Sherlock: Staffel 3

30. Juni 2014

Nach seinem vermeintlichen Ableben am Ende von Staffel 2 kehrt Sherlock Holmes zurück. Zwei Fragen beschäftigen die Zuschauer: Wie hat der Teufelskerl von einem Meisterdetektiv seinen Tod vorgetäuscht und wie schlägt er sich als Trauzeuge bei Watsons Hochzeit?

8-10Sherlock: Staffel 3 (Sherlock: Season 3)
Krimiserie UK 2014. FSK: Freigegeben ab 12 Jahren. 3 Folgen. Gesamtlänge: 262 Minuten (PAL-DVD). Mit: Benedict Cumberbatch, Martin Freeman, Amanda Abbington, Una Stubbs, Rupert Graves, Mark Gatiss, Louise Brealey, Lars Mikkelsen u.a. Idee: Steven Moffat und Mark Gatiss. Nach Arthur Conan Doyle.

Sherlock_Staffel 3_DVD

Der leere Sarg
Sherlock Holmes ist zurück von den Toten. John Watson ist wahrlich not amused, auch weil Sherlock mit seiner Offenbarung mitten in den geplanten Heiratsantrag für Watsons Freundin Mary Morstan hineinplatzt. Nach ihrer Wiedervereinigung ermittelt das dynamische Duo aufgrund einer Terrorwarnung.

Im Zeichen der Drei
John Watson und Mary Morstan heiraten. Sherlock dagegen scheint mit seinen umfassenden Pflichten als „Best Man“ (Trauzeuge) nicht ganz ausgelastet zu sein. Während der Rede für das Brautpaar (siehe Bild) löst er nebenbei noch einen Mordfall.

Sherlock_Staffel 3_Rede
Sein letzter Schwur
Medienmogul Charles Augustus Magnussen erpresst hochrangige Politiker und Prominente mit ihren dunklen Geheimnissen. Um Magnussen zur Strecke zu bringen bricht Sherlock in dessen Büro ein.
Dort erlebt der Meisterdetektiv eine faustdicke Überraschung, die ihm beinahe das Leben kostet.

Das ungewöhnliche an der dritten Staffel von Sherlock, der in Kinoformat produzierten Krimi-Miniserie von Steven Moffat (Coupling, Doctor Who) und Mark Gatiss (welcher auch Sherlocks Bruder Mycroft verkörpert) ist, dass im Zentrum von zwei Folgen nicht wirklich ein neuer Fall steht. Im ersten Teil geht es um die Rückkehr Sherlocks und deren Auswirkungen. Mehrere mögliche Szenarien darüber, wie er seinen Tod vorgetäuscht hat, werden durchgespielt. Der konkrete Fall ist recht nichtssagend und kaum ausgearbeitet.

Sherlock_Staffel 3_MycroftDen Höhepunkt der Staffel bildet zweifelsohne Folge zwei, in deren Zentrum die Hochzeit steht. In nicht zwingend chronologischer Reihenfolge werden die Vorbereitung, die Feier und ein paar Nebenplots präsentiert. Es ist einfach herrlich zu beobachten wie ein emotional unterbelichteter Sherlock von seiner Ernennung zum Trauzeugen seines besten Freundes völlig überfordert ist. Dennoch ist es für Holmes natürlich Ehrensache, dass er die Aufgabe mit der gleichen Gründlichkeit erfüllt mit welcher er sonst knifflige Kriminalfälle löst. Sein Unverständnis gegenüber so manchem Brauch oder Detail und seine rationale Herangehensweise sorgen allerdings für diverse humoristische Verwicklung. Der etwas aus dem Ruder gelaufene Junggesellenabschied bildet den Höhepunkt.

Im dritten Fall wird es dann wieder deutlich ernster und spannender. Der finstere Magnussen wird verkörpert vom dänischen Schauspieler Lars Mikkelsen (What Richard Did). Leider ruiniert die völlig an den Haaren herbeigezogene, überraschende Wendung etwas die an sich gelungene Story und die gewohnt souveräne Inszenierung. Aber mit allzu konstruierten Plots muss man bei Sherlock wohl leben.

