream bis Trash. Die Lücke ist kleiner als man denkt.

The Televisioner

Ein subjektives Blog über Serien, Filme und anderen Popkultur-Kram

Singende Lehrerin

Tagebuch einer singenden, film- und serienverrückten Lehrerin

Xanders Blog

Ein Blog über Filme, Fernsehen, Games, Bücher, Comics und sowas.

Wortman

Willkommen in den WortWelteN

moviescape.blog

Texte über Filme, Serien, Popkultur, Laufen und das Vatersein.