Strings – Fäden des Schicksals (Kurzkritik)

Einen Puppentrickfilm im Zeitalter hochauflösender 3D-Animationsfilme ist antiquiert, könnte man meinen. Nicht jedoch Strings, der dem Marionettenspiel neue Facetten abgewinnt.

Kahlo, König des Reiches Hebalon, begeht Selbstmord. Seinem Sohn Hal schreibt er vorher einen Abschiedsbrief mit wichtigen Hinweisen, sodass Hal ein besserer König werden kann. Doch Kahlos böser Bruder Nezo und sein verkrüppelter Gehilfe Ghrak ersetzen den echten durch einen gefälschten Brief, der Hal dazu bringt einen Krieg mit dem Volk der Zeniths anzuzetteln…

Strings_DVDIn den gängigen Trickfilmproduktionen mit Marionetten (seien es die unzähligen Mehrteilern der Augsburger Puppenkiste oder die britische Science-Fiction-Kultserie Thunderbirds) wurden immer mehr oder minder erfolgreich die Fäden der Puppen verborgen oder es zumindest versucht. Einen völlig anderen Weg schlägt da der skandinavische Streifen Strings ein. Hier sind die Fäden elementarer Bestandteil der Geschichte und Leben spendende Teile der Charaktere. Wird ein Faden durchtrennt, verliert man das entsprechende Körperteil. Das Durchtrennen des Kopffadens (Lebensfadens) bedeutet den Tod. Die Fäden jedes Lebewesens ragen scheinbar endlos in den Himmel.

Aus dieser „anatomischen“ Prämisse gelang es Regisseur Anders Rønnow Klarlund (Besessen) und einer Crew von über 200 Leuten ein besonderes Filmerlebnis zu machen. Das nach vier Jahren und mit einem Budget von dreieinhalb Millionen Euro entstandene Werk glänzt durch die äußerst filigrane Performance der internationalen Puppenspieler. Aber noch eindrucksvoller sind die Kulissen und Sets von Designer Sven Wichmann. Was für detaillierte und mühevolle Handarbeit die Macher geleistet haben zeigt das einstündige Making Of auf der DVD.

Inhaltlich ist Strings leider zu oberflächlich, auch wenn dieser Schwachpunkt natürlich weitgehend von Inszenierung und Ausstattung kompensiert wird. Die Story erzählt ein Königsdrama Shakespearscher Art, doch in der zu kurzen Zeit kann sich die Handlung kaum entwickeln und wirkt daher nicht ausreichend ausgearbeitet.

Fazit: Geniale Kulissen und einfallsreiche Inszenierung, aber leider ist die Story recht oberflächlich. 7 von 10 Punkten.

7-10Strings – Fäden des Schicksals (Strings)
Puppentrickfilm/Drama Dänemark/Schweden/Norwegen/UK 2004. FSK 12. 88 Minuten (PAL-DVD). Regie: Anders Rønnow Klarlund. Drehbuch: Anders Rønnow Klarlund und Naja Marie Aidt.

Bild (C) Cargo/3L

One Response to Strings – Fäden des Schicksals (Kurzkritik)

  1. […] Destino (Kurzfilm) 2003 Interstella 5555 2004 Strings – Fäden des Schicksals 2005 Wallace & Gromit – Auf der Jagd nach dem Riesenkaninchen 2006 Renaissance 2009 #9 2009 […]

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