Nach der Erstausstrahlung im Ersten an Christi Himmelfahrt und am Pfingstwochenende ist seit dem 10. Juni die dritte Season von Sherlock auch auf DVD und BluRay erhältlich. Mit der vierten Staffel ist aufgrund der vollen Terminkalender beider Hauptdarsteller nicht vor 2016 zu rechnen.

 

Fazit: Eine Hochzeit und ein paar Todesfälle. Staffel 3 der hochwertigen Miniserie punktet mit glänzend zelebriertem Humor, der über die teilweise zu konstruierten Wendungen hinwegtröstet. 8 von 10 Punkten.

Bilder (C) BBC.


Media Monday #157

30. Juni 2014

media-monday-157

Die Fußball-WM geht in die entscheidende Phase und ich beginne meine zweite Urlaubswoche. Da bitten sich die neuen Fragen des heutigen Media Monday als kleine Fingerübung an.

1. Die einen treten sang- und klanglos ab, andere SchauspielerInnen ruinieren sich ihren Ruf im Alter mit halbgaren Rollen. Tilda Swinton allerdings hat es geschafft, mich bis heute in ihren Rollen zu begeistern, denn sie besitzt eine einzigartig Präsenz, die nicht von dieser Welt zu kommen scheint. Außerdem wechselt sie gekonnt zwischen Mainstream-Blockbustern (Die Chroniken von Narnia) und kleinen Filmen (z.B. Only Lovers Left Alive).

2. Weil letzte Woche vehement danach verlangt worden ist (und die WM ja schließlich immer noch läuft): Der beste Fußballfilm ? Ich habe kaum Fußballfilme gesehen.

3. Wenn es darum geht, eine historische Persönlichkeit zu verkörpern, hat meiner Meinung nach Helen Mirren in Die Queen den besten Job gemacht, weil sie in Aussehen und Performance der britischen Monarchin beinahe völlig gleicht.

4. Früher konnte ich mit dem „Genre“ Independent-(Liebes-)Filme überhaupt nichts anfangen, aber Filme wie In The Mood For Love oder die Before-Trilogie haben mich bekehren können, weil sie durch Abkehr von klassischen Mustern eine unvergleichliche Schönheit und Authentizität erreichen. Außerdem hab ich vom einfallslosen Hollywood-Kino langsam genug.

5. Das unsinnigste Merchandise-Produkt, das ich je gesehen habe ? Die meisten Merchandisingprodukte finde ich unsinnig.

6. Taschenbuch, Hardcover oder eBook? Alles außer eBook.

7. Zuletzt gesehen habe ich Der Plan und das war ein über weite Strecken recht gelungener Film, weil bei der ruhigen Inszenierung auf unnötige Effekthascherei verzichtet wurde. Leider war das Ende viel zu nichtssagend.


Orphan Black

25. Juni 2014

Derzeit sind in Film und Fernsehen Doppelgänger ein beliebtes Motiv und Thema. Die quantitativ auffälligste Variante bildet die Mystery-Serie Orphan Black, in welcher eine junge Frau entdeckt, dass sie doch nicht ganz so einzigartig ist.

Orphan Black
8-10Mysteryserie Kanada/USA 2013. FSK: Freigegeben ab 16 Jahren. 10 Folgen (Staffel 1). Gesamtlänge: ca. 430 Minuten (PAL-DVD). Mit: Tatiana Maslany, Jordan Gavaris, Dylan Bruce, Kevin Hanchard, Michael Mando, Maria Doyle Kennedy, Évelyne Brochu u.v.a. Idee: Graeme Manson und John Fawcett.

