Der große Familien-Award

Heute Nacht findet in Hollywood die 84. Oscar-Verleihung statt. Zu diesem Anlass hat sich tlh Gedanken darüber gemacht, wie man dieses Event auf Bereiche des Privatlebens übertragen kann.

Oscars, Golden Globes, Blabla Guild Awards, und wie sie alle heißen. Die jedes Jahr bis Ende Februar laufende Filmpreis-Saison, neudeutsch bekannt als Award-Season, die bekanntlich mit dem begehrtesten und prestigeträchtigsten aller Filmpreise, dem Oscar, endet, wird nicht mehr nur in den USA und der englischsprachigen Welt verfolgt. Auch hierzulande findet sie immer mehr Interessenten. Aber ist schon einmal jemand auf die glorreiche Idee gekommen, das ganze Preis-Verleihen auf andere Bereiche zu erweitern und damit meine ich nicht Wissenschaft/Forschung, Wirtschaft, Sport usw. Vielmehr wäre es doch viel spannender, dieses „Konzept“ auf die eigene Familie anzuwenden.

Dass es sich bei meiner Sippe um eine weitverzweigte und personell durchaus zahlreiche handelt, ist sicherlich ein guter Anfang. Zuerst sollte man sich über Namen und Aussehen der geplanten Trophäe Gedanken machen. In eigener Sache würde ich aus offensichtlichen Gründen (siehe unten) ein großzügig mit Goldfarbe besprühtes Gehirn aus Plastik oder Pappmaché wählen, quasi das „Golden Brain“.

Die Kategorien beschränken sich natürlich nicht nur auf filmische Leistungen. Den Preis für die besten Spezialeffelte würde sich sofort an meinen Vater vergeben, der jahrzehntelange verstand, es beim Feuerwerk an Silvester immer mehr als ordentlich krachen zu lassen. Ein Hoch auf seine scheinbar nie versiegende Pyrotechnik, bei der es keine ernsthaften Verletzungen gab, bis auf ein paar leichte Verbrennungen hier und da.

Beim Preis für die beste Köchin sieht es da schon schwieriger aus. Man müsste eine intrafamiliäre Befragung durchführen sowie für den Fall, dass diese nicht eindeutig genug ausfällt, eine Art Kochduell zwischen den drei Kandidatinnen (meiner Großmutter, meiner Mutter und meiner Freundin) abhalten. Das Goldene Gehirn für sein Lebenswerk würde natürlich mein über 90jähriger Opa bekommen, der nicht nur den Zweiten Weltkrieg und diverse Krisen (Kuba, Öl, Finanzen) sondern auch die Super-Hitparade der Volksmusik überlebt hat.

Der große Abräumer bei der Verleihung des “Golden Brains” ist sicher das Hochzeitsvideo meiner Cousine, das nicht nur in epischer Länge (90 Minuten in der herkömmlichen Fassung, 120 Minuten in der “Extended Edition”) daherkommt, sondern sich redlichst die Preise für die beste Kamera, den besten Schnitt und natürlich bester Film verdient hat.

Ach ja und nicht zu vergessen: der Award für die beste “Ausstattung” geht an meine Freundin!

Todd Hirn
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