Orphan Black_Staffel 1_DVD

Spiel der Identitäten

Nach zehn Monaten kehrt Sarah Manning (Tatiana Maslany) in ihre Heimatstadt zurück. Die Kleinkriminelle befand sich auf der Flucht vor ihrem Drogen dealenden Ex-Freund Vic (Michael Mando). Am Bahnsteig hat Sarah eine äußerst sonderbare Begegnung. Sie sieht dort eine Frau (Tatiana Maslany), die ihr zum Verwechseln ähnlich sieht. Doch genau diese Frau springt vor den nächsten heranfahrenden Zug in den Tod. Völlig geschockt nimmt Sarah die Handtasche der Toten und sucht bei ihrem Adoptivbruder Felix (Jordan Gavaris), einem schwulen Underground-Künstler, Zuflucht.

Die tote Doppelgängerin hieß Elizabeth „Beth“ Childs. Sarah beschließt deren Identität anzunehmen, um ihren eigenen Tod zu inszenieren. Sie nistet sich in Beths Wohnung ein und findet heraus, dass diese 75 000 Dollar auf einem Sparkonto deponiert hat. Für die Zukunft mit ihrer kleinen Tochter Kira (Skyler Wexler), die bei Sarahs und Felix‘ Adoptivmutter „Mrs. S“ (Maria Doyle Kennedy) lebt, möchte Sarah nur schnell das Geld holen. Doch da taucht Beths Freund Paul (Dylan Bruce) auf. Außerdem kommt mit Detective Art Bell (Kevin Hanchard) die Erkenntnis über Beths Beruf: Polizistin. In der Folge läuft Sarah ständig Gefahr aufzufliegen. Doch als ob das alles nicht genug wäre, trifft sie nach und nach auf weitere Doppelgänger, die wie Sarah selbst Klone sind…

Orphan Black_Staffel 1_Sarah Sarah

Wenn es ein vorherrschendes Sujet in Filmen und Serien derzeit gibt, dann ist es wohl das Doppelgängermotiv. Während im Kino aktuelle Filme wie Muppets Most Wanted, X-Men: Zukunft ist Vergangenheit oder Enemy das Thema vielfach vertreten, so tut dies im TV die Serie Orphan Black. Die Story der kanadisch-amerikanischen Co-Produktion klingt wie ein Cocktail verschiedener Versatzstücke aus den bekannten Mystery-Serien Akte X, The 4400 oder Heroes. Doch bereits nach kurzer Zeit wird klar, dass Orphan Black mehr zu bieten hat. Eine ähnliche Konstellation mit den Klonen lieferte übrigens vor 20 Jahren die Akte X-Folge mit dem Titel „Eve“.

Auf den ersten Blick wirkt die Produktion von John Fawcett (The Dark) und Graeme Manson (Cube) wie eine der unzähligen Hochglanzserien Hollywood’scher Machart. Schon nach kurzer Zeit wird man allerdings eines Besseren belehrt, offenbart doch der Plot um die Hintergründe von Sarah und ihren „Schwestern“ viel Potenzial in der spannenden Ausarbeitung der Handlungsstränge. Zu keiner Zeit verkommt die Serie zu einer „Klon der Woche“-Show, was sie von so manch anderem Genre-Vertretern unterscheidet. Die zehn Folgen der ersten Staffel konzentrieren sich auf eine Geschichte. Redundante Nebenhandlungsstränge gibt es nicht.

Orphan Black steht und fällt mit Hauptdarstellerin Tatiana Maslany (Tödliche Versprechen, Die Tore der Welt), die alle Klone selbst spielt, von denen in der ersten Staffel etwa zehn auftauchen. Es gelingt ihr scheinbar spielend, die individuelle Sprechweisen (im Original auch den Akzent), Mimik und Auftreten der verschiedensten Frauen gekonnt umzusetzen. Makeup und Kostümbild leisten ihr übriges um die toughe Sarah, die Vorstadt-Soccermum Alison, die psychopathische Killerin Helena und die sexy-nerdige Doktorandin Cosima unterschiedlich zu gestalten. Szenen, in denen mehrere der Klone interagieren wurden im Wechsel mit einem Double gedreht.

Es erscheint allerdings etwas unrealistisch, dass sich Sarah, die sich als Beth ausgibt, die Rolle einer Polizistin so relativ unproblematisch aneignen kann, ohne gleich aufzufliegen. Überzeugender und vor allem herrlich spitzzüngig ist die vermeintlichte Vorstadtidylle, in welcher Allison mit Ehemann und Kindern lebt und die sehr an Desperate Housewives erinnert.

Um den Zuschauer nicht durch große Namen von der Geschichte abzulenken, verzichteten die Macher hier weitgehend auf bekannte Darsteller, mit Ausnahme der irischen Schauspielerin Maria Doyle Kennedy (Die Tudors) als Sarahs Adoptivmutter und Kanadas TV-Guru Matt Frewer (PSI-Factor, Eureka: Die geheime Stadt) als Genetiker Dr. Aldous Leekie.

ZDF Neo strahlte im vergangenen Mai die erste Staffel aus, seit dem 30. Mai 2014 ist diese auch auf DVD und BluRay erhältlich. Season 2 ist beim kleinen Digitalsender für den Herbst 2014 geplant. Schön, dass die deutschen Zuschauer auf die neuen Folgen nicht allzulang warten müssen, denn der Cliffhanger am Ende der ersten Staffel hat es durchaus in sich.

Fazit: Eine spannende „Klon-Verschwörung“ mit Auswirkungen auf die Betroffene(n), präzise inszeniert und mit äußerst wandlungsfähiger Hauptdarstellerin Tatiana Maslany. 8 von 10 Punkten.

ORPHAN BLACKEpisode 103 Orphan Black_Staffel 1_Cosima

Weitere Klone: Allison, Cosima…

Orphan Black_Staffel 1_Helena

…und Helena

Orphan Black_Staffel 1_Felix

Sarahs Adoptivbruder Felix hilft wo er kann

Bilder (C) BBC.


Media Monday #156

23. Juni 2014

media-monday-156

Offizieller Sommeranfang, die Fußball-WM in vollem Gange und ich endlich im wohlverdienten Urlaub. Der freilich nicht frei vom Media Monday ist.

1. Der perfekte Film für einen Männerabend ist höchstwahrscheinlich Machete!

2. ________ soll ja ein toller Film sein, aber allein, dass ______ mitspielt, hält mich schon davon ab, ihn eines Blickes zu würdigen, weil Ich glaube es gibt einige Filme, bei denen mich irgendein dämlicher, hemmungslos überschätzter Schauspieler davon abhält, doch mal einenn Blick zu riskieren.

3. Die WM ist im vollen Gange. Steht der Film- oder allgemeine Medienkonsum nun hinten an oder flieht ihr ganz bewusst in fremde Welten, um dem Fußball-Trubel zu entgehen? Ich würde sagen, etwas geringer fällt der Medienkonsum während der WM schon aus, aber nicht gravierend.

4. Wenn schon historische Geschichte, dann aber bitte am liebsten aus der Epoche die keinen Zusammenhang mit den USA hat, den amerikanische Geschichte wurde schon viel zu oft thematisiert. Gruselig ist es auch wenn historische Epochen in Filmen „moralisch amerikanisiert“ werden.

5. Found-Footage-Filme nebst obligatorischem Kameragewackel finde ich zum Kotzen.

6. So gut wie alle Romantikkomödien sind so dermaßen an den Haaren herbeigezogen, dass ich einfach keine dieser Filme ansehe, wenn es sich vermeiden lässt.

7. Zuletzt gelesen habe ich Die Neuen X-Men: Gestern und Heute und das war eine gelungene Alternativstory zu Zukunft ist Vergangenheit, weil die moderne und ansprechende Optik sowie die Rahmengeschichte überzeugen.


Media Monday #155

16. Juni 2014

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Es ist wieder Montag. Ich kann es heute kaum erwarten nach Hause zu gehen und das Staffelfinale The Children meiner absoluten Lieblingsserie Game Of Thrones anzusehen. Bis dahin muss ich wohl noch etwas Zeit totschlagen, z.B. mit dem 155. Media Monday.

 

 

1. Der beste Beitrag oder die beste Kritik, die ich in der vergangenen Woche auf einem Blog gelesen habe, war ?

2. Der Goldene Kompass hatte ein wirklich enttäuschendes Ende, denn das eigentlich gedrehte Ende, das auch dem des Romans entsprach, fehlt. Für den utopischen Fall dass vielleicht irgendwann HBO die Buchreihe adaptiert, werden wir auch nie wieder etwas von His Dark Materials auf einem Bildschirm zu sehen bekommen.

3. In der zweiten Jahreshälfte 2014 freue ich mich am meisten auf Interstellar, weil es der neue Film von Christopher Nolan ist, der bekanntlich fast nur geniale Filme macht.

4. Demnächst möchte ich Boyhood sehen, weil der Film von Richard Linklater (Before…) ist und über einen Zeitraum von 12 Jahren gedreht wurde. Dadurch zeigt er das Heranwachsen des Protagonisten von sechs bis 18 Jahren.

5. Zuletzt enttäuscht von einer Figur, die plötzlich völlig out-of-character agiert hat, war ich im Film Der Hobbit: Smaugs Einöde bezüglich der Figur Tauriel, die eigentlich überflüssig ist, weil sie für die Hauptgeschichte keine relevante Rolle spielt, stattdessen aber unsinnigerweise zur Hauptfigur gemacht wurde. Hoffentlich stirbt sie im dritten Teil einen qualvollen Tod. *muhahahaha*

6. Das größte Geschenk, das man mir in punkto Medien machen könnte, wäre eine überarbeitete HD-Fassung der kompletten Serie Babylon 5 (inklusive aller Specials und Spin-Offs) auf DVD!

7. Zuletzt gesehen habe ich Sherlock: Sein letzter Schwur und das war eine wie gewohnt hochwertig inszenierte wenn auch inhaltlich überzogene Folge, weil die Story leider wieder ziemlich konstruiert war.


Media Monday #154

9. Juni 2014

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Derzeit erleben wir das heißeste Pfingswochenende seit Langem. Ich persönlich verkrieche mich da gern und fröne meiner Filmleidenschaft. Oder ich beantworte die Fragen des heutigen Media Mondays.

1. Filme werden für das Kino gemacht – sagt man ja so schön. Doch dann gibt es da ja auch noch Fernsehfilme. Die zeichnen sich für mich zuvorderst dadurch aus, dass entweder oberflächlich sind oder aber hochwertig produziert werden

2. Als Literatur kann man ja vieles bezeichnen. Für mich haben die nach Schema F zusammenkonstruierten Blödseller eher wenig mit Literatur zu tun.

3. Übermächtige Helden, die nicht sterben zu können scheinen, sind langweilig.

4. Nicht, dass man den Namen des Kameramannes kennen müsste, aber gerade Christopher Doyle ist mir im Gedächtnis geblieben ob der ungewöhnlichen Blickwinkel und des einzigartigen Looks, denn die Kameraperspektiven und Bilder in In The Mood For Love sind einmalig.

5. Animes interessieren mich kaum, da ich sie mit allerlei Klischees (Übervollbusige Schulmädchen, postapokalyptische Welten, bedeutungsschwangere Prophezeiungen…) assoziiere.

6. Mobile Games – sprich Apps – zu aktuellen Kinofilmen spiele ich nicht. Ich spiele generell kaum Videospiele und besitze auch kein Smartphone

7. Zuletzt gesehen habe ich The Watchers On The Wall, die neue Folge der vierten Staffel von Game Of Thrones und das war 50 Minuten herausragendes, episches Gemetzel, weil Regisseur Neil Marshall, der bereits die Schlacht am Blackwater inszenierte, sich selbst übertroffen hat.


The White Queen

7. Juni 2014

Die britische Monarchie war schon immer Inspirationsquelle für Filme und Serien. Mit The White Queen läuft dieses Pfingstwochenende eine Produktion über die Rosenkriege beim Privatsender Sixx. Und da ist die Serie wohl auch richtig aufgehoben.

3-10The White Queen
Historienserie/Liebesdrama UK 2013. 10 Folgen. Gesamtlänge: ca. 590 Minuten.
Mit: Rebecca Ferguson, Max Irons, Aneurin Barnard, Amanda Hale, Ben Lamb, Fay Marsay, Juliet Aubrey, Ben Lamb, James Frain u.v.a. Nach Romanen von Philippa Gregory.

 

the-white-queen-poster

England im Jahre 1464. Mitten im blutigen Rosenkriegen, der zwischen den Häusern York und Lancaster tobt, verliebt sich König Edward IV. (York) in Lady Elizabeth Woodville, die aus einer Familie von Lancaster-Anhängern stammt. Als Edward und Elizabeth heiraten, kommt die neue Königin an den Hof in London, wo sie nicht willkommen ist. Denn nicht nur Edwards Cousin und Berater Warwick ist nicht mit der heimlich geschlossenen Ehe einverstanden…

Eigentlich wollte ich den Samstagabend des Pfingstwochenendes ja dazu nutzen, an der ein oder anderen noch offenen Rezension zu schreiben. Doch irgendwie bin ich zur Primetime vor dem Fernseher gelandet. Und da ja bekanntlich Samstag Abend nichts Brauchbares läuft, bin ich auf die Free-TV-Premiere der britischen „Hysterienserie“ The White Queen gestoßen.

Auf die genaueren inhaltlichen und historischen Details will ich jetzt nicht weiter eingehen. Wem die zehnteilige Serie gefällt, der soll sie sich ruhig ansehen (am morgigen Pfingstsonntag sendet Sixx die Folgen 4 bis 6, am Montag die übrigen vier Episoden). Ich für meinen Teil habe während der zweiten von drei Folgen aufgegeben. Basierend auf der Romantrilogie The Cousins War der Schriftstellerin Philippa Gregory (die auch die Vorlage zum Historienfilm Die Schwester der Königin, über die Boleyn-Schwestern, verfasst hat) ist The White Queen eine Co-Produktion der britischen Rundfunkanstalt BBC und des amerikanischen Bezahlsenders Starz. Ja richtig, genau jener Sender der uns die brutal-dämliche Metzelserie Spartacus und die alberne Artus-Sagen-Adaption Camelot (2011) beschert hat. Und etwa auf diesem Niveau bewegt sich auch die „Weiße Königin“.

Zugegebenermaßen wirkt die Serie ordentlich produziert, gedreht wurde übrigens in Belgien. Aber bei einem Budget von 25 Millionen britischer Pfund darf man so etwas auch erwarten. Die Frage ist nur: warum verschwendet man vergleichsweise so viel Geld für so einen Schund? Diese Frage habe ich mir auch bei den Ken Follet-Adaptionen Die Säulen der Erde und Die Tore der Welt (weniger bei ersterer, mehr bei letzterer Produktion) gestellt.

Im Grunde passt der Zehnteiler zum selbstgewählten Frauenbild des ausstrahlenden Senders Sixx. Federleichte Unterhaltung mit Pseudo-Romantik, Sex (mehr in der US-Fassung), Intrigenspielen usw. Aber der ganze Brei wäre nicht komplett ohne eine Überdosis Magie. Denn die Mutter der Protagonistin besitzt magische Fähigkeiten, die sie natürlich an ihre Tochter weiter gegeben hat, so dass diese immer wieder Visionen hat. Vision bedeutet plötzlich überraschter Gesichtsausdruck plus symbolträchtig, unheilschwangere Vorhersage. Die Nebel von Avalon lassen grüßen.

Die Charaktere sind weitgehend stereotype Schachfiguren oder einfach relativ uninteressant und funktionieren gemäß der klassischen Gut-Böse-Aufteilung. Dazwischen liegt vielleicht Elizabeths Mutter, gespielt von Jane McTeer (Into The Storm). Die meisten Darsteller wirken recht nichtssagend. Scheinbar wollten die Autoren die fehlende Charakterqualität durch Quantität kompensieren.

Fazit: Wem Game Of Thrones und Die Tudors zu gut sind, der wird mit White Queen sicherlich glücklich werden. Liebe, Drama und Intrigen nach Schema F. 3 von 10 Punkten.

Bild (c) BBC/Starz.


Corlys Lesewelt

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